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Es werden Posts vom August, 2012 angezeigt.

Verteidigung der Missionarsstellung. Wolf Haas

Wolf Haas, das ist so, als ob man an einem gemütlichen Ort sitzt, ein wunderbarer Erzähler in der Runde und du hörst einfach zu. Genussvoll, unterhaltend, lustig, verwirrend - der Herr hat ja einen wunderbar trockenen Schmäh - einfach so, wie mans gerne hat, wenn mans im Freundeskreis nett hat.

Ja, das kann er, der Wolf Haas, köstlich unterhalten.

Mit Genuss habe ich diesen Roman verschlungen, laut lachend, peinlich laut lachend, aufspringend, anderen Textpassagen vorlesend (wobei im Lachen vorlesend, also konnte es niemand wirklich verstehen), dann wieder langsam hineinlesend, querlesend (;-)) groß- und kleinlesend...

Da hat er sich schon manchen Spaß erlaubt, der Herr Haas.


LESEN! und anderen Teile vorlesen, oder vorerzählen, wie dieses erzählte Buch eben die Geschichte von Benjamin Lee Baumgartner erzählt. und seinen Schwierigkeiten ....



www.buchwelten.at

Nullzeit. Roman von Juli Zeh

Nullzeit. von Juli Zeh.
Ein Mann, der sich raushalten will, dessen Lebenskonzept, das "Nicht-Einmischen" ist. 
Ein Leben, wie es viele erträumen. Ausgestiegen, harmonisch, glücklich, ruhig. Nur das tun, was man gerne macht. Ein Super-Team. Lauter nette Leute, alle ausgestiegen aus einem Leben.
Er nennt Deutschland Kriegszone. Seine neue Welt ist friedlich. Jeder soll nach seiner Fasson selig werden.
Aber dann wird er eingemischt. Radikal. Tödlich.
Am Ende weiß er: solange du dein Kriegsgebiet bist, kanns du keinen Frieden haben. Oder: vor dir selbst kannst du nicht davon laufen.
Ja und: nicht einmischen funktioniert nicht auf Dauer.

Juli Zeh bringt uns einen harten Roman. Die Realitäten verschwimmen, selbst als Leserin steht ständig Aussage gegen Aussage, Erfahrung gegen Erfahrung. Wer bildet sich hier etwas ein? Sie führt uns psychobrutal zum Tauch-Tiefpunkt. Eine kaputte Welt, eine brutale Welt trifft auf eine flüchtende Welt.
Literarisch hochklassig, 

www.buchwelten.at

Das Spinoza-Problem

Das Spinoza-Problem. Dieses Buch hat mich wie ein Magnet angezogen, gerade erst ausgepackt, auf den zugedachten Verkaufsplatz gelegt, konnte ich es dort nicht liegen lassen, es musste gleich mit mir nach Hause gehen.

Unter den Nussbaum, in die Hollywoodschaukel, .... und reintauchen.

Irvin D. Yalom ist ein sehr gescheiter Mann. Ein hoch anerkannter Psychoanalytiker.

In "Das Spinoza-Problem" zeigt er die Verbindung zwischen dem großen jüdischen Philosophen des 17. Jahrhunderts und dem wahnsinnigen Ideologen der Nazis, Alfred Rosenberg.

Der Aufbau des Buches: immer abwechselnd ein Kapitel Spinoza, ein Kapitel Rosenberg.


Spinoza hat den Grundstein vieler Philosophen des Abendlands gelegt, nach den großen Philosophen der Antike hat es in Europa die dunkle Zeit des Mittelalters gegeben, in der sich keine großen Philosophen entwickeln konnten. Die großen Denker des 18. und 19. Jahrhunderts hielten sich an Spinoza an, wie auch z. B. Goethe Spinoza als eines seiner großen Vorbilder…

Die Unzertrennlichen

Die Unzerternnlichen. von Lilian Faschinger

Der erste Satz Kapitel 1: Dass ich am Begräbnis meines Vaters teilnahm, war der erste Fehler
Der erste Satz Kapitel 2: Der zweite Fehler war es, das Erbe meines Vaters anzutreten.

Lilian Faschinger teilt ihren Roman in drei große Teile:
I) Sausal (ein Ort in der Steiermark)
II) Procida (eine Insel in Italien)
III) Sausal (noch immer der gleiche Ort in der Steiermark)

hardcore Landidylle. hardcore Familiengeschichte. hardcore Liebesgeschichte

Lilian Faschinger blättert die Landidylle mit all ihrer Scheinheiligkeit, Obrigkeitshörigkeit und Bigotterie auf. Aber wie. Und sie blättert die Fassaden auf.

Und dabei sie, die Protagonistin, die sich ständig sagen lassen muss, dass an ihr ja so ziemlich alles verkehrt ist, die auch eine beste Freundin hatte, die auch supersupersuper war und sie das Mauerblümchen. Die aus einer Ehe entstanden ist, "Blumenkinder".

Der Roman ist im ersten Teil ein Roman, eine Geschichte eine persönliche Lebense…

Machen Sie sich bitte frei.

Uwe Böschemeyer. Machen Sie sich bitte frei. Entdecken Sie Ihre Furchtlosigkeit.
Das Buch beginnt so: "Ich habe eine Reihe von Büchern geschrieben und immer geahnt, dass ich irgendwann einmal "mein" Buch schreiben würde, also das, was unmittelbar mit mir und meinem Leben zu tun hat."
Ja, und so ist dieses Buch auch. Konkret, lebensnah, tröstlich, erklärend, fordernd, fördernd, lesbar. 
Falls Sie jemals Salcher "Der verletzte Mensch" gelesen haben - das war die Pflicht, hier kommt die Kür! Was Rotraut Perner anhand der Bilder der "Vier Temperamente", der Erkenntnisse des Tiefenpsychoanalytikers Viktor Adler und der "Quadrinität" nach C. G. Jung erklärt (ihr neues Buch "Der erschöpfte Mensch" ist sehr zu empfehlen) betrachtet Uwe Böschemeyer aus der Sicht der existenzanalytischen Logotherapie nach Viktor E. Frankl, die er selbst weiterentwickelte zur Wertimaginativen Logotherapie.
NICHT SCHRECKEN!
Mir ist einfach wichtig, a…

Mai und Juni - die Leseliste

Falls jemand bemerkt hat, dass meine Rezensionen im Mai und Juni mehr als mager ausgefallen sind; dies nicht deshalb weil ich nichts gelesen hätte - ganz im Gegenteil! - sondern weil ich intensiv beschäftigt war.

Das Thema, das mir mein Leben gestellt hatte war: schwere Krankheit und Tod von nahen Angehörigen. Konkret: Krebs im Endstadium. Und alle damit verbundenen ups and downs, der Kranken, der Angehörigen, des gesamten sozialen Umfelds.

Ein großes Lob an die engagierten Frauen und Männer, die als Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen, Seelsorgerinnen und Seelsorger, Krankenschwestern, koordinierende Leiterinnen, verständige FreundInnen, unterstützende Mitarbeiterinnen, unserer Familie in dieser Zeit geholfen haben.

Für alle jene, die eine solche Lebenssituation durchmachen, erwarten, durchgemacht haben biete ich hier einen kleinen Überblick der Lektüre in dieser Zeit an.

Der erschöpfte Mensch. von Rotraud A. Perner

Falls Sie einen fundierten Überblick über unsere derzeitige gesellschaftliche Situation lesen wollen - bitteschön!

Rotraud A. Perner setzt sich auf 188 Seiten mit der Entwicklung unserer industrialisierten Gesellschaft auseinander, wissenschaftlich fundiert, unterspickt mit Zitaten von Philosophen aller Generationen, sie analysiert leicht lesbar die Auswirkungen unserer Gesellschaft auf die einzelne Person und bietet in Beispielen Orientierung an.

Sie geißelt Pseudo-Helfer, -Heiler und Heilsbringer als weitere Methodiken die Menschen in ihrer Not noch mehr allein zu lassen, da sie keine nachhaltige Auseindandeersetzung mit der Aufgabe des Lebens leisten. Sondern vielmehr in einer Konsumgesellschaft dem Konsumenten niemals die Wahrheit (falls sich diese Personen mit ihren trivialen Modellen dieser überhaupt annähern können) offenbaren werden, da der Konsument ja dann vielleicht nicht mehr kauft.

Sie plädiert für eine erwachsene Auseinandersetzung mit den Polaritäten, den Lebenstempi, …

Kassiopeia

Also. Kassiopeia "Dafür habe ich jetzt wirklich keine Zeit". Für diesen Roman. Die Beschreibung auf der Rückseite beginnt mit: "Judit Kalman ist ein Glückskind..."
Aber was soll ich tun, es verfolgt mich, landet plötzlich unerwartet in meiner Tasche, acanciert zum "meistherumgetragenenbuchallerzeiten". Man sieht dem Umschlag seine Benutzung an, bevor eine Zeile gelesen wurde.
Ein quasi-Zwang anzufangen, überfällt mich. Und dann fange ich eben an, was solls, alle anderen Stapel von Büchern, die auf meinen Schränken, Nachtkasteln, hineingeschoben in Bücherregal-Löcher herumliegen verblassen, wandern in die zweite Reihe, werden fade, schal, uninteressant.
So ist es dann auch. Kassiopeia hat keine dramaturgische Handlung. Jedenfalls sehr lange nicht. Aber Sprachwitz (selten so gelacht, manche Stellen werden in zwangsbeglückender Handlung Freunden spontan vorgelesen.) Judit Kalman durch ihre Zeit in Venedig zu begleiten und durch all ihre Erinnerungen, Gedanke…