Mittwoch, 24. Juni 2015

Der Kater mit den goldenen Pfoten. Käthe Recheis. Kinderbuch.

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Käthe Recheis ist am 29. Mai 2015 im Alter von 87 Jahren verstorben.

Eine große Kinder- und Jugendbuchautorin Österreichs hinterlässt uns aber ihr umfassendes und bereicherndes Werk.Käthe Recheis Buchauswahl. 


Auf ihrer homepage findet man all die Preise, Auszeichnungen, Würdigungen und ihr besonderes Engagement für die indigene Bevölkerung Amerikas. Der gemeinnützige Verein zur Unterstützung von Indianerschulen war ihr ein Anliegen.

Ihre Kinderbücher sind leicht zu lesen, haben einen tieferen Sinn und auch heute noch für die Kinder lesbar!

Der Obelisk-Verlag würdigt sie mit einem Sonderprogramm und einem Plakat. Ich verneige mich vor ihr, indem ich einen eigenen Büchertisch mit ihren Büchern gemacht habe.

Gelesen habe ich nun "Der Kater mit den goldenen Pfoten". Ein einfach zu lesendes Buch, das zeigt,  dass liebevolle Behandlung von Kindern liebevolle Erwachsene herausbringt. Dass die LIebe über die Grenzen der Bequemlichkeit und der Gier hinausgehen. Dass Neid überall vorhanden ist und Menschen (in diesem Fall Katzen) sich oft in ihrer Meinung drehen, wie das berühmte Fähnlein im Wind.

Ein aktuelles Buch!

Käthe Recheis über sich selbst:
"Ich schreibe Kinder- und Jugendbücher, weil ich daran glaube , dass es eine der prägendsten Formen der Literatur ist, und weil sie so vielfältig ist, dass ich, solange ich schreiben kann, nie an eine Grenze stoßen werde. Der Alltag und das Außergewöhnliche, alles hat seinen Platz und ist wichtig, Abenteuer und Spannung, unbeschwertes Lachen und Humor nicht weniger als die Fähigkeit, kreative Phantasie zu entwickeln, und Vorurteile abzubauen gegen Menschen, die anders leben als wir, die eine andere Kultur haben.

Die zweite und für mich ebenso wichtige und persönlich prägende Aufgabe ist der Einsatz für die Indianervölker Nordamerikas, der Wunsch, ihre Geschichte, ihre Kultur und ihre Anliegen den Lesern, seien es nun Kinder oder Erwachsene, nahezubringen." Zitiert von ihrer homepage Käthe Recheis - Lebenslauf am 24.6.15

Dank an Käthe Recheis für ihre Aufrichtigkeit. Wir brauchen Vorbilder mehr denn je.


Hier gibts "Der Kater mit den goldenen Pfoten" zu kaufen. www.buchwelten.at 
 

Samstag, 20. Juni 2015

Lisztfestival Raiding

Heute möchte ich mich bei den Veranstaltern des Lisztfestivals Raiding bedanken.

Würde es dieses Festival in meiner Nähe nicht geben. Wäre dieses Festival nicht ununterbrochen von internationalen Spitzenleuten besetzt. Hätte ich nicht die Chance gehabt, hier Klassik neu kennenzulernen.

Mir wäre in meinem Leben viel und Großes entgangen.

Egal in welches Konzert ich gehe, beglückt verlasse ich den Saal.

Das möchte ich auch allen Menschen, die dies lesen, weitergeben. Kaufen Sie sich eine Karte! Egal welche. Ziehen Sie, losen Sie aus, jeder Abend ist ein besonderer Abend.

Dass Musik tiefenreinigt, erfreut, beglückt, bereichert, wachsen lässt, das wusste ich schon mein ganzes Leben. Aber die Wucht, Größe, Kunst, die ich hier erleben darf, kannte ich so nicht. Der Klang in diesem Saal lässt ein Entziehen nicht zu. Die besondere Raumakustik muss man einmal erlebt haben. Heute bin ich wieder dort.

Und hoffentlich noch ganz viele Male in meinem Leben.

Danke Eduard und Johannes Kutrowatz für das Programm, das ihr jedes Mal so gut zusammenstellt. Wer weiß, wie oft euch jemand lobt. Das muss auch einmal sein.


Mittwoch, 17. Juni 2015

Nur weil ich lache ... sieht keiner meine Tränen


Nur weil ich lache, sieht keiner meine Tränen.
Mein Weg aus der Depression.

Erfahrungsbericht von Petra Reisner und Ingrif Ruf.

Ich habe das Buch im April 2015 in die Hände bekommen. Vielmehr ist es mir vertrauensvoll vom Sohn einer der Autorinnen, den ich gut kenne, mit lieben Grüßen von seiner Mutter, ich solle es lesen und meine Meinung dazu abgeben, überreicht worden.

Nun denn.

Viele Leute, jedenfalls immer wieder Leute, schreiben ihre Lebenserfahrungen auf. Nur weil man etwas erlebt hat, ist das noch lange kein Buch wert. Aber was solls, ich habe versprochen, es zu lesen, meine Meinung dazu zu sagen, und das werde ich auch tun.

Überraschung.

Das hatte ich nicht erwartet. Textliche Feinheit, abwechselnd sprechen I und P. Erzählen von der schlimmen Situation. Von guten Erfahrungen, Erlebnissen in der Jugend, kennenlernen. Erwachsen werden. Und dann. Heulendes Elend im Wochenbett. Heulendes Elend in den ersten Monaten. Ist wohl so.

Man gewöhnt sich, ein bißchen Serotonin hilft. (Unser Glückshormon kann man auch in Tabletten einnehmen). Man übersteht die Tage. Ingrid, die Rollstuhlfahrerin, frisch und fröhlich versteht die Freundin Petra nicht mehr. Zieht sich zurück, ist grantig, schlecht drauf. Nicht mehr die Alte.

Wir lesen ein durchgängig flüsslig geschriebenes Buch zur plötzlich auftretenden Depression bei der fröhlichen und lebenslustigen Petra Reisner. Ihre Freundin Ingrid, zuerst irritiert, greift dann nach dem Erlben einer schlimmen Panikatacke beherzt ein und so beginnt die Suche nach der richtigen Behandlung.

Ein positives, authentisches, berührendes Buch. Ganz nah am Leben geschrieben.

HIer können wir uns etwas mitnehmen. Außerordentlich gut geschrieben, mit einem Anhang von Interviews des betroffenen Umfelds, eines engagiert-frustrierenden Schriftverkehrs mit der Gebietskrankenkasse, und einem kurzen Überblick eines Arztes zur Symptomerklärung.

Das Zentralste an diesem Buch: Depression kann überwunden werden! Freundschaft ist, wenn man dann da ist, wenn man gebraucht wird. Auch wenn es fordert.

Danke an die beiden mutigen Frauen, die einen Krankheitsverlauf von über 5 Jahren kurzweilig und tiefgehend, witzig und betroffen machend, in diesem Buch großartig beschrieben haben. Ein OUTING, das vielen Mensch Beistand sein wird. In welcher Art auch immer wir betroffen sind. Als Erkrankte, als Angehörige, Als Zuseher aus der Ferne, als Freunde.


Die Botschaft: Reden! Hilfe einfordern! Zuhören!

Depression kann geheilt werden. Suizid ist verhinderbar.


Hier gleich besorgen per email an office@buchwelten.at  "Nur weil ich lache, sieht keiner meine Tränen". Das Buch ist im Eigenverlag erschienen und liegt in unserer Buchhandlung auf.


Am 16.6. fand im Haus St. Stephan die Buchpräsentation von "Nur weil ich lache, sieht keiner meine Tränen" statt.

Ein beeindruckender Abend. Mehr als 100 Menschen kamen.

Dank an alle für den bereichernden Abend!

Mittwoch, 10. Juni 2015

Sarah spinnt Geschichten. Von Renate Welsh. Kinderbuch

http://www.buchwelten.at/list?back=89f8d1eb529dace40ef1655282d3a353&xid=327029
Sarah spinnt Geschichten.

Renate Welsh, die Große, die Grundsätzliche, die mit dem klaren Blick, bringt ein gut leserliches, feines Kinderbuch (für mich ab Lesealter) heraus. Erschienen im Obelisk-Verlag. Gute Illustrationen! von Suse Schweizer.

Die kleine Sarah ist in einer neuen Schule. Offenbar wechselt sie während des Schuljahres. Alle kennen sich in der Schule aus, alles haben Freunde, sie nicht. Sie kann auch die wichtigen Dinge, die Kinder können müssen; mit den Fingern knacken, Ballweitwerfen, pfeifen - nicht. Sie wird ausgelacht.

Am meisten natürlich von dem großen Goliath, der stärkste Bub in der Klasse.

Sie fürchtet sich vor ihm, er ist auch rotzfrech und bedroht sie. Ihr Vater, gerade sind sie hierher übersiedelt hat eine Buchhandlung. Er ist sehr klug und nett. Zuhause ist alles gut.

Jedenfalls freundet sich der Bursch, er heißt übrigens Gustav, Gustl (Un-Gustl) mit Sarah an. gegen ihren Willen. Er fordert Geschichten von ihr. Und Sarah erzählt Geschichten. Schöne, kurze Geschichten, die ein Kind erzählen kann. Fantasievoll, passend auch zu dem Buch über den Urwald, das sie gerade liest.

Und in dem Buch kommen Orte vor. Timbuktu und Personen wie Rotkäppchen und Piraten, Katzenhaie. So viele Worte, Figuren, Orte, die Lesekind vielleicht gar nicht kennt, darüber können wir reden.

Ein außergewöhnlich schönes, gelungenes Buch zu Freundschaft, Problemen zuhause (die hat nämlich Gustl) und Einfinden in eine neue Gemeinschaft. Auch, wenn man nicht auf den Fingern pfeifen kann....


Ab 8 Jahren.
Auch als Klassenlektüre geeignet

hier gleich besorgen: www.buchwelten.at mit online-shop

Übrigens. Als junges Mädchen habe ich "Johanna" von Renate Welsh gelesen. Das Buch hat mich bis heute beeindruckt, um nicht zu sagen: geprägt. Ich empfehle es gerne.

Grundsätzliches zum Besprechen von: Kinderbuch.


Ich lese natürlich sehr viele Kinderbücher, wobei nach wie vor meine Lieblingsbücher im Bereich Bilderbuch liegen. Das ist vielleicht der einen oder anderen Person bei meinem Buch-Adventkalender 2014 aufgefallen.

Aber sonst - außer eben der Premiere des Adventkalenders - habe ich Kinderbücher und Bilderbücher nur gelesen, seltenst darüber geschrieben.

Nun kribbelt dieses - nicht davon erzählen - schon länger in mir herum. Wie soll das gehen? Eigenes Format? Immerhin will man ja niemanden langweilen, der nur meine literarischen, belletristischen, sachbücherlichen und sonstigen Buchergüsse liest.

Aber warum verstecken? Warum all die außergewöhnlich guten, entzückenden, wunderbaren Kinderbücher nicht herzeigen?

Und jetzt habe ich die Lösung. Ich schreibe in die Überschrift. Kinderbuch. Dann ist klar, worum es geht. Ich schreibe nicht Kinder- und Jugendbuch, weil ich finde, dass die heutigen Jugendbücher sowieso von jedem Menschen gelesen werden können und gleichzeitig viele Erwachsenenbücher ab 15 (Oberstufe!) gelesen werden (müssen). Warum an diesen alten Reglements festhalten? Sie funktionieren ohnehin nicht mehr. Die neue Generation der "ALL AGE"-Romane hat Einzug gehalten. Und das ist gut so. So groß unterscheiden sich junge Erwachsene nicht voneinander, die Lebenswelten ändern sich doch erst viel später; um nicht zu sagen, vom Alter kann man nicht mehr ausgehen.

Die Lebensumstände verändern viel stärker als das Geburtsdatum.

Ich mache es mir eben leicht. Gestalte meine eigene Norm. Kinderbuch. und. Bücher für Erwachsene. Denn hier ist es ja ohnehin so, dass manches gefällt und anderes nicht, manche Bücher erst für die 2. Lebenshälfte verständlich sind und manche für Einsteiger in den Ernst des Lebens. Manche nie verstanden und andere sofort verstanden werden. Die Interpretationen ändern sich auch mit dem Lebensalter der lesenden Person. Das macht große Geschichten auch so spannend.

so what.

Ich halte mich an Pippi Langstrumpf.

Eure
Herta Emmer

Samstag, 6. Juni 2015

Die Tränen des Kamels. Für alle Menschen.

http://www.buchwelten.at/list?back=d7e8378aa6bf0606c199eb6da6ecc1c3&xid=240587




Die Tränen des Kamels.

Von Griffin Ondaatje, Zeichnungen von Linda Wolfsgruber.

Die Tränen des Kamels ist eine Geschichte von Empathie und Einfühlungsvermögen.

Linda Wolfsgruber begleitet und erweitert den Text von Griffin Ondaatje mit ihren Bildern auf feine und stimmige Weise.

Die Geschichte erzählt sich wie ein Märchen. Große Erzählkunst aus dem fernen Osten.

Der Geschäftsmann nimmt keinerlei Rücksicht auf seine treues Kamel. Es plagt sich ein Leben lang. Er jedoch zeigt kein Verständnis für Durst, Hunger und Müdigkeit.

Das Kamel erzählt seine Geschichte. Wir sind mit ihm auf dem Weg von einem Markt zum anderen. Durch die Wüste, in der Hitze.

Eines Tages erbarmt sich der Prophet des Kamels, indem er die Trauer des Kamels über einen Traum dem Geschäftsmann fühlen lässt. Dieser hat ein Erweckungserlebnis. Und ab diesem Tag ist er gut zu seinem Kamel.

Das Thema ist Empathie. Mitgefühl mit einem anderen. Und die Fähigkeit, sein Verhalten ändern zu können.

Sehr schön erzählt, stille Geschichte.
Ich würde sie ab 6 Jahren erzählen. Jedenfalls passt es durch die ganze Volksschulzeit.

Das Buch war auch in der Kollektion des Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises 2015. Zu recht.

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Griffin Ondaatje, Linda Wolfsgruber: Die Tränen des Kamels
Aus dem Kanadischen Englisch von Uwe-Michael Gutzschhahn

Cover Die Tränen des Kamels
arsEdition 2014
48 Seiten, € 13,50
ab 5 Jahren
Inspiriert von einer Überlieferung aus der islamischen Glaubenslehre erzählt Griffin Ondaatje in klarer Sprache von einem Kamel, das von seinem hartherzigen Herrn bis zur Erschöpfung vorangetrieben wird. Bis beide auf ihre je eigene Weise vom Propheten berührt werden. Linda Wolfsgruber findet für die universal gültige Geschichte über Mitgefühl leuchtende Bilder: Vor facettenreichen Wüstenlandschaften zeichnen sich Silhouetten ab, raffinierte Details zeigen die Lichter von Medina, die Tränen des Kamels und schließlich das Wirken des Trostes.

Freitag, 5. Juni 2015

Wald. von Doris Knecht

http://www.buchwelten.at/list/9783871347696


Wald. Von Doris Knecht

An diesem Buch passt so viel. Es trifft in einem Ausmaß unseren Puls der Zeit, dass ich mit jeder Seite mehr in dieses Buch verliebt wurde.

Wald. Das ist die Geschichte, der gescheiterten Unternehmerin aus Bobostan. Sie hält die Erniedrigung mit Lohnpfändung, Übersiedlung in eine schlechte Unterkunft, Verlust der Freunde bzw. unerträgliches Mitleid, Verlust von Beziehung, Beziehungen, Selbstwert nicht mehr aus, taucht unter in das alte Haus am Land, in dem die Tante gerade erst gestorben ist.

Das Haus gibt es nur deshalb noch, weil es in Wirklichkeit ihrer Tochter vermacht worden ist. Und die wurde nicht gepfändet.

Eine Welt ist zusammengebrochen, die neue nicht lebenswert. Der echte Überlebenskampf beginnt. Kälte. Hunger. Einsamkeit.

Wir sin in ihren GEdanken, ihren inneren Monologen mit dabei. Durch diese erfahren wir Stück um Stück die Entwicklung. Rückblenden, Sehnsüchte, die neuen Techniken. Fische zerlegen. Umgraben, in den Keller voller Spinnen gehen, da dort die alten Marmeladegläser sind. Eitelkeit, Zickigkeit, das kann sie sich jetzt nicht mehr leisten.

Ihre körperlichen Veränderungen. Keine teuren Cremes, kein Cocktail in der Loosbar. Stattdessen Dankbarkeit für Seife, die ihr Franz, der Jäger, der sie beim Wildern erwischt hat, bringt. Dankbarkeit für Holz, das er liefern lässt - und dafür. Sex.

Ihre Fragen an sich selbst. Was ist sie jetzt? Ist diese Bezahlung eine andere, als die Service die sie als Schneiderin leisten musste? Wie geht sie damit um? Sie kann sich nur Pragmatismus leisten. Leben und Überleben.

Und ihre Entwicklung. Wie sie sich am eigenen Schopf rauszieht. Etwas schafft. Luft bekommt.


Doris Knecht hat hier eine bewunderungswürdige Geschichte von Land und Stadt, Reichtum und Tanzen auf dem Vulkan, Fallen in Abgründe, Aushalten und Weiterentwickeln geschrieben. Toll. Sehr gut zu lesen. Wirkt nach.


hier gleich besorgen. www.buchwelten.at mit online-shop