Montag, 26. August 2013

Das größere Wunder. von Thomas Glavinic




Thomas Glavinic. Das größere Wunder.

Glavinic macht hier einen Quantensprung in seiner literarischen Arbeit. Ich sag es gleich vorweg: Ich bin begeistert. restlos begeistert.

Glavinic erzählt uns die Geschichte eines Mannes, Jonas, der als Kind - als Zwilling - nicht gerade auf die Butterseite gefallen ist. Mutter Alkoholikerin mit wechselnden Liebschaften, auch gewalttägigen Liebschaften, Zwillingsbruder geistig behindert aufgrund eines Geburtsunfalls.

Jonas wird dann, gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder, vor reichen Großvater seines besten Freundes aus dieser Misere geholt. Nachdem Jonas zusammengeschlagen von einem Liebhaber seiner Mutter im Krankenhaus gelandet war.

Jonas wächst dann sehr wohlbehütet auf. Er uns sein bester Freund, bewacht von einem Bodyguard dürfen die Freiheit des Lebens auskosten. Privatunterricht, Studienreisen, Verständnis für Bubenstreiche. Jonas und Werner. Zusammengeschweißt. Der Großvater, der alles ermöglicht.


Bruch.

Wir erleben Jonas bei seiner Besteigung des Mount Everest. Das ganze Buch lang, Kapitel um Kapitel erleben wir die Qualen des Aufstiegs, des Wartens in den Basislagern, den Alltag am Fuße des Berges. Genau recherchiert, detailgetreu abgebildet. Und immer wieder Jonas' Erinnerungen. Seine Kindheit, Jugend, der Verlust seiner Lieben, Glück und Unglück. Schmerz.

Seine junge Adoleszenz, reich, auf der Flucht vor sich selbst, Einzelgänger, zurückgezogen, verschlossen, erleben wir seine Reisen durch die ganze Welt. Seine geheimen Plätze und Räume. Die er nur der einen einzigen Frau zeigen darf. Derjenigen, die es ist. Die die richtige ist.

Er findet sie, sie verschmelzen. Dann verlässt sie ihn.

Bruch.

Mount Everest. Warum. Jonas geht. Wartet. Geht. Ein Brief erreicht ihn. Wieder dieser Schmerz. Geht. Kälte. Luft. Keine Luft.


.....

Und dann



Ja, das Ende sei hier nicht verraten.



Wer eine wirklich gute Geschichte lesen will. hier ist eine.


www.buchwelten.at 


erscheint im August 2013

Klappentext:

Jonas ist Tourist in einer Todeszone, er nimmt an einer Expedition zum Gipfel des Mount Everst teil. Während der einzelnen Etappen des Aufstiegs - geprägt von permanentem Sauerstoffmangel und lebensbedrohlichen Wetterumschwüngen - lässt er sein Leben an sich vorbeiziehen. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Mike und seinem besten Freund Werner wächst Jonas bei Picco auf, dem Boss, der in allerlei dubiose Geschäfte verwickelt ist un den Jungen ein weitgehend sorgenfreies Dasein ermöglicht. Die Jungen sind mutig, sie sind neugierig, und sie sind unzertrennlich. Doch ihr kindliches Idyll wird eines Tages brutal zerschlagen. Damit beginnt für Jonas eine endlose Suche: Er reist nach Montevideo, Tokio, Oslo, Rom, über hundert Länder sollen es am Ende gewesen sein. Bis er eines Tages Marie trifft.

Thomas Glavinic, einer der bemerkenswertesten und radikalsten Schriftsteller unserer Zeit, legt mit "Das größere Wunder" sein Schlüsselwerk vor - ein unvergleichliches Buch, packend und verstörend zugleich, von einer leidenschaftlichen Energie und enormen Suggestivkraft. Das Bizarre wird zur Normalität, die letzten Gewissheiten schwinden, nur der Drang nach Leben bleibt unstillbar.








Sonntag, 25. August 2013

Ein Hund wie Sam. Kinderbuch.

 

Ein Hund wie Sam. 

Auf einmal ist er da. Der weiße große Hund. Und gleich wieder Weg. "Das muss wohl ein Geisterhund gewesen sein",  sagt Kix zu seiner kleinen Schwester Emilia.

Das ist er dann nicht. Ein Geisterhund nämlich. Sondern der Hund des bösen Nachbarn. Die beiden Kinder kämpfen um ihren neuen Freund. Ein wunderbarer Hütehund. Und sie schaffen es.


Wer ein ganz liebes, schönes Buch von der Sehnsucht nach einem geliebten Haustier lesen möchte. Hier ist es! Einfühlsam, lebensnah, (echt!). Eine wahre Geschichte, einfach und lesenswert erzählt.

Ab 3. Klasse bis immer.



Dienstag, 20. August 2013

Mortimer & Miss Molly.



Mortimer & Miss Molly.

Vorab: Dass ich die leise Sprache, die wunderbaren Bilder, die klaren und tiefsinnigen Figuren von Peter Henisch liebe ist ein Faktum. Wie schön, Peter Henisch zu lesen! Wie leise seine Andeutungen, wie klar der Blick, mit welch einfacher Sprache die Zwischentöne zu klingen beginnen.


Mortimer & Miss Molly.

Zwei Geschichten, zwei Liebesgeschichten, treffen in der italienischen Stadt San Vito aufeinander, vielmehr hintereinander, verweben sich in der Phantasie.

Mortimer ist amerikanischer Soldat, dessen Maschine von den Deutschen abgeschossen wird. Ihm gelingt der Absprung und er landet im verschlossenen romantischen Garten einer Adelsfamilie. Dort findet ihn die Gouvernante.

Julia und Marco. Lernen sich auf Fortbildungsveranstaltungen kennen. Zwar sind sie auf verschiedenen, aber in der gleichen Stadt. Julia zieht mit Marco weiter, lässt ihre eifersüchtigen Freundinnen zurück. Marco und sie fahren aufs geratewohl durch die toskanische Landschaft. Und landen in San Vito.

Und lieben sich. Und finden die Geschichte (oder die Geschichte von Mortimer & Miss Molly findet sie).


Peter Henisch beginnt mit einem Kunstgriff. Mit der Möglichkeitsform, lässt uns am Anfang ein bißchen in Unsicherheit schweben. (Meine Ungeduld steigt). Doch dann entwickelt es sich, und all dies Mögliche, Etwaige, entschwindet und die Beziehung von Julia und Marco öffnet sich für uns.

Sehr italienisch (nicht nur der Sprache wegen; Henisch lässt uns auch noch ein paar Italienisch-Vokabel kosten), schwebend, erklärend, Julia in Gedanken. Und diese Verwobenheit mit der Geschichte, die da immer wieder aufploppt, einseits als in der Phantasie von Julia und Marco entwickelter imaginärer Film und andererseits in Rückblenden, Erklärungen zu diesem Jahr, 1944, auch hier Angriffs- und Verteidigungskrieg. Auch hier verbrannte Erde.

Und eine Liebe, die sich immer wieder an einem zauberhaften Ort erneuert.


Ja, und sie bricht auch. und kittet?


Lesen, einsinken, genießen.



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Samstag, 17. August 2013

Super Brain.



Super Brain

Angewandte Neurowissenschaften gegen Alzheimer, Depression, Übergewicht und Angst


Heute im Kurier (heute ist der 17.8.13): ein großer Bericht zum Verhältnis zwischen Lebenserwartung und Bildung. Das Thema wird in Alpbach diskutiert.  Europäisches Forum Alpbach. Der Kurier berichtet. "Wenig Bildung heißt kürzer leben." 

Nun, ich bin gerade mit dem Buch "Super Brain" durch.

Im Amerikanischen schaut es übrigens so aus:

                      und die englische Version in Österreich so:





Ersparen Sie mir die Kommentare zum Design der deutschsprachigen Ausgabe: hält Leute jenseits esoterischer Avancen ziemlich ab. Bitte nicht abhalten lassen.



Die beiden Universitätsprofessoren Deepak Chopra und Rudolph E. Tanzi, sehen Sie hier ein Video der beiden, erklären genau und einfach die neuesten Erkenntnisse der Neurowissenschaften, der Funktionsweise des Gehirns, der Steuerungen und Interaktionen, chemischen und physikalischen Reaktionen, ohne dabei ein wissenschaftliches Lehrwerk vorzulegen.
 

Und - amerikanisch eben - in einer extrem einfachen Sprache.


Der Sukkus: werden Sie aktiv, trainieren Sie ihr Gehirn, stellen Sie auf eine Lebensweise um, die ihr Gehirn fördert. Dann werden Sie gesund bleiben und zwar auf allen Ebenen, körperlich, geistig, emotional. Und als kleinen Nebeneffekt versprechen Sie eine Erhöhung der Lebensqualität, der geistigen Leistungsfähigkeit und der emotionalen Stabilität.


Die beiden scheuen auch nicht, philosophische Fragen zum Sinn des Lebens, zum Sinn des Bemühens und zu Fragen von Geburt und Tod in ihren Text einzuarbeiten.


Also: hier gibts was zu lernen! (Übrigens ein probates Mittel, gesund alt zu werden :-))

About the Authors

Deepak Chopra, M.D. is the author of more than 65 books, including numerous New York Times bestsellers. His medical training is in internal medicine and endocrinology, and he is a Fellow of the American College of Physicians, a member of the American Association of Clinical Endocrinologists, and an adjunct professor of Executive Programs at the Kellogg School of Management at Northwestern University.
 
 

Rudolph Tanzi, Ph.D. is a professor of neurology at Harvard University Medical School, Director of the Genetics and Aging Unit at Massachusetts General Hospital, and author of Decoding Darkness: The Search for the Genetic Causes of Alzheimer’s Disease. He also serves as the head of the Alzheimer’s Genome Project. Dr. Tanzi has been investigating the molecular and genetic basis of neurological disease since 1980, and during the past several decades he has collaborated on many studies identifying other disease genes, including those that contribute to amyotrophic lateral sclerosis (ALS) and autism.
 
Kurztext
"Ich kann mein Gehirn nutzen und lasse mich nicht von ihm benutzen." Der bekannte Neurowissenschaftler Rudolph E. Tanzi und Deepak Chopra verbinden Wissenschaft und Persönlichkeitsentwicklung und erklären, wie die spektakulären Erkenntnisse der Neurowissenschaften u. a. bei Alzheimer, Depression, Angst und Übergewicht angewandt werden können. Sie entwerfen eine neue Vision des Gehirns und zeigen, wie Achtsamkeit und Meditation nachweisbare Veränderungen in den neuronalen Bahnen bewirken. Ihr gemeinsames Fazit: Nichts ist unmöglich. Die Reaktion in Amerika: "A mind-blowing book."

 

Freitag, 16. August 2013

Gone Girl. Das perfekte Opfer.

Gone Girl. Das perfekte Opfer. Von Gillian Flynn.


Anfangs dachte ich mir: "Du kannst ruhig weiterlesen, kannst auch einmal etwas triviales Lesen. Das macht nichts.", und, "Die Übersetzung ist mir sehr deutsch" (was daran gehängt ist, dass sie Möhren aßen und in einer Puderzuckerwolke küssten. Tut weh, ist aber nach der Puderzuckerwolke ganz verschwunden.)

Und ich dachte mir: "Warum wieder dieser Stil. Seine Sicht - ihre Sicht, seine Sicht - ihr Tagebuch", Die Kapitel wechsen sich ab. Überhaupt bin ich nicht so die Leserin von Spannung oder Thriller. Und am Cover steht "Roman"

Jedoch. Ich konnte mich nicht entziehen. Die Geschichte verwirrt und lässt nicht los.

Anfangs scheint alles klar. Frau verschwindet aus Haus, Spuren von Verwüstung. Ehemann wird vom Nachbarn dazugerufen, findet das Wohnzimmer zerstört, Frau weg.

Ehemann und Ehefrau haben an diesem Tag ihren 5. Hochzeitstag. Ehemann hasst Ehefrau. Sie nerven sich.

Wir tauchen ein in eine aktuelle Wirtschaftskrisen-Geschichte. Gutsituierte New Yorker Bildungsschicht, sie reich, er renommierter Journalist. Werden gekündigt. Ihn zieht es zurück in seine alte Heimat, amerikanischer Mittelwesten. Sie geht mit. Er hat schlechtes Gewissen, weil Frau aus gewohnter Umgebund gezerrt. Sie lässt es ihn spüren.

Und all das, Lokal aufmachen, geht so recht und schlecht, sie verwöhntes Gör aus Top-Schichte. Er mittelmäßig, und un--- unzulänglich, unkreativ, unmöglich, un.. un.. un..

Sie: perfekt.


Diese Geschichte handelt von der Aufklärung des Falles Amazing Amy. Das Verschwinden der tollen Frau, ein Psychothriller. Er - hineingezogen in eine perfekte Intrige kann da nicht mehr raus. Sie rächt sich an ihm für seine Affäre.

Was aber das Besondere ist, die Autorin schwenkt, lässt uns unsicher, es tauchen neue Details auf, man hofft, die Hoffnung verbufft, die Medien, die Coachings, die Interviews, die Cops. Er geht durch die Hölle. Eine Gesellschaft, die so viele Filme gesehen hat, dass man oft nicht mehr weiß, spielt man sein Leben oder spielt man Rollen nach oder "wer ist man". Wer ist seine Frau? Was geht in einem Menschen vor?

Eine Glaubwürdigtkeitsinszenierung. egozentrische, psychopathische Persönlichkeiten. Alles normal.


Und die Auflösung. kühl.


Ein Mensch hineingezwungen in eine soziopathische Beziehung.


genial.


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