Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom Oktober, 2011 angezeigt.

Paganinis Fluch

Lars Kepler legt hier einen Politthriller der Sonderklasse vor. Nicht umsonst wurde dieser Kriminalroman zum besten schwedischen Krimi 2010 gekürt.

Grandios!

Ein Feuerwerk, temporeich, böses Verstrickungen - und ganz zum Ende erst, klärt sich auf, was Paganini damit zu tun hat. Ein Blick in die Abgründe der Verstrickungen von Waffenhandel und Politik. Und ein Blick auf präzise arbeitende Polizisten. Und ein Einblick in Motivation und Arbeit von Friedensaktivisten.

Aber ganz wichtig. Ein spannender, reinziehender Roman, der einen nicht mehr loslässt, einsaugt. Ein - schauriges, erschütterndes - Lesevergnügen!


www.buchwelten.at

Die Augenblicke des Herrn Faustini

Es kommt ganz still daher, dieses Buch. Herr Faustini ist auf der Suche nach dem vollkommenen Augenblick und trifft auf seiner Suche schrullige Personen, einsame Gegenden - ob er den perfekten Augenblick findet...

Wolfgang Hermann erzählt so unspektakulär, bescheiden und einfach das Leben dieses Mannes aus dem Bregenzerwald, der auf die Reise geht, den perfekten Augenblick zu finden. Ein feiner, tiefsinniger, oft heiterer Roman für stille Stunden. Einfach hinlegen und genießen.


www.buchwelten.at

Susan Sontag, Zur gleichen Zeit

Jeder Aufsatz in diesem Taschenbuch ist es wert, für sich, bedächtnig, nachdenkend, gelesen zu werden. Jeder Text erzeugt einen Wiederhall, eine Resonanz, die nicht gleich zu vertreiben durch neue Eindrücke, mehr Lärm, wertvoll für die Menschenbildung ist.

Susan Sontag hält sich in ihren Inhalten nicht mit den Niederungen des Alltags auf. Sie beschäftigt sich mit den grundsätzlichen Fragen von Gerechtigkeit, Mut, Ethik; und kommt hier gleich wieder in den konkreten täglichen Ablauf, in die Gegenwart zurück, bleibt geerdet, da jeder Grundsatz eine Umsetzung im Hier und Jetzt fordert.

Wenn Sie schon nicht alle Aufsätze lesen, dann empfehle ich, zumindest ihre Ansprache zur Verleihung des Oscar-Romero-Preises an Ishai Menuchin zu verinnerlichen.

Ein großer Text. So wie jetzt gerade einzelne Reden (siehe Stephane Hessel) als kleine Handbücher veröffentlicht werden, wäre auch diese Ansprache wert, separat durch eine eigene Veröffentlichung gewürdigt zu werden.

Auch hier: Als Bildungstext für …

Ende des Gehorsams

Sehr geehrte Frau Rohrer
Eine Analyse der österreichischen Befindlichkeit, in Klarheit, Härte und ungewohnter Deutlichkeit - dafür sei ihnen gedankt.

Sie sind dafür bekannt, ohne das ständige Bemühen, umschmeichelt zu werden, ohne das ständige Bemühen, gemocht zu werden, daher frei von der Leber weg ihre Statements zu formulieren. Stets begründet, stets durchdacht, stets zur Diskussion bereit.

Offenbar fühlen sie sich nun persönlich gezwungen, ihrer Verzweiflung ob der Starre, Gleichgültigkeit und Abgeschliffenheit der handelnden gesellschaftlichen Teile (Politik, Medien, "Volk?") einen Aufruf zu starten. UND ES IST WICHTIG!

In ihrem Text erwähnen Sie auch, dass Menschen, die sich mutig und engagiert zu Wort melden, gefragt werden, warum sie sich das antäten. Man werde doch angreifbar, der Undefinierte niemals. Wurden Sie das auch zuletzt gefragt?

DANKE, dass sie diese Bequemlichkeit, ich sehe es eher als grassierende Überängstlichkeit, anprangern, da in Österreich nichts schl…

der Umgangston - Marlene Streeruwitz

Ich frage mich - liegt es am Umgangston? Heute möchte ich Marlene Streeruwitz danken. Aus tiefstem Herzen danken. Für den heutigen Artikel im Standard.

Vielen Dank, Marlene Streeruwitz!

Abgesehen davon, dass ihre Sprache - wie ein Licht - diese Zumutung des Niveaus - wie ein Geschenk! - beim Morgencafe wieder Hoffnung gibt, auf dieses Land, Hoffnung gibt, dass es noch immer Menschen gibt, die diese Billigkeit in der Politik anprangern. In einer teuren Sprache.

Ja, das Niveau sinkt - und immer tiefer.

Hier ein ausdrückliches Lob an Gabriela Moser, die sich niemals von Modeerscheinungen - der wordings, der lieblichkeit, der beliebigkeit - irritieren ließ. Ein Unmodische, die jetzt eine reinigende Rolle hat. Ich halte dir die Daumen, liebe Gabriela!


weiter zu Marlene Streeruwitz und ihrem Artikel im Standard, den ich in der Textzeile verlinkt habe und nachfolgend einkopieren werde. Weil ihre Analyse des Kinderzimmers österreichischer Parlamentssaal zutreffend und erschütternd ist. Und weil …