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Es werden Posts vom September, 2017 angezeigt.

Lesen hilft. Immer.

Lesen hilft. Immer.

Das steht auf einer Kette, die ich bekommen habe. Weil sie so zu mir passt. Ich finde ja, weil das immer passt.

Lesen ist kein Selbstzweck. Eine Kulturtechnik zu beherrschen, nur so.

Das macht wenig Sinn. Es geht darum, zu erkennen, warum man lesen kann (können muss).

Weil man eintauchen kann in andere Menschen, andere Gefühle. In Geschichten, die man selbst nie erlebt hat und auch nicht erleben wird. Weil sie in einer anderen Zeit, an einem anderen Ort spielen.


Und die Neugier? Ich will die Welt erfahren. Fragen tauchen in mir auf. Ich will sie auflösen.
Ein Buch hilft. Eine Zeitung. Eine Zeitschrift. Eine Meldung auf facebook.
Und was ich gar noch nicht wusste? Ich erfahre Dinge, von denen ich keine Ahnung hatte. Ich bilde mir einen kritischen Geist heraus. Diskutiere mit anderen.

Lesen hilft.
Wenn ich etwas noch nicht weiß.
Wenn ich mehr wissen will.
Wenn ich traurig bin, verlassen, liebesbedürftig.

Wenn ich die Welt draußen lassen will.
Wenn ich glücklich, lu…

Ein guter Mensch. Von Jürgen Bauer.

Ein guter Mensch
Jürgen Bauer
Verlag Picus.

Jürgen Bauer beschreibt in seiner Dystopie einen Mann, der sich bereit erklärt hat, als Wassertankfahrer anderen Menschen zu helfen.

Wir leben in Mitteleuropa. Es hat seit ewigen Zeiten nicht mehr geregnet. Selbst jetzt, im Frühling ist die Erde schon ausgetrocknet. Nur zeitweise kommt Wasser aus der Leitung, dann ist es aber grauslich und braun und stinkt.

Wasser sparen ist das Gebot der Stunde.

Die Lokale haben geschlossen, da sie das Geschirr nicht mehr abwaschen können. Auf den Wiesen sitzen arme Menschen, sie nennen sie "Die Durstigen". An der Stadtgrenze, eingepfercht in Lager die Hitzeflüchtlinge. Ihnen bringt er Wasserrationen.

Die Welt steht vor dem Kollaps. Die Reichen haben sich schon in die Berge oder in den Norden abgesetzt. Nur wenige sind da geblieben. Er zum Beispiel. Er findet, es können doch nicht alle einfach weggehen. Man muss doch auch vor Ort etwas tun.

Und er benimmt sich so, wie es erwartet wird. Er gibt ni…

Chikago. Von Theodora Bauer

Chikago.
Von Theodora Bauer
Roman. Verlag Picus

Nun. Ja! Ich habe schon öfter Theodora Bauer zugehört, wie sie aus ihrem Buch "Chikago" vorgelesen hat. Ja! Ich habe auch schon kurz reingelesen gehabt. Beim Büchertisch.
Ja! Ich gestehe. Nicht mehr.

Bis jetzt.

Am Wochenende. Auch eine Buchhändlerin im Schulbuchbeginnstresswahnsinn braucht Phasen der Kontemplation. Man zwingt sich zum Nichtstun. Weil. eh schon wissen. Man muss auch einmal ein bißchen eine Ruhe geben. Also was tun. Rauf auf die Couch, rein in die Decken und Pölster. Sehnsüchtig, lüstern schauen auf den Tisch. Dort der Stapel der "Die will ich noch lesen" - Bücher.

Ein Griff. Es ist Chikago. Buch aufgeschlagen.

Ja! Und dann war es um mich geschehen.
Dieser inständige Ton des Perfekt (Vergangenheitsform), diese undurchdringliche Einfachheit, ja Banalität des Landlebens, unterspickt mit einer Tiefgründigkeit, mit  eine Feinsinnigkeit und einem Einfühlungsvermögen, dass ich mich wundere, wie so ein junges…