Montag, 17. April 2017

Das merkwürdige Verhalten von Schipansen in Kinderkleidung. Felicitas Auersperg

Das merkwürdige Verhalten von Schimpansen in Kinderkleidung
und andere sozialpsychologische Experimente.

Felicitas Auersperg
Orac 2017,Verlag Kremayr & Scheriau

Ein gewisses Faible für (sozial-)psychologie kann ich ja nicht abstreiten. So ist mir dieses Buch natürlich gleich aufgefallen, als es im Neuerscheinungskatalog des Verlages aufgeschienen ist. Und: die Autorin möchte auch gerne das Buch persönlich vorstellen. Neugier geweckt, Buch bestellt, Nachkastl (der übliche Weg), in Ruhe im Bett, Lampe, Ruhe, geöffnet.

Das ist immer so ein schöner Augenblick, wenn man ein Buch zum ersten Mal öffnet. Eine gewisse Anspannung kann ich nicht leugnen, eine Vorfreude auf "was da kommt".

Witzig!
Kurzweilig!
Interessant!

Felicitas Auersperg präsentiert die berühmtesten Experimente der letzten 50 Jahre mit all ihren Ergebnissen, Erkenntnissen, und dann wird die Frage beantwortet: Was ist der Sinn des Experiments. Was haben wir daraus gelernt.

Wirklich erkenntnisreich, auch für Leute, die das Sachgebiet schon gelernt haben. Ein neuer Blickwinkel, eine lesbare Sprache, kein Lehrbuch.
Und für alle diejenigen, die diese Erkenntnisse vom Hörensagen kennen, vieles ist ja in unseren Alltag eingeflossen, einmal zu erfahren, wie es wirklich war.

Ich liebe es. Ich lese es, kapitelweise, zwischendurch, durcheinander, immer wieder.
Auch der Zufall der Auswahl ergibt ein Schmunzeln. Warum heute gerade dieses Experiment erwischt wurde? ....

Ja, ein Buch für alle, die manches gerne genauer wissen wollen.

(und sich dabei nicht tödlich langweilen...)


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Greif nach den Sternen, Schwester! von Latifa Nabizada

"Greif nach den Sternen, Schwester!"
Mein Kampf gegen die Taliban.

von Latifa Nabizada
und Andrea Claudia Hoffmann.

Verlag Knaur.

Das Buch kannte ich schon. Voriges Jahr ist es in meiner Buchhandlung gelegen. Eine der vielen Neuerscheinungen anläßlich der Flüchtlingsbewegungen. Ein großer Teil der Sachbuchabteilung galt diesem Thema. So erging es diesem Buch wie vielen anderen auch. Im Überfluss übersehen.

Dann - vorige Woche - sah ich einen Beitrag im ORF. Latifa Nabizada, die erste Pílotin Afghanistans. Sie saß dort, im Literaturhaus Wien, und sprach über sich. Mir fiel sofort das Buch ein, die ist in Wien?!?!?!

Die Frau hat eine sehr starke Ausstrahlung. Jetzt musste sie also doch weg. Sie hat in Wien Asyl. Sie tritt öffentlich auf. Ich muss sie kennenlernen!

Zuerst aber das Buch. Gleich am Montag besorgte ich es mir - sitze ich doch an der Quelle - das geht in einem Tag. Dazwischen die Karwoche. Viele Vorbereitungen, Aktionen, Osterbasteln, handlettering, Wochenabschluss. Aber dann. Karsamstag. Buch öffnen.

Um den Schluss gleich vorwegzunehmen. Ich habe es noch in der Samstagnacht fertig gelesen. Am Nachmittag nur kurz begonnen, sofort erkannt, das zieht, das ist urspannend. Dann Verpflichtungen. Aber schon früh ins Bett, Buch aufgeschlagen - und nicht mehr aufgehört. Wachest gelesen. Aufgesaugt, erschüttert, die Namen der Städte merkend.

Besonders interessant ist es, weil jetzt gerade eine große Bombe von den Amis an einem Ort niedergegangen ist, von dem sie schon in ihrem Buch erzählt. Sie war Kampffliegerin. Auch spricht sie von Städten, von denen mir schon meine afghanische Flüchtlingsfamilie erzählt hat, von der Brutalität der Taliband. Was Kinder sehen müssen.

Latifa Nabizada ist 1971 in Afghanistan geboren. Sie kennt das Land nur unter Besatzung, nur kriegerisch. ein Satz:"Frieden gibt es für uns immer nur ganz kurz."

An ihrer persönlichen Geschichte bilden sich die letzten 40 Jahre in Afghanistan ab. Zuerst russische Besatzung - was ihr doch den Besuch der Pilotenschule ermöglicht. Zwar sehr schwer und mit schier unüberwindlichen Hindernissen gespickt, aber doch.

Leistung, Leistung, Leistung. Sich beweisen, niemanden enttäuschen. Und das Glück zu fliegeln. So früh schon zu wissen, was man will. Und es schaffen. Diese Frau hat einen sehr starken Willen. Ein Leben voller Schwierigkeiten, Krieg, die wahnsinnigen Taliban-Kämpfer. Die innige Beziehung zur Schwester. Es war ja zwei Pilotinnen. Latifa und Lailuma.

Das Buch ein einziger Schrei nach Freiheit. Nach Selbstbestimmung.

Latifa Nabizada. Ich will sie persönlich kennenlernen, ich will sie hören, möchte ihre Ausstrahlung wahrnehmen.

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