Freitag, 16. August 2013

Gone Girl. Das perfekte Opfer.

Gone Girl. Das perfekte Opfer. Von Gillian Flynn.


Anfangs dachte ich mir: "Du kannst ruhig weiterlesen, kannst auch einmal etwas triviales Lesen. Das macht nichts.", und, "Die Übersetzung ist mir sehr deutsch" (was daran gehängt ist, dass sie Möhren aßen und in einer Puderzuckerwolke küssten. Tut weh, ist aber nach der Puderzuckerwolke ganz verschwunden.)

Und ich dachte mir: "Warum wieder dieser Stil. Seine Sicht - ihre Sicht, seine Sicht - ihr Tagebuch", Die Kapitel wechsen sich ab. Überhaupt bin ich nicht so die Leserin von Spannung oder Thriller. Und am Cover steht "Roman"

Jedoch. Ich konnte mich nicht entziehen. Die Geschichte verwirrt und lässt nicht los.

Anfangs scheint alles klar. Frau verschwindet aus Haus, Spuren von Verwüstung. Ehemann wird vom Nachbarn dazugerufen, findet das Wohnzimmer zerstört, Frau weg.

Ehemann und Ehefrau haben an diesem Tag ihren 5. Hochzeitstag. Ehemann hasst Ehefrau. Sie nerven sich.

Wir tauchen ein in eine aktuelle Wirtschaftskrisen-Geschichte. Gutsituierte New Yorker Bildungsschicht, sie reich, er renommierter Journalist. Werden gekündigt. Ihn zieht es zurück in seine alte Heimat, amerikanischer Mittelwesten. Sie geht mit. Er hat schlechtes Gewissen, weil Frau aus gewohnter Umgebund gezerrt. Sie lässt es ihn spüren.

Und all das, Lokal aufmachen, geht so recht und schlecht, sie verwöhntes Gör aus Top-Schichte. Er mittelmäßig, und un--- unzulänglich, unkreativ, unmöglich, un.. un.. un..

Sie: perfekt.


Diese Geschichte handelt von der Aufklärung des Falles Amazing Amy. Das Verschwinden der tollen Frau, ein Psychothriller. Er - hineingezogen in eine perfekte Intrige kann da nicht mehr raus. Sie rächt sich an ihm für seine Affäre.

Was aber das Besondere ist, die Autorin schwenkt, lässt uns unsicher, es tauchen neue Details auf, man hofft, die Hoffnung verbufft, die Medien, die Coachings, die Interviews, die Cops. Er geht durch die Hölle. Eine Gesellschaft, die so viele Filme gesehen hat, dass man oft nicht mehr weiß, spielt man sein Leben oder spielt man Rollen nach oder "wer ist man". Wer ist seine Frau? Was geht in einem Menschen vor?

Eine Glaubwürdigtkeitsinszenierung. egozentrische, psychopathische Persönlichkeiten. Alles normal.


Und die Auflösung. kühl.


Ein Mensch hineingezwungen in eine soziopathische Beziehung.


genial.


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