Donnerstag, 12. Juni 2014

Die Toten von Sandhamn. Thomas Andreassons dritter Fall.

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Ja, der Suchtfaktor.

Ich kann nicht mehr loslassen von Nora Lind und Inspektor Thomas Andreasson.

Die Kombination von heutigem Privatleben in den Schärengärten - übrigens, mein Verlangen nach einem Urlaub in Schweden steigt... - und gut aufgearbeiteten Mordfällen ist ausgezeichnet und verleitet mich - verleitet mich, verleitet mich - andere Bücher nachrangig zu behandeln.

Ja, eben. Der Suchtfaktor.

In "Die Toten von Sandhamn" geschieht ein grausiger Fund. Noras Sohn findet in einem Waldstück eine abgetrennte Hand. Sehr grauslich. Das Kind verstört, Nora in Sorge. (Über Noras Privatleben möchte ich weniger berichten. Da sich ihre Geschichte mit jedem Teil weiterentwickelt würde ich zu viel vorwegnehmen, falls jemand erst bei früheren Teilen ist.)

Thomas Andreasson (auch in seinem Privatleben entwickeln sich die Dinge. Auch hier gilt: Schweigen.) muss diesen Fund aufklären. Mord, Selbstmord, Mann, Frau, Kind? Und bei uns?

Viveca Sten arbeitet hier mit akribischer Feinarbeit die Idee eines Traumas über Generationen hinweg auf. Ich konnte nicht loslassen. Von einer einfachen, fluffigen Geschichte, wie ich in den ersten beiden Teilen freudvoll geschwärmt habe, ist hier nichts mehr da.

Es geht um einen jungen Mann, der Anfang des vorigen Jahrhunderts einer sadistischen und grausamen Erziehung durch seinen Vater ausgeliefert ist. Detailreich schildert Viveca Sten verfahrene Erziehungsmethoden, durchaus von der Gesellschaft geduldet, wenn vielleicht in dieser Brutalität auch nicht unterstützt. Mich trifft das hart.

Diese menschenunwürdige Behandlung, dieses dem Familienoberhaupt Ausgeliefert-Sein, rechtlich, tatsächlich, undiskutierbar; vertrieben, geflüchtet, unwillkommen. Schrecklich.

Viveca Sten entwickelt hier aus dieser Misshandlung eine Tragödie, einen Schmerz, der eine Generation später ausbricht. Psychologisch meisterhaft, menschlich für mich sehr hart. Aber das gibts. Die ganz grausliche Seite der menschlichen Realität.

Fesselnd bis zur letzten Seite.


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