Freitag, 20. Juni 2014

Die Gottespartitur. Von Edgar Rai

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Die Gottespartitur. Von Edgar Rai.

Von Edgar Rai habe ich schon etwas gelesen, das mich sehr berührt hat: Wenn nicht, dann jetzt. Die Rezension finden Sie weiter unten.

Und jetzt wieder. "Die Gottespartitur". Der Titel hat mich am Anfang nicht so angesprochen, wie "Wenn nicht, dann jetzt".Aber nachdem ich einer lieben Kundin Edgar Rai wirklich ans Herz gelegt hatte und ich selbst es gar noch nicht gelesen hatte, übermannte mich das schlechte Gewissen und ich fing an zu lesen.

Nichts von dem, was ich so geliebt habe bei "Wenn nicht, dann jetzt" findet sich hier. Die feine Sprache, die Stille, alles weg. Stattdessen ein schnoddriger Literaturagent in Zeiten der Frankfurter Buchmesse, eine sehr bemühte "Stütze des Unternehmens". Weltuntergangsstimmung. Häme, Zynismus, "gemachte Typen". Er nach einem Herzinfarkt frustriert, weiß nicht, was er mit sich anfangen soll, hat keinen Halt. Sie, seine Assistentin, besorgt um sein Wohl und Wehe und das der Agentur. Sie haben die besten Autoren unter Vertrag und er scheint alles zu zerstören. Sein eigenes Werk.

Dann fällt ihm wieder derblutleere Typ ein, der ihn an diesem Vormittag, als er wirklich keinen Geist für etwas hatt, besucht hat. Eindringlich. Er solle helfen. Der geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Später liest er - gelangweilt von der Aufregung und dem Treiben der "Wichtigen und Schönen" - in der Lokalzeitung. Der junge Mann wurde tot aufgefunden. Todesursache: unbekannt.

Er versteht sich selbst nicht, er fühlt sich betroffen. Und fährt dort hin.

Ein undurchsichtiges Spiel beginnt. Im Knabeninternat wird er mit seiner Kindheitsgeschichte konfrontiert. Er glaubt keinem. Hier stinkts. Gepackt von einem Willen nach Wahrheit, nach Gerechtigkeit - für den jungen Burschen - beginnt er zu recherchieren.

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Ein unglaublich spannender Krimi entwickelt sich. Eine tiefe Geschichte von Sinn und Wert, falschen Freunden und verlorenen Wünschen. Die Gottespartitur. Gibt es dieses Stück? Spinnt die Welt?!?

Die ersten 50, 60 Seiten musste ich mich über die Sprache quälen. Pflichtbewusstsein ließ mich weiterlesen, aber dann - der Zug. Unaufhaltsam. Bis zum Ende habe ich ihn begleitet, den Literaturagenten, der nicht mehr weiß, wofür er kämpfen soll.


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