Mittwoch, 17. Juni 2015

Nur weil ich lache ... sieht keiner meine Tränen


Nur weil ich lache, sieht keiner meine Tränen.
Mein Weg aus der Depression.

Erfahrungsbericht von Petra Reisner und Ingrif Ruf.

Ich habe das Buch im April 2015 in die Hände bekommen. Vielmehr ist es mir vertrauensvoll vom Sohn einer der Autorinnen, den ich gut kenne, mit lieben Grüßen von seiner Mutter, ich solle es lesen und meine Meinung dazu abgeben, überreicht worden.

Nun denn.

Viele Leute, jedenfalls immer wieder Leute, schreiben ihre Lebenserfahrungen auf. Nur weil man etwas erlebt hat, ist das noch lange kein Buch wert. Aber was solls, ich habe versprochen, es zu lesen, meine Meinung dazu zu sagen, und das werde ich auch tun.

Überraschung.

Das hatte ich nicht erwartet. Textliche Feinheit, abwechselnd sprechen I und P. Erzählen von der schlimmen Situation. Von guten Erfahrungen, Erlebnissen in der Jugend, kennenlernen. Erwachsen werden. Und dann. Heulendes Elend im Wochenbett. Heulendes Elend in den ersten Monaten. Ist wohl so.

Man gewöhnt sich, ein bißchen Serotonin hilft. (Unser Glückshormon kann man auch in Tabletten einnehmen). Man übersteht die Tage. Ingrid, die Rollstuhlfahrerin, frisch und fröhlich versteht die Freundin Petra nicht mehr. Zieht sich zurück, ist grantig, schlecht drauf. Nicht mehr die Alte.

Wir lesen ein durchgängig flüsslig geschriebenes Buch zur plötzlich auftretenden Depression bei der fröhlichen und lebenslustigen Petra Reisner. Ihre Freundin Ingrid, zuerst irritiert, greift dann nach dem Erlben einer schlimmen Panikatacke beherzt ein und so beginnt die Suche nach der richtigen Behandlung.

Ein positives, authentisches, berührendes Buch. Ganz nah am Leben geschrieben.

HIer können wir uns etwas mitnehmen. Außerordentlich gut geschrieben, mit einem Anhang von Interviews des betroffenen Umfelds, eines engagiert-frustrierenden Schriftverkehrs mit der Gebietskrankenkasse, und einem kurzen Überblick eines Arztes zur Symptomerklärung.

Das Zentralste an diesem Buch: Depression kann überwunden werden! Freundschaft ist, wenn man dann da ist, wenn man gebraucht wird. Auch wenn es fordert.

Danke an die beiden mutigen Frauen, die einen Krankheitsverlauf von über 5 Jahren kurzweilig und tiefgehend, witzig und betroffen machend, in diesem Buch großartig beschrieben haben. Ein OUTING, das vielen Mensch Beistand sein wird. In welcher Art auch immer wir betroffen sind. Als Erkrankte, als Angehörige, Als Zuseher aus der Ferne, als Freunde.


Die Botschaft: Reden! Hilfe einfordern! Zuhören!

Depression kann geheilt werden. Suizid ist verhinderbar.


Hier gleich besorgen per email an office@buchwelten.at  "Nur weil ich lache, sieht keiner meine Tränen". Das Buch ist im Eigenverlag erschienen und liegt in unserer Buchhandlung auf.


Am 16.6. fand im Haus St. Stephan die Buchpräsentation von "Nur weil ich lache, sieht keiner meine Tränen" statt.

Ein beeindruckender Abend. Mehr als 100 Menschen kamen.

Dank an alle für den bereichernden Abend!
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