Samstag, 26. Oktober 2013

Alice Munro. Literaturnobelpreisträgerin 2013


Alice Munro. Nobelpreis für Literatur 2013.

Nun. Man sollte sie kennen. Ich kannte sie nicht. muss ich gestehen. Die letzte kanadische Autorin, die ich gelesen habe war Donna Milner mit "Der Tag, an dem Marilyn starb" (übrigens ein sehr berührender Roman. Siehe weiter unten in meinem blog)

Ja, also Alice Munro. Eine sehr schöne, elegante Frau. Niemand hier kennt sie wirklich. In der "Zeit" wird sie beschrieben als eine der großen kanadischen Autorinnen, die man entweder ganz kennt oder gar nicht. Ihre Kurzgeschichten hätten Suchtcharakter.

Mal reinlesen. Während der Lisztkonzerte finden sich ruhige Halbstunden, einfach einmal anfangen. (Und wie abschreckend dies doch ist, in unserem Kulturkreis. Kurzgeschichten!)

So kurz sind die Geschichten dann gar nicht. Sie liegen so um die 70 Seiten (ich habe schon ganze literarische Werke im Umfang von 120 Seiten - aber mit größerer Schrift und breiterem Zeilenabstand - gelesen.) Und sie schreibt ganz leicht, erzählend, wie im Vorbeigehen.

Und da liegt es wohl. Wir erwarten kurze Geschichten und bekommen viele Romane. Komprimiert. Nur das Wichtigste erzählt. Am Punkt. Keine Umschweife. Und dort, wo umgeschweift wird und ich mir denke, warum erzählt sie das jetzt so genau, warum gerade dieses lapidare Detail, dann findet sich am Ende, dass gerade diese Darstellung der Charaktere im Banalen, ihr Verhalten in Alltagssituationen, dass gerade das den Inhalt auf den Punkt bringt. ... und immer geht das Leben weiter. Auch nach der Geschichte. Es gibt kein Ende.


Alice Munro erzählt von Frauen. Sie erzählt als Frau. Wir erleben eine Frau in einer Sequenz ihres Lebens. Ihren Alltag. Die Sorgen. Die Freuden. Die vielen Gegenwarten, die das Leben formen. Zwänge, Höflichkeiten, kognitive Dissonanzen (ach, hätt ich doch!), und ganze Passagen, die man sich aufschreiben möchte, anderen vorlesen möchte, jemanden daran teilhaben lassen möchte.

Nun. "Tricks" habe ich fertig gelesen. Und meine Finger schweben über dem nächsten Buch. Soll ich wirklich? Und warum nicht noch eines?

Sie lässt mich immer so verstört, nachdenklich und auch vertraut zurück. Vertraut mit dem, dass es eben so ist. Davon möchte ich mehr erzählt bekommen. (und warum sollte ich mich immer mit dem echten Leben auseinandersetzen?!).

Ja, diese Autorin wirft mich etwas aus der Bahn.

FRAUENLITERATUR!

Und das mir.


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