Donnerstag, 21. November 2013

F von Daniel Kehlmann

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F von Daniel Kehlmann

Nun, es ist Daniel Kehlmann. Ja, doch. Aber: Warum dieses Cover? Warum dieser Titel?

Das hinderte mich sehr lange daran, das Buch zur Hand zu nehmen. Doch ein bißchen die Nase reinhalten sollte nun wirklich sein. Und dann ist es eben so. Kehlmann kann Geschichten erzählen. Und zwar wirklich gut.

Ganze Seiten möchte man rauskopieren (siehe Seite 21!), ganze innere Monologe auswendig lernen, verinnerlichen.

Hat Daniel Kehlmann diesen Roman nur geschrieben, um seine Lebensweisheiten, viel Klugheit und Wahrheit unterzubringen? Der Verdacht liegt nahe.

Oberflächlich, also An-der-Oberfläche erleben wir drei Buben, vorerst, später als Erwachsene. Mit unterschiedlichen Ängsten und Sorgen. Einem egoistischen Vater (oder einem sinnsuchenden Vater). Jedenfalls lässt er die Buben und seine Frauen alleine und widmet sich seiner Leidenschaft. Dem Schreiben. Er wird großer Autor. Seine Zurückgelassenen finden das nicht witzig.

Sie verlaufen sich in die Welt. - dann ein Mittelteil, den ich nicht verstehe - und nachfolgend die Erwachsenenzeit. Jeder für sich erzählt seine Geschichte. Später erkennt man die Parallelen, also: sie begegenen sich, das ist eigentlich nicht wichtig, außer, dass sie sich nicht ganz verloren haben. Das schon.

Wir befinden uns im Jetzt. Hier und Heute. Es gibt Smartphones und die Wirtschaftskrise, Spekulationsblase und Kunstpreise ohne Ende. Der Bravste von Ihnen: Pfarrer ohne Gottglauben. Und jeder gefangen in seiner Lebenslüge.

Und dazwischen. Sätze! Aber solche.


Der Roman lebt von dieser Erzählkunst. Hier und Jetzt, getragen von inneren Monologen. Nichts wird näher erklärt, wir erkennen aufgrund der Geschichte, selbst zusammenreimen ist wohl angesagt (Wenn dann jemand den Teil "Familie" verstanden hat - bitte bei mir melden!) Doch dieser Teil scheint ohnehin nicht wichtig. Vielleicht nur dahingehend, dass Menschsein immer schon Menschsein war. Egal wann man lebt. Die Herausforderung "Leben" bleibt die gleiche.

Worum es geht? Wer bin ich, Wer sind die anderen und warum spiele ich allen etwas vor.

Übrigens: Ich bin Iwan-Fan. Seine Gedanken, Nöte und Sorgen berühren mich sehr (Pseudopsychologen vor, hier ist wohl ein Persönlichkeitsbild hineinundherausinterpretierbar.)

Und Eric. Der dann plötzlich den Erleuchteten gibt und nichts verstanden hat.

Stabil der Pfarrer. Gleichbleibend in seinem Pragmatismus.

Und der Vater. Am Ende schließt sich ein Kreis.

Stehe für gemeinsame Analysen und Besprechungen zur Verfügung!


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