Sonntag, 19. Januar 2014

Leben

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Leben. Von David Wagner.

Wie sieht der Mensch aus, wenn die Haut weg ist? Gruselig. Hier das Bild der inneren Organe und des Blutkreislaufes. Das als Cover. Und das Buch heißt "Leben".

Wir leben mit ihm. Er spuckt Blut. Sehr viel Blut. Er hat eine kaputte Leber. Schon immer. Schon als kleines Kind, hatte er diese Säuferleber. Sehr seltene Erkrankung. Er wird sterben. So sich keine Transplantationsleber findet. Er ist es gewohnt, dass es Probleme mit ihm gibt. Dass er im Krankenhaus liegt, mit Medikamenten eingestellt wird, kennt alle Fachbegriffe, kennt seinen Arzt gut, sehr gut. Seine Leber, das zentrale Organ ist zum Begleiter geworden. Eine bewusste Auseinandersetzung mit etwas in dir, das dein Blut nicht reinigt. Mit einem Organ in dir, das dich schwach macht,

Wir sind mit ihm im Krankenhaus, liegen mit ihm im Bett. Fragen uns mit ihm wozu das alles, da gibt es dann noch ein Kind, das Kind, das nicht ins Krankenhaus gehen mag, keinen kranken Vater haben mag.

Irgendwann der Anruf. Eine Leber ist da. Sofort transplantieren. Wir sind mit ihm, wenn er sich fragt, was denn das für ein Mensch gewesen sei, dessen Leber jetzt in seinem Körper arbeitet. Darf das sein? Wollte denn nicht das Schicksal, dass er jung stirbt?

Wir erleben die Geschichte eines leberkranken Mannes, der auf die Transplantation wartet. Abschnittweise lesen wir die Diagnosen. Dann wieder sein Erleben dieses Zustandes.

David Wagner lässt uns an den inneren Monologen des Mannes teilhaben. Mit einer unglaublichen Dichte stellt er die grundsätzlichen Fragen des Lebens. Ein großes Buch. Ein wertvoller Roman.

"Papa? Kommst du bald nach Hause?"




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