Mittwoch, 18. März 2015

Arno Geiger. Selbstporträt mit Flusspferd

http://www.buchwelten.at/list?back=88cb2a181464bc88f2ea37dd7ca42631&xid=395240


Arno Geiger.

Da bin ich leider hochsubjektiv. Ich LIEBE Arno Geiger. Die Art und Weise, Weisheiten zu formulieren, in die Belanglosigkeit des Alltags die tiefgreifenden philosophischen Fragen des Lebens einzuweben. So sachte und sanft, dass man immer wieder Gefahr läuft, sie zu überlesen, sodass sie nur in der zweiten Bewusstseinsebene ankommen.

Und dann wieder zurückblättern, sich erinnernd, dass da etwas war.

Nach "Alles über Sally", meinem absoluten Favoritenbuch. "Die Sally" hat den Einzug  in mein Fixprogramm gefunden. Sie ist immer da.
http://www.buchwelten.at/list?back=8c66fbc3ecbe70f9320e4f64dfec9d82&xid=1277054 


Nachdem Arno Geiger eines der besten Bücher über eine verheiratete Frau in Ehekrise (oder Ehegewohnheit) Anfang 50 geschrieben hat - damals war ich der Meinung, Arno Geiger müsse eine Frau sein, so hat er die Sally getroffen - also nach diesem Buch beschäftigt er sich jetzt mit einem 22jährigen jungen Burschen, der die erste langjährige Beziehungstrennung seines Lebens verarbeitet. 

In diesem Sommer passt er auf das Flusspferd seines Professors auf. Und denkt viel nach. Und erlebt eine neue Affäre (zumindest ist es für die Frau eine solche). Durchgeschüttelt von Existenzfragen, Sinnfragen und ... Angst ... vor dem Erwachsenwerden, erleben wir alle Hochs und Tiefs im Abschließen einer nicht mehr haltbaren Beziehung.

Langsam. Alltäglich. Verständnisfindend. 

In meinem Alter! Da kann es durchaus eine Herausforderung sein, sich so tief in einen jungen Adoleszenten mit großem Liebesschmerz, Einsamkeitsgefühlen, Ausgegrenztheitsgefühlen, Überforderung einzuleben. Jedoch.... Die Sätze des Herrn Geiger helfen. 


Schöner Lesegenuss der ruhigen Art.



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