Freitag, 21. März 2014

Der Distelfink von Donna Tartt



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Der Distelfink. Roman von Donna Tartt


Kennen Sie das, wenn Sie einen Roman langsamer lesen, damit er nicht so schnell zu Ende geht?


So ist es mir mit dem Distelfink gegangen. Zuerst der Beginn. Also von Anfang an. So vieles ist mir mit diesem Buch erstmalig oder erstmalig seit Langem wieder passiert.


Der Anfang. Reinfallen und sich selbst beim Lesen zuschauen. So wie ich als Kind einen Roman gelesen habe, wie ich als Kind in eine Figur hineingefallen bin, so ist es mir beim Distelfink ergangen. Dazwischen musste ich lächeln, weil ich dieses Gefühl wieder erkannte.


Unser junger Protagonist, Theo, also lang Theodore Decker. Wir steigen mit ihm ein, als er mit seiner Mutter einen Termin mit dem Schuldirektor hat. Er wurde von der Schule suspendiert und seine Mutter wird nun vorgeladen. Eine dementsprechende Stimmung herrscht zwischen den Beiden. Der Termin ist erst gegen Mittag und seine Mutter beschließt, mit ihm ins Museum zu gehen. Gerade läuft eine Ausstellung Alter Meister und sie als große Kunstkennerin, Kunstliebhaberin will noch unbedingt bestimmte Werke sehen, bevor sie wieder abgehängt werden. Theo behält sich vor, darüber nicht zu motzen. Er sieht sich momentan nicht in der Position, Wünsche der Mutter auszuschlagen. Theo ist 13.


Im Museum findet ein Bombenanschlag statt. Theo wird nach langer Zeit wieder munter, ein sterbender Mann gibt ihm einen besonderen Ring mit der Bitte diesen zu einem bestimmten Menschen zu bringen. Und da ist ein Bild, der Distelfink. Theo nimmt ihn an sich und kriecht über Leichen und Schutt, bis er irgendwo einen Ausgang findet. Die Hilfsmannschaften vor Ort verjagen ihn, er solle die Rettung der Menschen im Museum nicht behindern. Theo geht heim. Es gibt eine Vereinbarung:  wann immer wir uns verlieren, wir treffen uns in der Wohnung. Doch seine Mutter kommt nicht.


Für Theo, der eine sehr innige Beziehung zu seiner Mutter hat, ja sie seine einzige Bezugsperson war, beginnt ein Spießrutenlauf. Wir sind mit Theo dabei.


Kindheit, Jugend, Adoleszenz. Und immer das Bild bei sich. Er kann es stundenlang betrachten. Wie tröstlich es ist, wie tief in dieses Kunstwerk berührt.


Donna Tartt beschreibt einen jungen Menschen, dem nichts anderes übrigbleibt, als zu Leben. Er will  dieses Leben nicht. Er vermisst so vieles. Er ist tief traumatisiert. Das bleibt ihm auch. Er kommt "in schlechte Gesellschaft".  Es passiert so viel, so viel in einem Leben passiert. Die Verstrickungen werden immer dicker und auch aussichtsloser.


Das Buch ist nicht hoffnungslos, nicht depressiv, es ist einfach so fließend, wunderbar erzählt und tief berührend.


Und was mir noch zum ersten Mal passiert ist. Nach der letzten Seite begann ich wieder auf Seite eins.




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