Donnerstag, 16. Februar 2017

Ohrfeige. Von Abbas Khider

Abbas Khider, Ohrfeige.
Verlag Hanser. Roman München 2016

Abbas Khider habe ich in Leipzig, auf der Leipziger Messe März 2016 live erlebt und war von seinem Humor und Witz schwer beeindruckt. Vor allem die Divergenz zwischen dem seriös-deutschen Moderator und dem witzigen Autor hat ihres dazu beigetragen.

Nun, ich lese von meinem Lesestapel runter. Und möchte nur anmerken, dass er auch manchmal doch monströse Ausmaße annimmt. Aber: aufgehoben ist nicht aufgeschoben. (oder wie das auch immer ganz exakt heißen mag)

Fakt ist, diesen Herbst habe ich mich hineingelassen. In die Geschichte des abgewiesenen Flüchtlings, der als letzten Akt vor seiner Abschiebung zu seiner Betreuerin bei der Fermdenpolizei geht, sie fesselt und knebelt und ihr dann, erstmals, seine Geschichte erzählt. Die für ihn einzige Möglichkeit, ihr ein Mal seine Geschichte erzählen zu können, denn nun ist sie gezwungen, ihm zuzuhören.

Und was er da erzählt! Und vor allem wie! All die ups and downs, die Kulturvorurteile, die Missverständnisse, auch die misslichen, unglücklichen Lagen, das verschoben werden von A nach B, der Clash of Cultures unter den Flüchtlingen. Aber vor allem: wie er uns, hier: die Deutschen darstellt. Wie er mit wenig Worten ganze Typen zeichnet, die wir uns bildlich vorstellen können. Nichts erfunden. Nur gut erzählt.

Ein Buch voller Humor, zum Auflachen und Schmunzeln, aber natürlich auch zum Nachdenken. Immerhin wird hier in ganz leichter Form, sehr unterhaltsam eine Realität gezeichnet, die als Wirklichkeit nicht so fein ist.

However. Abbas Khider ist mit diesem Buch ein meisterliches Werk gelungen. Raus aus der tranigen Depression, rein in eine Erzählform - die ich an den osteuropäischen Autoren so schätze - in der ich harte Realität lesbar und unterhaltsam abbilde.

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