Dienstag, 10. Dezember 2013

Zu viel Glück. Alice Munro

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Zu viel Glück. Von Alice Munro

Zehn Erzählungen. Eine erschaudert mehr als die andere.

Was lernen wir von Alice Munro? Sie stellt das Leben in all seinem So-Sein dar. In wenigen Worten baut sie einen ganzen Roman, in einer unglaublich dichten Sprache, die leicht kommt und Geschichten erzählt, die ganz schwer sind.

Die Romane heißen:

- Dimensionen
- Erzählungen
- Der Grat von Wenlock
- Tieflöcher
- Freie Radikale
- Gesicht
- Manche Frauen
- Kinderspiel
- Holz
- Zu viel Glück

Die alte Frau, die von einem Mörder besucht wird, der nur von ihr ablässt, weil sie ihm ihren eigenen Mord gesteht. Er geht. Sie hat gelogen. So alt und gerettet.

Die Frau, die regelmäßig jemanden besucht, dieser jemand ist ihr geschiedener Mann. Der die gemeinsamen Kinder ermordete, weil sie gegen seinen Willen bei einer Freundin übernachtet hat.

Wenn ich über "Tricks" nachdenke, im Vergleich zur Sammlung "Zu viel Glück". "Tricks" hat die Verwerfungen und Brutalitäten des Alltags dargestellt; "Zu viel Glück" zeigt das blanke Böse. Ein Psycho nach dem anderen, immer auf weniger als hundert Seiten. Mit einer großen Faszination zu lesen. Ein Schaudern hier - und immer die Gewissheit, dieser Alltäglichkeit, dieser Realität in den Geschichten.

Über jede einzelne wäre so viel zu sagen. Und bei manchem bleiben einem die Worte im Hals stecken.

Nun. Das Gewöhnliche im normalen Leben.

Und immer ist da so ein Gefühl, man könne sich etwas mitnehmen, auch als Antibeispiel.

Alice Munro lässt das Ende immer offen, das macht auch etwas bei der Leserin. Es gibt keine vordergründige Lehre zu ziehen, keine Lösunge, keinen moralischen Hinweis. Das alles nicht. Irgendwie neutral, als ob man Gerichtsakten studierte. Und doch. Ganz anders. Immer gleich in der Geschichte, mitlebend mit den Personen, kein Abschweifen der Gedanken. Faszinierend.


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