Sonntag, 15. November 2015

Auf der Flucht. Von Karim El-Gawhary und Mathilde Schwabeneder

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Auf der Flucht. Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeeres.
Von Karim El-Gawhary und Mathilde Schwabeneder.
Verlag Kremayr & Scheriau.

Das Buch wurde mir schon im Frühling vorgestellt und ich habe sofort den Verlag kontaktiert. Egal welcher Wochentag, egal welches Datum, wir wollen eine Buchpräsentation hier bei uns in Oberpullendorf. So ein wichtiges Thema! So gut recherchiert, so lebensnah erzählt.

Ja, und es kam zustande. Am 15. September hatten wir Buchpräsentation von Karim El-Gawhary "Auf der Flucht". Im Saal der Stadtbibliothek/Musikschule/Volksschule/NeuenMittelschule. Der Schulcampus-Saal.

Das Kennenlernen des Buches: März 2015. Terminfixierung Juni 2015. Und im Juli ging es los. Mit den großen Flüchtlingswellen. Auf einmal marschieren Tausende Menschen weg aus ihrer Heimat, weg aus Krieg und Terror Richtung Europa. Europa gibt sich überrascht und unvorbereitet. Also unvorbereitet ist Europa tatsächlich. Überrascht? Die Diplomatie sicher nicht.

Wir einfachen Bewohner sind überrumpelt. Zuerst kommen alle über Ungarn. Orban baut einen Zaun, einen echten. (Österreich baut im November einen verkürzten in Spielfeld.) Über die österreichische Zaundiskussion könnte man ein Stück aufführen.

Wie auch immer. Politikversagen auf allen Seiten.
Vorgestern, Freitag der 13. Terrorattentate in Paris. Der Krieg hat seine Klauen ausgestreckt. Das Monster ist in unserer Mitte angekommen. Was sagt Mikl-Leitner zur unserern Flüchtlingen? Die Gefahr ist erhöht. Die Flüchtlinge! Das sind die, die vor den IS-Milizen fliehen. Die IS hat die Terroranschläge in Paris geplant, ausgeführt und steht dazu. Shame on you, Mrs Mikl-Leitner. So eine Verdreherin. Glaubt sie selbst, was sie sagt?

Und in all dieser Unruhe diese Zusammenfassung von Begegnungen in den Krisengebieten. Beide ORF-Journalisten erzählen von ganz konkreten Menschen. Und da wird sichtbar. Die Tausenden und Abertausenden, jeder von ihnen ein Mensch in Not.

Auf die Frage der Überislamisierung, der Angst vor der Überschwemmung mit einem fremden Glauben, auf die Frage hin, ob Orbans Argument nicht doch gerechtfertigt sein könnte, antwortet Karim El-Gawhary: "Wenn Orban so viel Angst vor muslimischen Syrern hat, dann könnte er doch Zehntausende christliche Schwarzafrikaner aufnehmen."

Pause.

Die Verlogenheit aufgedeckt. Mit einem Satz.


Danke Karim El-Gawhary, Danke Mathilde Schwabeneder für diese Interviewsammlung, für diese vielen guten Ansätze im Buch "Auf der Flucht".

Wir brauchen jetz ganz viele Menschen, die aufstehen und Realtität vor Verhetzung, Mut vor Angst stellen.


Ihre
Herta Emmer

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