Sonntag, 16. November 2014

Wolfram Pirchner. Nur keine Panik.

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Wolfram Pirchner. Nur keine PANIK. Mein Weg zurück ins Leben.

Nach dem Vortrag, den wir mit Wolfram Pirchner hatten, nun doch: lesen. Die einzige, die kein signiertes Buch hat, bin ich. Darauf vergesse ich fast jedesmal.

Ist das ein Zeichen?

Wir sprechen hier ja nicht mit einem Profi. Sondern mit einem, der das erlitten hat, wo die Umgebung sagt: "Jetzt reiß dich einmal zusammen. Hintern zusammenkneifen. Durchhalten."

Kritisch gehe ich an das Buch heran. Man hat ja schließlich eine Bibliothek an entsprechender Literatur zuhause. Was kann da noch beeindrucken.

Und doch: Die Kombination aus eigener Betroffenheit und klaren Auflistungen des Krankheitsbildes. Die redundante Aufforderung, sich professionell behandeln zu lassen. Das wirkt. Das kommt gut an. Ich bin beeindruckt. Aus seinen Erfahrungen hat er gelernt. Auf sich achtzugeben. Und er hat auch das Fach gelernt. Wolfram Pirchner ist ausgebildeter Lebens- und Sozialberater. Neben seinem Hauptberuf. kurzweiliger Moderator im ORF.


Diese Thematik mit einer Leichtigkeit, Tröstlichkeit, versehen mit Witz und gespickt mit professioneller Ernsthaftigkeit anzugehen, ist sehr gut. Das hilft sicher! Menschen, deren Geist ihnen nicht immer folgt, brauchen auch Leichtigkeit. Somit PRIMAREMPFEHLUNG!!!!

Großartige Leistung, Herr Dr. Pircher!

Geht in meine Klassikliste und werde ich jetzt nämlich auch noch mit Eigenlesenerfahrung weiterempfehlen!

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Jane Goodall. Grund zur Hoffnung

Jane Goodall, Verhaltensforscherin.
"Grund zur Hoffnung". Welch ein Titel! Welch ein Lebensmotto!

Über Jane Goodall  wurde schon viel gesprochen. Sie ist weltberühmt. Mit ihrer Aktion roots&shoots ist sie Vorbild für uns alle. Mitmachen ist angesagt.

Eine bewundernswerte, starke, gebildete, herzensweise Frau steht da mit 80 Jahren auf der Bühne. Am 1.10.14 in Wien. Jane Goodall besucht auf ihrer Vortragsreise auch Österreich. Und ich habe Karten. Vielmehr: wir.
Die ganze Familie ist dabei - was für ein toller Abend!

Natürlich ist keine Zeit, Hochsaison, natürlich ist es umständlich. Regen und Kälte. Natürlich geht es nicht, deshalb nach Wien zu fahren. Doch wir tun es. Der Saal ist ausverkauft. Jane Goodall geht auf die Bühne und spricht. Über eine Stunde steht sie frei, gelassen, unbewegt. Und spricht. Von den Schimpansen, von ihrem Lebensweg, von Mut zu Entscheidungen, von Geduld und Mitgefühl. Von ihrer schweren Trennung von Gombe (Tansania), von ihren geliebten Schimpansen. Weil sie etwas zurückgeben will.

Sie kämpft.


 Die Autobiografie liegt seit über einem Monat am Kopfende des Bettes. Neben so vielen anderen. Das vergriffene Buch habe ich mir vor Ort gekauft. Die noch lieferbaren Bücher von Jane Goodall finden Sie hier .

Es zahlt sich aus. Sich selbst treu zu bleiben.

Ein Leben dem gewidmet, was für einen selbst Sinn ergibt. Und sie musste viel kämpfen. Sie musste hohe Berge erklimmen, sich in der wissenschaftlichen Community belächeln lassen, als Mädchen in der Nachkriegszeit alleine nach Afrika gehen. Ihre Familie ließ sie ziehen. Sie konnte immer mit Unterstützung rechnen. Sie wurde nicht fallen gelassen, auch wenn sie sehr unkonventionelle Wege gegangen ist.


Tief beeindruckt fahren wir von der Veranstaltung heim. Ich bin sehr froh, sie live erlebt zu haben.

Wiedereinmal über das Wesentliche gesprochen. Geerdet. Frisch ausgerichtet.

Jetzt lese ich alles von ihr.

Von dieser Frau kann man lernen. #rolemodel
Lassen Sie sich beeindrucken. Öffnen Sie ihr Herz.




Herta Emmer
Wir haben nur eine Erde.

Pannonische Felder.

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Pannonische Felder. Ein kriminalistischer Heimatroman. Von Beate Wendelin.

Was sagen Sie zuz diesem schönen Cover? Der Vogelflug am Neusiedler See.

Beate Wendelin schreibt einen gemütlichen, netten, naturnahen, witzigen typgerechten, ja typischen Roman über eine Wienerin, die von ihren Freunden zur Erholung einen Urlaub im Burgenland, am Neusiedlersee, geschenkt bekommt.

Voller innerer Monologe, Frauen verstehen das!, Zufälle, einer Leiche. Und ganz viel Lokalkolorit. Liebevoll erzählt, eine Hommage ans schöne Burgenland!

Leichtgängig, gut unterhaltend, witzig. Voller Augenzwinkern ob der Eigenheiten dieses Menschenschlags.

Sie wollen sich nach einem anstrengenden Tag nett entspannen? Aber was Gutes? Nicht zu aufregend aber nicht langweilig? - bittesehr!


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Das Geschenk. Von Maria Elisabeth Straub

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Maria Elisabeth Straub. Das Geschenk.

Ich kannte die Autorin nicht. Ich weiß auch nicht mehr, wie mir dieses Buch in die Hände viel.

Auf einmal war es da, in der Handtasche, abends bei mir am Nachtkastl.

Also ja, so einfach ist es nicht. Vorher lese ich rein. Und die Sprache ist so gut, die Geschichte ab der ersten Sekunde so dicht, dass es mitmusste. Tagsüber kann ich so schwer durchlesen. Aber nachts. Da ist Stille, ich mit mir und einer Geschichte. Mitleben mit ihr.

Vordergründig ist es die Geschichte eines jungen Mädchens in einer Welt, in der Männer und die Kirche das Sagen haben. Das tägliche Leben, die Zukunft, die Entscheidungen sind von diesen Institutionen bestimmt. Unhinterfragbar.

Sie muss sich auch fügen. All ihre Widerstände helfen ihr nicht. Auch ihre Mutter unterstützt sie nicht. Der Wille des Gesetzes, des Vaters, ist zu befolgen.

Zwangsverheiratet mit einem alten Mann, bereits geschwängert, bereits sichtbar geschwängert, begibt sie sich mit ihrem Anvertrauten, der ihr Großvater sein könnte in die andere Stadt. Ihre widerspenstige Freundin ist schon verheiratet und es wird Jahre dauern, bis sie sich wiedersehen.

Das Geschenk. So nennen sie viele Mädchen. Frauen legen nach der Geburt ihr Mädchen vor die Füße des Mannes. Als Geschenk. Es liegt an ihm, es anzunehmen.

In dieser Zeit, vor 2000 Jahren.

Und doch scheint mir die Geschichte so aktuelle. Geht es nicht noch immer vielen Frauen auf dieser Welt so? Ist das feministische Literatur? Wie eine Frau ihr Leben bewältigen kann, mit ihrem Bastard? Der zwangsangeheiratete Mann, der sie nicht verstößt, als er das gelegte Kuckucksei bemerkt. In der Hochzeitsnacht. Es steht Spitz auf Knopf. Er hätte das Recht sie des Hauses zu verweisen. Tut es dann aber nicht. Offenbar waren die Hochzeitsgaben ihres Vaters Überzeugung genug.

Ihr Bastard. Sie nennt ihn Mamser. Ein Mamser darf keine Kinder zeugen. Wie viel Schmerz ihm das bereiten wird.

Sie bekommt dann noch sieben weitere Kinder mit ihrem Mann. Sie leben gemeinsam mit den Schwiegertöchtern im Haus. Sie managt die Großfamilie. Ihre Töchter, bereits verheiratet, hat sie seitdem nicht mehr gesehen.

Maria Elisabeth Straub erzählt einen Tag in Marias Leben (Maria=Das Geschenk). Es ist der Sterbetag ihres Mannes, des Hölzernen, wie sie ihn nennt. Der Zimmermann. An diesem Tag reflektiert sie ihr Leben, erinnert sich. Und bereitet alles vor. So, wie es sich gehört. Wenn ein Mensch im Haus zum Sterben zusammenrichtet.

Ihre unterschiedlichen Kinder. Sie kennt die Charaktere und muss auch sein lassen. Der Mamser wird sie verlassen. Wenn der Hölzerne gestorben ist. Dies wird ihr größter Verlust sein.

Wir lesen die Geschichte von Maria, Mutter Gottes. Der Mamser ist Jesus von Nazareth, der Hölzerne Josef. Ein reelles Leben. Ein menschliches Leben. Ein Buch voll tiefen Zutrauens in Gott.
Sie hat alles gegeben, um ihr Kind in ihrem Leib zu retten. Ihr Leben. Er ist der Grund ihres Einfügens in die väterliche Gewalt. Er soll leben.

Eine kraftvolle Frau wird uns hier vorgestellt. Klug und pragmatisch. Eine Zeit, wo man mit den Menschen zusammenlebt, die in der unmittelbaren Nähe sind. Die wegziehen, sind nicht mehr erreichbar.


Aber was mich wirklich so beeindruckt hat, ist dieser Stil, die Tiefe, die Klarheit und Pragmatik dessen, was Leben ist. Die Endlichkeit. Die Seite der Frau.


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