Donnerstag, 16. Februar 2017

Penguin Bloom

Penguin Bloom.
Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete.


Penguin Bloom ist eine Elster, die aus dem Nest fällt und von der Familie gerettet und aufgezogen wird. Das ist die eine Seite.
Die andere Seite. Die Frau der Familie, die Mutter, erleidet bei einem Urlaub einen so schweren Unfall, dass sie gelähmt bleibt und von höllischen Schmerzen geplagt wird.

Wovon Penguin Bloom lebt: Die Fotografien. Kunstwerke. Sensibel. Dieser zutrauliche Vogel, man kann sich der Faszination nicht entziehen.

Ein Buch zum Freude schenken, zum Trost finden, zum Sich-an-der-Kunst-erfreuen, zum Kraft schöpfen. Ein weises Buch. Eine schreckliche Geschichte. Eine tröstliche Geschichte. Ein Familie, die durch etwas plötzliches, Unvorhersehbares völlig aus ihrem Leben gerissen wird. Die durch etwas anderes Unvorhersehbares wieder zu Kräften kommt.

Die Texte sind einfach. Untertitel zu den Bildern. Ein Bildband.
Ein ideales Geschenk.


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Unterleuten. Von Juli Zeh.

Unterleuten. Von Juli Zeh.

Noch so ein Buch, wo ich die Autorin live in Leipzig gesehen habe. (Bin ich jetzt eine Spätzünderin. Offenbar. hm. Lebe trotzdem noch immer.)

Nun für alle Spätzünder, Zweit- und Drittverwerter. Das Buch kommt jetzt im Taschenbuch raus. Sie können es somit als "echtes" Buch. Sprich: Hardcover gebunden, als Taschenbuch oder auch elektronisch lesen. Sie können es auch hören, oder mixen Sie frei nach Lust und Laune. Das geht ganz wunderbar.

Denn "Unterleuten" ist es wert von Anfang bis Ende durchgelesen zu werden. Es ist die Geschichte des Dorfes Unterleuten, irgendwo im Speckgürtel von Berlin. Vielleicht etwas über den Speckgürtel drüber. Dort, wo man sich als Städter gerne sein romantisches Landhausleben hinwünscht. Unberührte Natur. entzückende, freundliche Eingeborene, ansonsten: nichts.

So auch in Unterleuten. Bis man dort das Projekt Windräder vorstellt. Und die schützenswerte Vogelwelt!

Nun, so wie sich der kleine Stadtmaxi das Dorfleben vorstellt, so ist es nicht. Hier leben Menschen "mit Geschichte" (so wie wir im Umkehrschluss feststellen können, wenn Kron, einer der Helden, die Zugezogenen als Menschen ohne Geschichte beschreibt.)

Was Juli Zeh gelingt, ist ein Gesellschaftsroman, aktuell und gleichzeitig immerwährend. Denn die Konflikte, Generationen von alten Geschichten, die bilden das Dorf an sich. Eine Dorfgemeinschaft, lieben, hassen, verschworen und doch ohne einander in ein Nichts fallend. Und nun die neu dazukommende Situation der fremden Zuwanderer. Städter, die ein romantisches Leben in freier Natur suchen, sich vorstellend Bioessen, reine Luft atmen, Frieden.

Dann knackst es auf. Am Problem der Veränderung, der groben Veränderung durch den Windpark, brechen alte Geschichten auf. die Dorfbewohner daran gewöhnt, die Neuen, Fettnäpfchenspringend.

Das alles erzählt Juli Zeh - und das macht diesen Roman nochmals zu etwas ganz besonderem - Juli Zeh erzählt die Situation Kapitel für Kapitel aus der Sicht von einzelnen Personen. Jede handelt für sich logisch und konkludent. Jede für sich richtig. Keine Schuldeinbekenntnisse für sich. Da doch alles im Kleinuniversum jeder Person richtig ist. DAS ist das Salz in der Geschichte. DIESE Typen, die in Unterleuten aufeinanderkrachen, ineinander verwoben sind ohne einander sein wollen und dann aber die Trennungen nicht die ersehnte Glückseligkeit bringen.

Aber lesen sie selbst - und dann finden wir uns ein und sprechen darüber. Dafür eignet sich der #Literaturkreis. Jeder dritte Mittwoch im Montag. In Oberpullendorf.

Das Buch kann bei mir gekauft werden. www.buchwelten.at
im online-shop und auch persönlich.
In jeder beliebigen Variante.

Bis bald
Herta Emmer



Ohrfeige. Von Abbas Khider

Abbas Khider, Ohrfeige.
Verlag Hanser. Roman München 2016

Abbas Khider habe ich in Leipzig, auf der Leipziger Messe März 2016 live erlebt und war von seinem Humor und Witz schwer beeindruckt. Vor allem die Divergenz zwischen dem seriös-deutschen Moderator und dem witzigen Autor hat ihres dazu beigetragen.

Nun, ich lese von meinem Lesestapel runter. Und möchte nur anmerken, dass er auch manchmal doch monströse Ausmaße annimmt. Aber: aufgehoben ist nicht aufgeschoben. (oder wie das auch immer ganz exakt heißen mag)

Fakt ist, diesen Herbst habe ich mich hineingelassen. In die Geschichte des abgewiesenen Flüchtlings, der als letzten Akt vor seiner Abschiebung zu seiner Betreuerin bei der Fermdenpolizei geht, sie fesselt und knebelt und ihr dann, erstmals, seine Geschichte erzählt. Die für ihn einzige Möglichkeit, ihr ein Mal seine Geschichte erzählen zu können, denn nun ist sie gezwungen, ihm zuzuhören.

Und was er da erzählt! Und vor allem wie! All die ups and downs, die Kulturvorurteile, die Missverständnisse, auch die misslichen, unglücklichen Lagen, das verschoben werden von A nach B, der Clash of Cultures unter den Flüchtlingen. Aber vor allem: wie er uns, hier: die Deutschen darstellt. Wie er mit wenig Worten ganze Typen zeichnet, die wir uns bildlich vorstellen können. Nichts erfunden. Nur gut erzählt.

Ein Buch voller Humor, zum Auflachen und Schmunzeln, aber natürlich auch zum Nachdenken. Immerhin wird hier in ganz leichter Form, sehr unterhaltsam eine Realität gezeichnet, die als Wirklichkeit nicht so fein ist.

However. Abbas Khider ist mit diesem Buch ein meisterliches Werk gelungen. Raus aus der tranigen Depression, rein in eine Erzählform - die ich an den osteuropäischen Autoren so schätze - in der ich harte Realität lesbar und unterhaltsam abbilde.

Hingehen. Buch kaufen. Lesen.
So einfach.


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