Mittwoch, 22. Oktober 2014

Wie der König seinen Feind verlor. Für alle Menschen

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Wie der König seinen Feind verlor. Von Jorge Bucay.

Ein Buch, voller Tiefgang, Hass, Liebe, Erkenntnis. Jorge Bucay erzählt diese Parabel in einem wundervollen Band. Die Bilder sind von GUSTI. Fischer KJB h at sich viel Mühe gemacht - und mit Erfolg! - diese besondere Geschichte auch in Grafik und Druck ordentlich zu würdigen.

Es zählt für mich zu den schönsten Büchern der Saison und ist zu meinem Lieblingsweihnachtsbuch gekürt.

Wie der König seinen Feind verlor ist aus dem Spanischen übersetzt von Stephanie Harrach, der auch ein besonders Lob gebührt.

Ein Buch zum Vorlesen für Kinder jeden Alters, für schöne gemeinsame Abende, für Vorträge zur Einleitung. Ein Buch, das den Wandel einer Feindschaft in eine Freundschaft  beschreibt. Ein Buch von Eitelkeit, Machthunger, Klugheit und Weisheit.

Kunstvoll. Klug. Tiefgründig. Ein Schatz.

Jorge Bucay erzählt die Parabel vom machtgierigen König in einer wunderschönen, märchenhaften Sprache. Die besonderen Bilder begleiten.

Gehört in jedes Bücherregal.


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Wer mehr zu Jorge Bucay erfahren möchte, kann hier gleich weiterlesen.

Jorge Bucay, geboren 1949 in Buenos Aires, Argentinien, ist Psycho- und Gestalttherapeut. Als Autor ist er in der spanischsprachigen Welt seit Jahren ein Begriff. Seine Bücher wurden in achtzehn Sprachen übersetzt. 2006 wurde er mit dem hochdotierten Premio Torrevieja ausgezeichnet.

Ein weiteres Buch von Jorge Bucay, das ich auch sehr schätze ist: "Komm, ich erzähl dir eine Geschichte". Dies ist definitiv ein Erwachsenenbuch. Und ein Geschenkbuch (!)

Wie begegnet man den Wirrnissen des Lebens? Mit Geschichten, sagt Jorge Bucay, der die Gabe hat, das Komplizierte einfach werden zu lassen. Und er hilft seinem Zuhörer Demian, seine Ängste und Probleme besser zu verstehen, indem er ihm Märchen aus aller Welt, Sufi-Gleichnisse, Zen-Weisheiten, antike Sagen, selbst Erfundenes erzählt.»Bucays Buch ist voll von zauberhaften Geschichten, die einem helfen, sich selbst zu helfen.« Bücher-Zeitung

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe.

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Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe.

Von A. J. Betts. Übersetzt von Katharina Diestelmeier und Anja Malich.

Unser Protagonist liegt in einem Krankenzimmer. Seine Mutter ist bei ihm. Nebenan zieht ein neuer Patient ein. Er erkennt es an den Schritten, dem Öffnen der Schranktüren. Ein lauter Nachbar. Oder eine sie?

Von der ersten Seite an bin ich bei ihnen. Bei Zac und Mia. Zac, der behütete, wohl umsorgte junge Bursch mit einer Knochenmarktransplantation, Mia, die Wilde mit einer alleinerziehenden Mutter, angespannes Verhältnis. Mia, die schreit und tobt und sich wehrt. Zac, der viel lieber ihren Krebs hätte. Der ist ja zu viel höherem Prozentsatz heilbar als seiner.

Zac und Mia lernen sich klopfend kennen. Klopf Klopf an die Wand. Klopf Klopf zurück. Zac ist in Quarantäne. Mia soll operiert werden.

Als Zacs Quarantäne endet besucht ihn Mia in seinem Bett. Irgendwann in der Nacht. Wer tröstet wen? Es tut gut, nicht allein zu sein, jemanden zu spüren.

Dann hören sie lange nichts mehr voneinander.

Zac, Kind einer Farmersfamilie, sieht eines Tages unter den Streichelzootouristen - Mia. Oder war sie es nicht?

Diese Mia, die sich so wehrt, die mit der schrecklichen Konsequenz ihres Fußtumors nicht umgehen kann, die sich verweigert, wegläuft. Und Zac. Der in seiner hoffnungslosen Situation Stütze ist. Bis - ja bis sich die Rollen tauschen.

Was für ein Roman! Welche Sprache! Welches Wissen!

Die Autorin hat diesen Roman in jahrelanger Arbeit mit krebserkrankten Jugendlichen geschrieben. Die Rollen sind verfälscht. Aber es gibt sie. Die Zacs und Mias und all die anderen.

Herzerwärmend.

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Das Testament des Herrn Napumoceno. Roman.

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Das Testament des Herrn Napumoceno
Roman von Germano Almeida

Aus dem Portugiesischen von Maralde Meyer-Minnemann.

Warum ich dieses Buch unbedingt lesen musst, verstehe ich bis heute nicht. Es ist mir schon seit Längerem aufgefallen, wurde genommen, verworfen, wieder fast genommen, in Gedanken verworfen. Nach vielem und langem Hin und Her dann doch: Es muss etwas haben. Es soll wohl so sein. Es muss gelesen werden.

Auf in die Welt des Herrn Napumoceno, auf der Insel Sao Vicente. (Sao Vicente ist eine kleine Insel in der Inselgruppe der Kapverden. Nachdem ich den Roman gelesen habe. Weil. Man sollte bei der Beschreibung schon wissen, wovon man spricht. ... offenbar reichts beim Lesen, sich einfach in den Text hineinzugraben... Wobei: Direkt Bildungslesen.)

Sidestep. Für alle, die gerne mehr über Orte erfahren an denen sie schon gewesen sind, wo sie gerne hinfahren möchten, oder worüber sie einfach gerne mehr wissen würden - es gibt im Unionsverlag in der Reihe, in der auch "Das Testamen des Herrn Napumoceno" erschienen ist, noch viele Romane über interessante Inseln. Kapverden, Las Palmas, Färöer, Malediven, Orkney-Inseln, Kuba, und eine unbewohnte Insel ohne Namen. Und für alle, die es noch besser wissen: Der Unionsverlag hat überhaupt Erscheinungen zu Gegenden und Orten.

Wir lernen Herrn Napumoceno nach seinem Tod kennen. Alles beginnt mit der Verlesung des überaus umfangreichen Testaments. So umfangreich, dass den Notar nach drei Stunden die Stimme verlässt.
In Rückblenden der Hinterbliebenen erfahren wir den Werdegang eines armen Jungen, der mit Nichts auf der Insel gelandet ist, nicht einmal Schuhe hatte er und der dann zu einem der wohlhabendsten Händler von Sao Vicente wurde.

An und für sich unspektakulär. Die handelnden Personen teilen sich im Großen und Ganzen auf seinen Neffen, den Doch-Nicht-Nachfolger und eine plötzlich im Testament erwähnte Tocher auf. Der Neffe, der den Erblasser für einen schrulligen Alten hält und die Tochter, die von der Existenz ihres Vaters nach seinem Tod erfährt und nun versucht, ihn über ebendieses und den entsprechenden Nachforschungen zu den dort erwähnten Personen kennen zu lernen.

Ein stiller Text, fein, erzählend, schöne Sprache. Nichts reißerisches, aufregendes oder außerordentlich belastendes. Eher so ein Leben mit Aufs und Abs, mit unerfüllter Liebe, ein Charakter mit Schattenseiten, eine kleine Insel gespickt mit Gerüchten und Verrufungen. Fein fein.

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Der Autor. Germano Almeida, geboren 1945 auf Boavista, Kapverden, studierte Rechtswissenschaft in Lissabon. Er arbeitet als Anwalt und führt einen eigenen Verlag auf den Kapverdischen Inseln. Die Verfilmung von Das Testament des Herrn Napumoceno erhielt den ersten Preis auf dem Festival de Gramado.

Das Blubbern von Glück

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Das Blubbern von Glück. Von Barry Jonsberg. Übersetzt von Ursula Höfker.

Das Blubbern von Glück ist im Vorfeld schon mit großem Lob angekündigt worden. Welche nette Geschichte, welch gut durchdachter Text, wer will nicht glücklich sein?

Vordergründig - auch aufgrund des Covers - vermutet man eine leicht dahin "blubbernde" Geschichte. Seichte Kinderunterhalten. Weit gefehlt!

Die Rezensionen auf der Rückseite "lustig" "witzig" finde ich nicht so passend. Obwohl. Meine Mutter hat sich wirklich abgelacht. Viele Szenen entbehren nicht eines gewissen grotesken Humors. Und vor allem - Candice ist ein starker Charakter.

Dieses Buch ist ein vorgelesenes Buch. Und somit wird dieses Buch ein Leben lang für mich ein ganz besonderes Buch sein. Ich habe es vorgelesen. In kleinen Tranchen. Und dafür eignet es sich ganz hervorragend! Nämlich vorne bei A wie Aufsatz beginnen und bei Z wie Zeitenwende enden. Meine Vorlesephase hat fast 2 Monate gedauert. Oft mussten wir auch ein Kapitel splitten. Und sehr interessant. Man verliert Candice und ihre Freunde, z. B. Erdferkel-Fisch nicht aus den Gedanken, weiß sofort worum es geht. Das zeichnet ein Buch schon aus. Nach Wochen oft wieder zur Hand genommen, und sie sind sofort wieder alle da und lebendig, die Freunde und Feinde, Familie und Lehrer unserer lieben Candice, auch Pumpkin genannt ("Warum bezeichnen Erwachsene ihre Kinder gerne mit Gemüsenamen? und meinen es auch noch nett.")

Das Blubbern von Glück beschreibt ein junges Mädchen, Candice. Sie ist etwas übergenau (was sich in hundertausendmaligen Erklärungen, warum sie dies so und nicht anders gesagt hat, was sie hier ganz genau gemeint hat, ausdrückt.), sie ist sozial zumindest etwas - gestört -  sie ist die Außenseiterin in der Klasse. Sie ist leicht intro. Sie kann sich schreibend gut ausdrücken, redend eher nicht so.

Ein Kind, auf sich alleine gestellt, eine Familie, schwer irritiert, um nicht auch zu sagen, ... gestört.

Nach dem Tod der kleinen Schwester fällt ihre Mutter in eine tiefe Depression, dazu gesellt sich eine Krebserkrankung. Der Vater, ein Schweiger, der seinem Bruder nie verziehen hat, reich zu sein. Die Familie selbst lebt in prekären Verhältnissen. Und dazwischen - Candice. Candice Phee. Ein hochbegabtes Kind, aber allein.

Aber das erzählt die Geschichte nicht. Die Geschichte beginnt bei A und endet bei Z. Jedem Buchstaben des Alphabets ist ein Kapitel gewidmet, weil nämlich die beste Lehrerin der Welt - was Candice betrifft - als Hausaufgabe gestellt hat, einen Aufsatz über sich selbst zu schreiben, wobei jeder Absatz mit einem anderen Buchstaben beginnen soll. Bei Candice ist das zu wenig. Ein! Absatz pro Buchstab!e und so wird aus jedem Absatz ein ganzes Kapitel. Und was wir erleben!

Candice ist wirklich schrullig, und ihr bester Freund ebenso. (Den lernst sie später kennen, die beiden Außenseiter der Klasse finden sich.). Sie schafft es, ihr Leben zu meistern. Sie möchte alle in ihrer Umgebung glücklich machen - was sie uns vorenthält sind die Vor-Gedanken und Planungs-Gedanken - und wie sie das macht! Da geht so einiges schief, und doch ... in the end ...

Aber: selber lesen. genießen, überrascht sein, ein vordergründig anstrengendes Kind aushalten, die Umwelt verstehen und auch nicht.

Barry Jonsberg, der Autor, ist australischer Kinder- und Jugendbuchautor und wird "als einer der Renommiertesten" beschrieben.

Dieses Buch ist mit dem Children´s Peace Literature Award ausgezeichnet worden. Das heißt ja schon was.

Nun denn: An die Seiten.
Empfohlen für 10-99 Jahre

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