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Es werden Posts vom September, 2013 angezeigt.

Wir sind die Macht. Leymah R. Gbowee

Wir sind die Macht. Die bewegende Autobiographie der Friedensnobelpreisträgerin Leymah R. Gbowee. Ihr wurde 2011 neben anderen der Friedensnobelpreis verliehen.

Gerade heute - und das ist das Thema - am 27. September 2013, vermeldet der Kurier unter "Weitere Meldungen": Taylor wandert für 50 Jahre hinter Gitter. Der skrupellose Warlord Charles Tayler, der den Bürgerkrieg in Libera verantwortet ist in Den Haag verurteilt worden.

Leymah wächst in Liberia auf. Geboren 1972. Liberia ist ein offenes Land, stark an Amerika angebunden. Die Kinder genießen Schulbildung. Man lebt in einfachen Verhältnisse. Nach dem Abschluss der high school, kurz nach ihrer Feier bricht der Bürgerkrieg aus. Er wird das Land für 14 Jahre grausamst ausbeuten.

Wir lesen die Lebensgeschichte einer Frau, die von Wut, Ohnmacht, Schmerz und Überlebenskampf geprägt ist. Und doch gibt sie nicht auf. Oft schon. Wochen erliegt sie schweren Depressionen. Doch der Bürgerkrieg übertrifft in seiner Brutalität alle…

Honig. von Ian McEwan

Honig. Von Ian MEwan

Noch im Geschmack der Zeilen, in der Geschichte verweilend, im Schreibtempo gebannt erzähle ich von meiner Begegnung mit Ian McEwan. Wohl wissend, dass ich nicht die Worte finden werden, diesen Autor umfassend zu beschreiben.


Erst beginnt die Geschichte ganz langsam. Die Personen werden vorgestellt. Ich beginne mich zu langweilen. Wie immer tauchen die Fragen auf: Warum tue ich mir das an? Ich könnte das Buch längst weglegen. Was wird da schon werden? Ich vergeude meine Zeit. Es gibt so viele gute Bücher.

Jedoch. Ich lege das Buch nicht weg. Ganz im Gegenteil. Lasse es nicht mehr los. Lese lese lese.

Der Erzählstil hält sich an die Zeit, eher an den Stil der jungen Frau. Wohlhabende Familie, braves Mädchen, studiert was ihre Mutter will. Fügt sich ein. Lebt so vor sich hin. Lernt in diesem schrecklichen Cambridge dann doch noch einen Studenten kennen. Erste sexuelle Erfahrungen. Sie findets gut, er selbst ist gelangweilt. Sie meint dies zumindest. Dann verliebt s…

Norbert Gstrein. Eine Ahnung vom Anfang.

Norbert Gstrein. Eine Ahnung vom Anfang.

Ich hätte das Buch nicht gelesen. Mir sagte das Cover nicht zu und ich konnte auch mit dem Titel nichts anfangen. Er machte mich nicht neugierig. Wenn da nicht ein lieber Freund gewesen wäre, ein sehr belesener, der mir nahe gelegt hätte "Du musst ihn lesen. Wirklich." Nun, dann nahm ich ihn einmal mit heim. Er musste noch ein Zeiterl warten, aber gleich nach dem andern Buch fing ich an.

Ich habe ihn gerne gelesen. Den Roman über den Lehrer, der alles sehr ernst nimmt. Hinterfragt. Der dies auch mit seinen Schülern tut. Der mit dem Klatsch und Tratsch, den Unterstellungen, Hinzufügungen, Erfindungen seiner Dorfgesellschaft nichts anfangen kann; ja ausgeliefert ist.

Er hat da diesen Lieblingsschüler. Er selbst hätte ihn nie so bezeichnet. Die anderen meinten, dies wäre sein Lieblingsschüler gewesen. Und dieser - Daniel - besuchte ihn an dem Ort, den er wieder zurückgekauft hatte. Die alte Mühle. Alt-Familienbesitz mütterlicherseits, d…

Zaira. Ein Leben im 20. Jahrhundert

Abseits des Neuerscheinungsgetöses, wie der von mir sehr geschätzte Heinz Sichrovsky in seiner grandiosen Sendung "Erlesen" in ORFIII zitiert. Also, abseites des Neuerscheinungsgetöses ist mir "Zaira" in die Hände gefallen. Mehr oder weniger tatsächlich.

Der Roman ist 2008 im C. H. Beck Verlag erschienen. Das ist nun doch schon ein Weilchen her.

Herr Florescu, der Autor, ist bis jetzt auch in mir vorbeigegangen. Was sehr schade ist, denn er schreibt wie ein Märchenerzähler. Er hat eine blumige und ausschweifend-erzählerische Sprache; ein Autor aus dem Osten, genauer: Rumänien.

Und von dort erzählt der Roman auch. Zaira, adeliges Kind in fruchtbarer Gegend wächst mehr oder weniger sorglos auf (wenn man davon absieht, dass ihre Mutter wichtigeres zu tun hat, als am Land zu versauern und ihr Kind aufzuziehen).

Zaira wird in ene Zeit hineingeboren, als gesellschaftliche und soziale Grenzen klar und unüberwindbar sind. Der Anfang des 20. Jahrhunderts. Ihr geliebter Cou…