Montag, 11. September 2017

Chikago. Von Theodora Bauer

Chikago
Chikago.
Von Theodora Bauer
Roman. Verlag Picus

Nun. Ja! Ich habe schon öfter Theodora Bauer zugehört, wie sie aus ihrem Buch "Chikago" vorgelesen hat. Ja! Ich habe auch schon kurz reingelesen gehabt. Beim Büchertisch.
Ja! Ich gestehe. Nicht mehr.

Bis jetzt.

Am Wochenende. Auch eine Buchhändlerin im Schulbuchbeginnstresswahnsinn braucht Phasen der Kontemplation. Man zwingt sich zum Nichtstun. Weil. eh schon wissen. Man muss auch einmal ein bißchen eine Ruhe geben. Also was tun. Rauf auf die Couch, rein in die Decken und Pölster. Sehnsüchtig, lüstern schauen auf den Tisch. Dort der Stapel der "Die will ich noch lesen" - Bücher.

Ein Griff. Es ist Chikago. Buch aufgeschlagen.

Ja! Und dann war es um mich geschehen.
Dieser inständige Ton des Perfekt (Vergangenheitsform), diese undurchdringliche Einfachheit, ja Banalität des Landlebens, unterspickt mit einer Tiefgründigkeit, mit  eine Feinsinnigkeit und einem Einfühlungsvermögen, dass ich mich wundere, wie so ein junges Mädchen schon (Theodora) in diesem Alter sich so hineinversetzen kann. In diese Menschen, die vor langer Zeit.

Es hat mich gepackt und nicht mehr losgelassen. Leider hat man auch noch ein Umfeld. Man muss auch einmal mit Familie reden, mit Hunden spazieren gehen, sich sozial verhalten. Danach wieder in die Geschichte hinein - und sonntags - endlich wieder: Couch, Decke, Pölster, Hund in der Kniekehle. Perfekte Lesehaltung.

Absinken, Versinken, Bilder, dann aus.


Also: ich würde es an Ihrer Stelle lesen.


Ihre Herta Emmer

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