Mittwoch, 20. Februar 2013

Der Staubleser


Der Staubleser.Von Josef Brainin.

Das Cover. Die Beschreibung. Öffnen.

Der Antiquitätenhändler Alfred erkennt aufgrund der Staubmenge in aufzulassenden Wohnungen, seit wann sie nicht mehr bewohnt sind. Mit seiner Frage: "Und, seit wann hat hier niemand mehr gewohnt?" testet er die Ehrlichkeit seiner Kunden ab.

Er, Alfred, ist ein ruhiger Mann. Er liebt alte Möbel, alte Bilder, er ist gelernter Möbelrestaurateur. Er spürt die Möbel, stellt sich die Menschen vor, die in und mit ihnen gelebt haben. Er will einfach nur Antiquitätenhändler sein.

Er geht kein Risiko ein. Auch nicht, in dem er sich einlässt. Auf Beziehungen z. B. oder auf Schwierigkeiten. Er lebt sein ehrliches Leben. Er ist nirgends zugehörig.

Die Wendung kommt, als er sich tatsächlich verliebt. Und sie sich auch in ihn. Sie ist jung, jünger als er, doch das stört nicht. Leider stört es ihre Mutter. Eine ehemalige Geliebte Alfreds. Sehr sogar. Und mit diesem erstmaligen Einlassen auf jemanden (nämlich tatsächlich in Beziehung zu treten, heiraten zu wollen) beginnen seine ganzen Schwierigkeiten.

Er wird verfolgt, intrigiert, vernadert, auch aufgrund seiner Herkunft, aufgrund derer man noch immer jemanden vernadern kann, andere gegen ihn verhetzen kann. Er schlittert in dubiose Geschäfte, als er einer Freundin seiner Schwester hilft, etwas zu bekommen, das ein Zeichen für etwas ist, das einmal war, eine Sentimentalität, etwas fürs Herz.

Seine Schwierigkeiten steigern sich, bis ihm tatsächlich Gewalt angetan wird. Nicht körperlich, an seinen Gegenständen.


Der Roman startet mit einem ersten Satz, der ganz beiläufig daher kommt. Und es gibt kein Entrinnen mehr. Leichtfüßig gehen wir mit Alfred mit, seinen inneren Monologen folgend, seiner Regelmäßigkeit, das Leben ist gut, er macht sich wenig Sorgen, das Alte hat er abgelegt. Und der Roman wird intensiver, die Spannung steigt, es passieren Dinge, die könnten einem auch passieren, er ist dem nicht gewappnet, es gibt kein Aufhören mehr, wir müssen Alfred weiter begleiten, sind Teil der Geschichte, ein furioses Vor-Finale - und ein zuversichtlicher Ausblick.


Alfred schafft es, als er aufhört, sich nicht mehr zu stellen. Ausweichen funktioniert irgendwann nicht mehr. Und er lässt sich helfen.

Genauere Details bitte selbst zu lesen. Ich nehme ansonsten zu viel vorweg.

Josef Brainin hat uns einen wunderbaren, spannenden Roman über Wien und seine Menschen, seine Geschichte geliefert.

Prädikat: sehr lesenswert!


Hier gleich erwerben: www.buchwelten.at


Elsa Ungeheuer. Von Astrid Rosenfeld

Ich wusste gleich, dass es gut ist. Als ich im Diogenes Magazin einen ersten Auszug las. Da wollte ich gleich weiterlesen, nichts anderes dazwischen machen. Aber das Buch war nicht da. Noch nicht. und ich sollte viele Tage warten müssen.

Und nun hielt ich es endlich in Händen. Vorfreude!

Mir war Astrid Rosenfeld mit ihrem ersten Buch zwar aufgefallen, aber ich hatte "Adams Erbe" nicht gelesen (was ich nachholen werde, das weiß ich jetzt).

Meine Anspannung, der Wunsch, dieses Buch unbedingt zu lesen, war gut und richtig und ich bin reichlich belohnt worden. Zwar entwickelt sich die Geschichte des 10jährigen Mädchens, Elsa, das von ihrer Mutter in einem kleinen Dorf bei ihrem Vater zurückgelassen wird, gänzlich anders, als ich den ganzen ersten Teil lang vermutete.

Eine Geschichte um den Zauber der Liebe. Elsa ist eine so prägende Gestalt, dass sich die beiden Brüder Lorenz und Karl nicht entziehen können. Elsa und Lorenz sind nur ein Jahr auseinander, Karl ist der jüngste. Sie sind, als Elsa kommt, alle noch Volksschulkinder. Nach dem Sommer wechseln Elsa und Lorenz ins Gymnasium.

Lorenz ist es, der die Geschichte erzählt. Er versteht vieles nicht, weiß nicht, was ihm passiert. Er folgt Elsa überall hin.

Eine intensive Kinderfreundschaft, Liebe. Kinder, die trotz schwieriger Umgebungsverhältnisse (Elsas Mutter lädt diese einfach ab und geht, Lorenz und Karls Mutter war verwirrt und nahm sich das Leben.) finden sie einen Menschen, der im Herzen für sie sorgt. Ein alter Mann, von den Wirren des Lebens in dieses Dorf gespült.

Bis Elsa alle verlässt. Da ist sie 14.

Lorenz bricht das Herz.


Zweiter Teil.
Ein Leben ohne Elsa. Doch sie ist immer präsent. Karl vermisst sie sehr. Lorenz wird großer Künstler. Über die Verwandten der Mutter lernen sie eine große Kunstkennerin (auch in ihrem Schicksal verhangen) kennen, und Karl wird den Verdacht nicht los, dass sie Lorenz sehr fördert.

Überhaupt merkt Karl nicht viel. Das nicht, was im Verborgenen passiert, dafür hat er keinen Sinn.

Beide Brüder stürzen ab, verfangen sich in den Freuden der "Medizin". Koks.

Bis Karl eines Tages nach Texas fährt um Elsa zu besuchen. Ziemlich kaputt ist er da schon. Als er sie sieht, ist es richtig, er kann sie noch immer fassen. Und Elsa, Elsa schenkt im Erkenntnis. Sie öffnet seine Augen.

Er geht wieder in sein ursprüngliches Leben zurück. Erkennt.



Ein Buch, das sich öfter zu lesen lohnt.



Hier gleich erwerben: www.buchwelten.at