Dienstag, 2. September 2014

Die juristische Unschärfe einer Ehe. Von Olga Grjasnowa


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Die juristische Unschärfe einer Ehe. Was für ein Cover!

Dieses Cover hat mich gleich beeindruckt. Und das Buch ist umgehend auf meinem Nachtkastl gelandet. Dort hat es ein bißchen gewartet, muss ich zugeben, aufgrund Überfüllung. Doch mit jedem Sortieren ist es nach oben gewandert. Mit jeder Aussortierung (was jetzt schon zuuu lange liegt, könnte ich auch auf ein anderes Kasterl wegparken) ist es geblieben. Ich konnte es nicht weglegen.

Nun denn. Heute Nacht wurde das Werk vollendet. Ich habe nicht lange daran gelesen, vielleicht 3 Tage.

Olga Grjasnova schreibt leicht leserlich, die Geschichte dreht sich um eine junge Russin, gebürtig aus Baku . Baku ist aber in Aserbaidschan. Leyla studiert Ballett. Sie tanzt am berühmten Bolschoi-Theater

Doch das ist nur insofern wichtig, dass das Ballettanzen Leyla unempfindlich gegen Schmerz gemacht hat.

Olga Grjasnova zeigt uns die Entwicklung junger Russen/Sowjetunion-Kinder/russische Förderation, jedenfalls von Menschen, die jetzt zwischen 20 und 30 Jahre alt sind, in ihrer Heimat keine Zukunft sehen. Unser Ehepaar. Sie leben in Berlin. Lernen dort die westliche Freiheit.

Und doch: Leyla bleibt unverbunden. Sie findet ihren Platz nicht.

Ein literarisches, wunderbares Buch über eine Weltecke, die unserem Fokus entglitten ist. Der asiatische Teil Russlands. Welche Landschaft, welcher Blickwinkel. Welch Leben in "demokratischer Diktatur". Und wieder. Der Umgang mit Korruption, Bestechung. Ein Sich-Zurechtfinden in einer verlogenen Welt.

Leyla und Altay.

Sie haben sich gefunden, weil zwei Paradiesvögel besser miteinander als alleine leben.

Wie es mir ergangen ist:
Der Einstieg ist die Mitte. Kapitel 0. Leyla in Polizeigewahrsam. Gefoltert.
Dann der erste Teil. Berlin. Die Kapitel zählen runter. Berlin beginnt mit -29 und geht bis -1. Zweiter Teil. Startet mit 1 und geht bis 29.

Ich mag Olga Grjasnova. Sie hat auch den von mir sehr geschätzten Roman, "Der Russe ist einer, der Birken liebt" geschrieben, den ich in diesem Blog schon besprochen habe. Das war 2012. Nun ist ihr zweiter Roman da.

Es geht um Sex, Liebe, Orientierungssuche, auch homosexuell. Die Gefahr im Westen, Der Schein, die Gefahr im Osten, die Korruption. Wo ist man frei? Leben. Wie geht das.

Wirklich sehr lesenswert. Beeindruckt. Tief. Berührend. Noch einmal lesen?

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Montag, 1. September 2014

rumba congolaise

http://www.buchwelten.at/list?back=af136253da8bfb4181b24e0e9023e3c5&xid=5242659
Rumba congolaise. Von Harald Friesenhahn.

Ein Krimi. Ein Thriller. Ein Provinzkrimi. Und dann auch anders. Die Verknüpfung mit einem anderen Ort, mit einer Problematik, die uns betrifft, das Einbinden einer Verhaltensweise (das Nutzen neuer Technologien) in den Alltag. Wenn plötzlich die große, mafiose, dikatorische, geldgierige Welt in unseren Alltag einbricht. Dass das möglich ist. Und wie.

Und doch: sehr erdig. Erinnert entfernt an den Stil von Viveca Sten. Leicht zu lesen, viele Dialoge, grausliche Machenschaften im Kongo. Und dazwischen Wiesen. Mit den Festivals, Mattersburg, mit dem Kommissar. Alles mögliche, was den Alltag eines Beamten in Österreich trifft. Neid, Eifersucht, Rangordnungsstörungen.

Bleibt manchmal etwas oberflächlich, berührt aber und lässt immer weiterblättern.


Für alle, die gerne gute Krimis lesen. Für alle, die gerne einen sozialkritischen Hintergrund haben. Für alle, die "Provinzkrimis" lesen.

Gut leserliche Lektüre, die Verknüpfung des dunklen afrikanischen Kontinents mit dem hellen europäischen Kontinent wird deutlich. Wir sind miteinander verbunden.

Sehr schön lesbar.  Gut zur Ent- und Anspannung. Ohne Widerspruch.

Eure Herta Emmer

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