Donnerstag, 6. Februar 2014

Die Wahrheit, wie Delly sie sieht

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Delly ist ein unmögliches Mädchen. Sie ist wirklich schlimm. Sie bereitet ihrer Mutter große Sorgen. Sie wird von der Polizistin der Ortes immer wieder aufgelesen und zurück gebracht. Zurück in die Schule, in den Unterricht.

Delly macht Unfug. Delly passt nicht auf. Delly muss bald in die Schule für schlimme Kinder. Delly muss in der Pause in Sibirien hocken. Ganz allein in einem eingeschränkten Feld.

Delly rauft mit den Buben. Delly lässt die Hühner aus dem Stall. Alles, was Delly lustig, richtig und wichtig findet, finden andere schlimm.

Delly hat ihre eigene Sprache entwickelt. Delly muss eine anDelly werden. Sie verstrickt sich in BreDellyes. Sie freut sich über ein tolles Dellyschenk und bekommt sehr oft Dellystrafungen.

Wer sie nicht verlieren will ist ihr kleiner Bruder. Er rät ihr, immer zu zählen, bevor sie dem blöden Buben in der Klasse eine reinschmiert, zu zählen, bevor sie ihrer seckanten großen Schwester die Haare büschelweise ausreißt. Delly zählt. Delly möchte ihrer Mutter nicht noch größerern Kummer bereiten. Delly kann in der Schule gar nicht mehr aufpassen, weil sie schon bei 875 ist und ihr ganzer Kopf voll mit den Zahlen.

So geht es lange Zeit. Alle sind begeistert von der anDelly. Der anderen, verbesserten Delly, die Delly werden muss.

Irgendwann kommt Delly zu spät in die Klasse. Ihr Klassenlehrer (der sie wirklich mag) führt sie ein, stellt ein junges Mädchen vor, die Neue in der Klasse. Delly fährt gleich raus: "Das ist ja ein Junge!" Dafür bekommt Delly nach der Stunde den Kopf gewaschen. Es ist ein Mädchen. Niemand darf sie angreifen. Sie spricht nicht.

Diesen Jungen hat Delly schon einmal gesehen. An dem tollen Tag, an dem Delly ein Überraschenk erwartet hat und es den ganzen Tag nicht gekommen ist.


Delly freundet sich mit dem schweigsamen Mädchen an. Sie bauen ein Baumhaus. Das Mädchen spricht nicht. Nie. Kein Wort. Und doch verstehen sich die Kinder gut. Das Mädchen zeigt merkwürdige Verhaltensweisen, wenn ihr Vater heimkommt. Und irgendwann findet Delly vor ihrer Tür eine Schachel mit einer Katze und wichtigen Utensilien des Mädchens. Es erscheint an diesem Tag nicht in der Schule. Ihr Vater meldet sie als vermisst.

Delly greift ein.


Ein schön, einfach, witzig, traurig, lebensecht erzählter Kinderroman vom Schlimmsein. Vom Nichtdazupassen. Von großer Not. Von Mut. Von Freundschaft. Von Zurückweisungen. Von Angst. Delly kann Hilfe holen, Erwachsene einbeziehen und damit ihre Freundin retten. Delly lernt auch, Erfolg durch Selbstbeherrschung kennen und wir beobachten die Weisheit des kleinen Bruders, der alles unternimmt, um seine geliebte Schwester nicht nach Schlimmkinderhausen zu verlieren.


Ich habe die Geschichte mit großer Vertiefung gelesen. Werde sie gerne an alle Kinder ab 8/9 bis 12 weiterempfehlen und allen Erwachsenen, die gerne vorlesen und die eine gute Geschichte des Erwachsenenverhaltens aus Kindersicht lesen wollen.

... pädagogisch wertvoll ... ist es auch noch!


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