Mittwoch, 10. Juni 2015

Sarah spinnt Geschichten. Von Renate Welsh. Kinderbuch

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Sarah spinnt Geschichten.

Renate Welsh, die Große, die Grundsätzliche, die mit dem klaren Blick, bringt ein gut leserliches, feines Kinderbuch (für mich ab Lesealter) heraus. Erschienen im Obelisk-Verlag. Gute Illustrationen! von Suse Schweizer.

Die kleine Sarah ist in einer neuen Schule. Offenbar wechselt sie während des Schuljahres. Alle kennen sich in der Schule aus, alles haben Freunde, sie nicht. Sie kann auch die wichtigen Dinge, die Kinder können müssen; mit den Fingern knacken, Ballweitwerfen, pfeifen - nicht. Sie wird ausgelacht.

Am meisten natürlich von dem großen Goliath, der stärkste Bub in der Klasse.

Sie fürchtet sich vor ihm, er ist auch rotzfrech und bedroht sie. Ihr Vater, gerade sind sie hierher übersiedelt hat eine Buchhandlung. Er ist sehr klug und nett. Zuhause ist alles gut.

Jedenfalls freundet sich der Bursch, er heißt übrigens Gustav, Gustl (Un-Gustl) mit Sarah an. gegen ihren Willen. Er fordert Geschichten von ihr. Und Sarah erzählt Geschichten. Schöne, kurze Geschichten, die ein Kind erzählen kann. Fantasievoll, passend auch zu dem Buch über den Urwald, das sie gerade liest.

Und in dem Buch kommen Orte vor. Timbuktu und Personen wie Rotkäppchen und Piraten, Katzenhaie. So viele Worte, Figuren, Orte, die Lesekind vielleicht gar nicht kennt, darüber können wir reden.

Ein außergewöhnlich schönes, gelungenes Buch zu Freundschaft, Problemen zuhause (die hat nämlich Gustl) und Einfinden in eine neue Gemeinschaft. Auch, wenn man nicht auf den Fingern pfeifen kann....


Ab 8 Jahren.
Auch als Klassenlektüre geeignet

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Übrigens. Als junges Mädchen habe ich "Johanna" von Renate Welsh gelesen. Das Buch hat mich bis heute beeindruckt, um nicht zu sagen: geprägt. Ich empfehle es gerne.

Grundsätzliches zum Besprechen von: Kinderbuch.


Ich lese natürlich sehr viele Kinderbücher, wobei nach wie vor meine Lieblingsbücher im Bereich Bilderbuch liegen. Das ist vielleicht der einen oder anderen Person bei meinem Buch-Adventkalender 2014 aufgefallen.

Aber sonst - außer eben der Premiere des Adventkalenders - habe ich Kinderbücher und Bilderbücher nur gelesen, seltenst darüber geschrieben.

Nun kribbelt dieses - nicht davon erzählen - schon länger in mir herum. Wie soll das gehen? Eigenes Format? Immerhin will man ja niemanden langweilen, der nur meine literarischen, belletristischen, sachbücherlichen und sonstigen Buchergüsse liest.

Aber warum verstecken? Warum all die außergewöhnlich guten, entzückenden, wunderbaren Kinderbücher nicht herzeigen?

Und jetzt habe ich die Lösung. Ich schreibe in die Überschrift. Kinderbuch. Dann ist klar, worum es geht. Ich schreibe nicht Kinder- und Jugendbuch, weil ich finde, dass die heutigen Jugendbücher sowieso von jedem Menschen gelesen werden können und gleichzeitig viele Erwachsenenbücher ab 15 (Oberstufe!) gelesen werden (müssen). Warum an diesen alten Reglements festhalten? Sie funktionieren ohnehin nicht mehr. Die neue Generation der "ALL AGE"-Romane hat Einzug gehalten. Und das ist gut so. So groß unterscheiden sich junge Erwachsene nicht voneinander, die Lebenswelten ändern sich doch erst viel später; um nicht zu sagen, vom Alter kann man nicht mehr ausgehen.

Die Lebensumstände verändern viel stärker als das Geburtsdatum.

Ich mache es mir eben leicht. Gestalte meine eigene Norm. Kinderbuch. und. Bücher für Erwachsene. Denn hier ist es ja ohnehin so, dass manches gefällt und anderes nicht, manche Bücher erst für die 2. Lebenshälfte verständlich sind und manche für Einsteiger in den Ernst des Lebens. Manche nie verstanden und andere sofort verstanden werden. Die Interpretationen ändern sich auch mit dem Lebensalter der lesenden Person. Das macht große Geschichten auch so spannend.

so what.

Ich halte mich an Pippi Langstrumpf.

Eure
Herta Emmer