Samstag, 14. Januar 2012

die Finanzkrise - umbenannt in Schuldenkrise

Wie doch eine Wortwahl die Blickwinkel verändert. Wie leicht doch das Volk und die Presse verführbar sind.

Zu beobachten an der Umbenennung der Finanz-, in Bankenkrise und heute heißt das alles Schuldenkrise der Staaten. Vergessen die Auffang- und Rettungssalti die die Staaten geschlagen haben, um die Banken zu retten. Vergessen, dass wir nicht nach der Lehre der Liberalen die Großen in Konkurs gehen ließen. Vergessen, wie heulende, jammernde, lächerliche Herren im Nadelstreif zu Bittstellern der Politik wurden, damit ihr Hemd gerettet wird.

Heute sind Hemd und Rock in Sicherheit. Heute diskutieren wir über die Sparquoten der Staaten. Und alle machen mit.

Warum merkt keiner, dass durch die geänderte Benennung die Verantwortlichen aus der Schuld gezogen werden? Warum machen ALLE Medien mit? Da ich nicht an Verschwörungstheorien (die Inhaber der Medien hätten ja eine Anweisung rausgeben können) glaube - bin ich nun doch überzeugt, dass die Lemminge in eine Richtung ziehen. Immer.

Wie freut sich die nach wie vor ungeregelte Finanzwelt!

Wie schön, dass alles so weitergehen kann wie davor! Junge Burschen spielen an Computern und berechnen dabei, ob wir gut aufgestellt sind oder nicht. Always playing games. Warum sollten die Computerspieler Unterschiede bemerken? Schaut doch die Phantasiewelt am Bildschirm genau so aus, wie die reale Welt am Bildschirm.

Und die intellektuelle Schichte diskutiert die Schuldenquote. Ein Jammertal.

Aber vielleicht verstehen ja die Einfachen Leute, worum es geht. Vielleicht sollten wir auf die hoffen, die sich dem Mainstream-Diskurs entziehen. Hoffentlich erleuchten die Lichter der Revolutionen auch bald Europa. Auf dass sich nicht alle von den Verdunklern an den Schalthebeln der Finanzen einlullen lassen.

1 Kommentar:

Stefan Wehmeier hat gesagt…

2012

Alles gesparte Geld muss über Kredite zurück in den Geldkreislauf gelangen, anderenfalls bricht die Volkswirtschaft zusammen. Wenn aber die Geldvermögen, die sich bei nur wenigen Prozent der Bevölkerung konzentrieren, durch Zins und Zinseszins anwachsen, muss auch die Gesamtverschuldung exponentiell wachsen. Und wenn der mittelständischen Privatwirtschaft die Schulden bereits „Oberkante Unterlippe“ stehen, muss sich der Staat weiter verschulden, um den Geldkreislauf aufrechtzuerhalten. Wer ernsthaft an eine staatliche „Schuldenbremse“ glaubt, leidet an Realitätsverlust. Eine Reduzierung der Verschuldung bedingt eine spiegelbildliche Reduzierung der Geldvermögen! Sozialistische Bestrebungen, dies durch eine so genannte „Vermögensteuer“ oder gar Zwangsenteignung zu erreichen, sind im 21. Jahrhundert nicht mehr als zivilisiert zu betrachten, abgesehen davon, dass sie nur eine drastische Symptombekämpfung darstellen und das Problem nicht beseitigen, schon gar nicht dauerhaft beseitigen. Und welcher leistungsbereite Mensch will in einem Staat leben, in dem das, was man sich über Jahrzehnte aufgebaut hat, immer wieder enteignet wird, sobald es „Big Brother Staat“ nicht mehr in den Kram passt? Die freiheitliche Antwort auf das Problem der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz (Kapitalismus) formulierte der bedeutendste Ökonom der Neuzeit, Silvio Gesell, mit den folgenden Worten:

„Das Geld schafft das Proletariat, nicht weil die Zinslasten das Volk um Hab und Gut bringen, sondern weil es das Volk gewaltsam daran hindert, sich Hab und Gut zu schaffen.“

Bevor wir verstehen können, was damit gemeint ist, machen wir uns erst einmal bewusst, was aller Wahrscheinlichkeit nach noch in diesem Jahr passieren wird, wenn es nicht gelingt, den exponentiellen Anstieg der Geldvermögen und damit auch der Verschuldung auf friedlichem Wege zu reduzieren:

http://opium-des-volkes.blogspot.com/2012/01/2012.html