Donnerstag, 25. Juli 2013

Der einzige Mann auf dem Kontinent

Der einzige Mann auf dem Kontinent. Von Terézia Mora.

Wenn ich sagen würde, es war vom ersten Satz an diese Erzählkunst, dann wäre es nicht genug.
Würde ich nun sagen, die Faszination dieser Figur, dieses Mannes, der sich aus "all dem" nicht lösen kann, der in seinem Alltag, in seinem Funktionieren und seinem Nicht-Funktionieren gefangen und sicher und daheim ist, dann würde das die Lesefreude nicht vermitteln.
Und könnte ich nur ansatzweise etwas über den Stil sagen, niemand könnte aus meinen Worten die Sprachgewalt und Erzählkunst, dieses Hineinsinken in die Geschichte nachspüren.


Mit Terezia Mora habe ich nun eine neue Lieblingsautorin kennengelernt. Wie ich doch diese großen Geschichtenerzähler liebe!

Kennengelernt habe ich sie bei der Lesung "Literatur in Grün", diesem Lesefestival würde es übrigens gut anstehen vom Geheimtipp zum "DortbinichganzsicherdiesenSommer-Termin" aufzusteigen.


Ja, und dort spitzte ich plötzlich die Ohren, in der Bewegung stehen geblieben, überrascht, fasziniert, gefesselt. Und doch dauerte es noch so viele Wochen, bis ich einen ihrer Romane begonnen habe.


Die Geschichte. Heute. Ein erfolgreicher Geschäftsmann eines internationalen Konzerns. Sehr erfolgreich. Er Top-Manager DACH (Deutschland-Österreich-Schweiz). Die Mitteleuropa-Destination quasi, Sitz in Wien. Sie - ja sie will einfach ein ruhiges Leben haben und kellnert, weil sie sich mit ehrlicher Arbeit jeden Tag in den Spiegel sehen will. 

Er - liebt sie. In seinem Kopf geht die meiste Zeit - sie - herum. Sie - liebt ihn. Er hat viel zu tun, vor allem, so dahinzuleben. Der Alltag eines Menschen, der in keine Strukturen eingebunden ist. London ist aber auch wirklich weit weg. Sie muss arbeiten. Er isst gerne, überhaupt genießt er für sein Leben gern. Sie lernt eine Freundin kennen, er muss ihre Freundin auch schätzen.

Er verstrickt sich in ein Problem, auch das Wegschieben und Vergessen und Verdrängen löst dieses Problem nicht. Überhaupt gibt es dann später noch ein viel größeres Problem, das fasst er dann gar nicht mehr. Wie konnte das nur?

Ein sympathischer Kerl, wirklich, ja. Und sie auch. Aber die Firma und die Zeiten und die Krise und Mergers & Aquisitions, und blöde Chefs und überhaupt. Der Sommer und die Hitze und alles, was man gar nicht so gerne hat und lieber nicht sieht.

In diesem Sommer kommt dann einfach alles zusammen.



Lesen sie es. Tauchen Sie ein in diese Seite Wiener Lebenskultur, heutiger Beziehungs- und Arbeitskultur.

Ja, und genießen Sie.


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