Freitag, 20. November 2015

Zwei Geisteskrankheiten. Hermann Hesse

Weil dieses Zitat gerade gut passt. Ich habe es in der Aphorismen-Sammlung von Hermann Hesse entdeckt.


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Zwei Geisteskrankheiten sind es nach meiner Meinung, denen wir den heutigen Zustand der Menschheit verdanken: der Größenwahn der Technik und der Größenwahn des Nationalismus. Sie geben der heutigen Welt ihr Gesicht und ihr Selbstbewußtsein, sie haben uns zwei Weltkriege samt ihren Folgen beschert und werden, bis sie sich ausgetobt haben, noch manche ähnliche Folgen zeitigen.
Der Widerstand gegen diese beiden Weltkrankheiten ist heute die wichtigste Aufgabe und Rechtfertigung des Geistes auf Erden. Diesem Widerstand hat auch mein Leben gedient, eine kleine Welle im Strom. (39)
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Hermann Hesse. Lektüre für Minuten. Suhrkamp 1984.

Mehr zu Hermann Hesse in den buchwelten.

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 Hermann Hesse im Suhrkamp-Verlag

Sonntag, 15. November 2015

Auf der Flucht. Von Karim El-Gawhary und Mathilde Schwabeneder

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Auf der Flucht. Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeeres.
Von Karim El-Gawhary und Mathilde Schwabeneder.
Verlag Kremayr & Scheriau.

Das Buch wurde mir schon im Frühling vorgestellt und ich habe sofort den Verlag kontaktiert. Egal welcher Wochentag, egal welches Datum, wir wollen eine Buchpräsentation hier bei uns in Oberpullendorf. So ein wichtiges Thema! So gut recherchiert, so lebensnah erzählt.

Ja, und es kam zustande. Am 15. September hatten wir Buchpräsentation von Karim El-Gawhary "Auf der Flucht". Im Saal der Stadtbibliothek/Musikschule/Volksschule/NeuenMittelschule. Der Schulcampus-Saal.

Das Kennenlernen des Buches: März 2015. Terminfixierung Juni 2015. Und im Juli ging es los. Mit den großen Flüchtlingswellen. Auf einmal marschieren Tausende Menschen weg aus ihrer Heimat, weg aus Krieg und Terror Richtung Europa. Europa gibt sich überrascht und unvorbereitet. Also unvorbereitet ist Europa tatsächlich. Überrascht? Die Diplomatie sicher nicht.

Wir einfachen Bewohner sind überrumpelt. Zuerst kommen alle über Ungarn. Orban baut einen Zaun, einen echten. (Österreich baut im November einen verkürzten in Spielfeld.) Über die österreichische Zaundiskussion könnte man ein Stück aufführen.

Wie auch immer. Politikversagen auf allen Seiten.
Vorgestern, Freitag der 13. Terrorattentate in Paris. Der Krieg hat seine Klauen ausgestreckt. Das Monster ist in unserer Mitte angekommen. Was sagt Mikl-Leitner zur unserern Flüchtlingen? Die Gefahr ist erhöht. Die Flüchtlinge! Das sind die, die vor den IS-Milizen fliehen. Die IS hat die Terroranschläge in Paris geplant, ausgeführt und steht dazu. Shame on you, Mrs Mikl-Leitner. So eine Verdreherin. Glaubt sie selbst, was sie sagt?

Und in all dieser Unruhe diese Zusammenfassung von Begegnungen in den Krisengebieten. Beide ORF-Journalisten erzählen von ganz konkreten Menschen. Und da wird sichtbar. Die Tausenden und Abertausenden, jeder von ihnen ein Mensch in Not.

Auf die Frage der Überislamisierung, der Angst vor der Überschwemmung mit einem fremden Glauben, auf die Frage hin, ob Orbans Argument nicht doch gerechtfertigt sein könnte, antwortet Karim El-Gawhary: "Wenn Orban so viel Angst vor muslimischen Syrern hat, dann könnte er doch Zehntausende christliche Schwarzafrikaner aufnehmen."

Pause.

Die Verlogenheit aufgedeckt. Mit einem Satz.


Danke Karim El-Gawhary, Danke Mathilde Schwabeneder für diese Interviewsammlung, für diese vielen guten Ansätze im Buch "Auf der Flucht".

Wir brauchen jetz ganz viele Menschen, die aufstehen und Realtität vor Verhetzung, Mut vor Angst stellen.


Ihre
Herta Emmer

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Samstag, 14. November 2015

Herta und die Hühner. Eine Geschichte vom Schönen Scheitern. Teil 3


Im Frühling 2015 beschließen wir, neue Hühner zu bekommen. Viktor findet in einer Annonce Zwerghühner. 4 Stück sind es. Wir holen sie gleich. Vier entzückende kleine, schlanke, elegante Zwerghühner kommen zu uns.

Wir nennen sie: Die Daltons.

Nomen es omen!

Diese Zwerghühner entpuppen sich als "flugfreudig". Was das zu bedeuten hat? 

Sie fliegen. Wie Tauben. Wenn wir sie einsperren wollen - was man so mit Hühnern macht. Zum Schutz vor Marder und Fuchs - fliegen sie auf und setzen sich in die Bäume. Bitte selbst anschauen.


Alle vier sind unterschiedlich gefärbt. Ein ganz dunkles Huhn, zwei gestreifte, eines dunkler, eines heller und ein Weißes. Lauter Hennen. Also wertvolles Getier.

Wo sind die Hühner? Ratespiel.







Den haben wir erwischt. Sie fliegen nämlich nicht nur in die Bäume, sie fliegen auch ganz ungeniert über den Zaun, bewegen sich frei in der Landschaft. Doch: Es gibt Amanda. Den kleinen süßen Cockerspaniel, der jede Süße beim Jagen von Kleinfedervieh ablegt und seinen gezüchteten (Cockerspaniel sind für das Aufscheuchen von Federvieh gezüchtet) Jagdinstinkten voller Freude und Leidenschaft nachgibt. Pongo unser Labradormischling unterstützt kräftig.

Hier also, im Käfig ein Dalton, der von den Hunden ruhiggestellt wurde. Sprich: In den Mund genommen. Ich habe den Dalton dann rausgezogen (aus dem Hundemund) und in den Käfig gesperrt. Und hier geschah der entscheidende Fehler der Daltonaufzucht.

Das hätten wir mit allen tun sollen. Sie von den Hunden jagen, in den Käfig einsperren und dann: schnipp schnapp die Federn stutzen. Haben wir nicht. Da wussten wir auch noch nicht, wie hoch sie fliegen können. War uns nicht bewusst. Heute, nach umfangreicher und einschlägiger Lektüre: Das sind deutsche Hühner. Stolz, schlank. Flugbereit.

Tägliches "Wo sind die Hühner"? Tägliches Herumsuchen in unseren Bäumen und Sträuchern, wobei sie da ziemlich treu waren. Außer die Hunde - respektive Amanda - kam in ihre Nähe, da beschlossen sie, hoch aufzufliegen, in die große weite Welt, jedenfalls bis in Nachbars Garten. Nachbar war nicht erfreut.

Wir mit dem Casher in Nachbars Garten und auf geht die Hühnerjagd! Das waren Szenen! Ein gestürzter Ehemann, und verflogene Hühner. Des Nächtens sahen wir sie hoch in den Fichten.

Wir mussten sie abschreiben. Verflogene Hühner.





Oben ist leicht, aber im Bild darunter ...

Doch jetzt gibt es kein Zurück mehr. Das wäre ja noch schöner!
Mehr in Teil 4.

Donnerstag, 12. November 2015

Das hier ist kein Tagebuch. von Erna Sassen

Das hier ist kein Tagebuch. Von Erna Sassen. Verlag freies Geistesleben.


Ich habe einen Schatz gefunden.
muss dringend sofort stabat mater von bertoli hören.

Empfohlen bekommen, zur Hand genommen. Sogwirkung. Im Zug nochmals zur Hand genommen. In einem Zug durchgelesen. Wie wahr!

Geweint und gelacht.

Ein junger Mann wird von seinem Vater gezwungen, jeden Tag eine CD von einem ganzen Stapel, den er ihm hinlegt, zu lesen. Und etwas in ein leeres Buch zu schreiben. Jeden Tag etwas. Irgendetwas.

Unter einem Ultimatum. (Ein Ultimatum, siniert Bou, ist etwas, das man Geiselnehmern stellt. Oder Menschen, die sonst etwas Schlimmes getan haben. Er hat aber gar nichts Schlimmes getan. Vielmehr: er tut gar nichts. Liegt nur herum.)

Das Ultimatum: Wenn Bou nicht die Bedingungen erfüllt, lässt ihn sein Vater in eine psychiatrische Klinik einliefern. Vater meint das ernst.

Wir begleiten Bou durch eine kure Zeit. Manche Tage schreibt Bou nichts, manche Tage doch etwas. Und er hört Musik. Mit innerlichen Kommentaren dazu. Bei manchen Sätzen, die er schreibt, braucht er dann ein Stück öfter als einmal. Das wird alles notiert.

Bou hat vor einigen Jahren seine Mutter durch Selbstmord verloren. In ihm brennt eine tiefe Wut auf sie. Sie hat ihn, seine kleine Schwester, Vater, Tante und Oma einfach im Stich gelassen.

In diesem KeinTagebuch verarbeitet er die letzten Jahre.

GROSSARTIGE LITERATUR!
FÜR ALLE MENSCHEN!

Jetzt muss ich noch die ganze Musik nachhören. Mein Kopf ist voller Gedanken, voller Lust und Antrieb, dieses Buch ganz ganz vielen Menschen in die Hand zu drücken. Ein Gewinn für jedes Leben!



Hier gleich besorgen. www.buchwelten.at und im online-shop von buchwelten.