Samstag, 15. Juni 2013

Ich frage mich, wie halten die Leute das aus.


Weil ich selbst von dieser Dauer-Musikmüll-Beschallung die Ohren voll habe. Und Frau Hanika dazu die viel besseren Worte findet.

Iris Hanika: "Es gibt jenseits österreichischer Kaffeehäuser, soweit sie mir bekannt sind, so gut wie keinen Ort mehr, an dem man nicht mit schriller Lautsprechermusik gequält wird."


http://derstandard.at/1371169526471/Iris-Hanika-Wie-halten-die-Leute-das-aus

Für alle, die sich am Hanikaschen Beispiel der Techno-Musik stoßen.

Mich stört, wenn ich einfach dauerberieselt werde. Ständig ein Gewummere und Gedudel. Da geht es mir gar nicht darum, ob das nun gute oder schlechte Musik ist, ich finde es einfach eine Unkultur, wenn immer etwas im Hintergrund surren, summen, klappern und dödeln muss.

Und wie soll ich da einen längeren zusammenhängenden Text (Zeitung, Zeitschriften, ach! Bücher!) in Ruhe und Konzentration lesen?







Sonntag, 9. Juni 2013

Ein Versprechen von Gegenwart. Clemens Berger.

Ein Versprechen von Gegenwart. Clemens Berger

Zuerst einmal über youtube. zehnSeiten. kennengelernt . http://www.youtube.com/watch?v=nmVlJBEgwWU

Clemens Berger liest die ersten 10 Seiten von "Ein Versprechen von Gegenwart"


Ein Gesang. Ein Lied. Lyrisch. Die Sprache, die einfach vor sich hin schwingt. Der Film, der ganze Zeit abläuft. Irina. Wie sie in ihrem Auto vorbeifährt. Er, der Kellner, der sie beobachtet. Man sieht die Straße, das Lokal, die Frau, die mit dem Mann am immer gleichen Platz sitzt. Und den Kellner, der sie gut kennt, weil er sie beobachtet. Ihm immer schon aufgefallen sind.


Clemens Berger geht mit diesem Roman in die ewige Literatur ein. Und ich bin mir dieser Gefahr bewusst, sich so überschwänglich zu äußern.

Eintauchen, hineinlesen, mitleben mit Irina und ihm.



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übrigens. meisterschaftlich besprochen in Kurier, Presse, Standard, ...


Samstag, 8. Juni 2013

allein unter schildkröten.

allein unter schildkröten.

Von Marit Kaldhol.


Zuerst habe ich es nicht verstanden. Was da passiert. Mikke schreibt Tagebuch. Immer sehr spät. Er hat geniale Sätze. Die gefallen mir sehr gut, manche lese ich jedem, der vorbei kommt, vor. Toll! Lyrisch.

Mikke schreibt auf, was ihn beschäftigt. Kurz. Manchmal sehr kurz. Er merkt viel, ist empathisch. Biologie interessiert ihn. Die Schildkröten, aussterbende Fische.

Er geht nicht mehr zur Schule, keiner merkt es. Dann hört er auf zu schreiben.


Das Buch ist so aufgebaut: zuerst das Tagebuch von Mikke, dann die Gedanken der Mutter, dann die des Vaters, dann Freundin, bester Freund und Sverre.


Mikke hat sich umgebracht. Irgendwie so, dass ganz viel Blut geflossen ist. Seine Mutter bekommt die Bilder nicht mehr aus ihrem Kopf. Niemand weiß, warum Mikke nicht mehr leben wollte.


Ich würde gerne mit ganz vielen Menschen über dieses Buch sprechen. Einzelne Sätze erläutern. Welcher Gedanke bei wem genau welchen Eindruck vermittelt hat, welches Bild entstehen ließ.


Ein Meisterwerk.


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Kurztext / Annotation
Mikke steht kurz vor dem Abitur. Nach außen wirkt er wie ein ganz normaler Teenager. Er hat eine Freundin, engagiert sich für die vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten und kümmert sich aufopfernd um Sverre, der am Down-Syndrom leidet. Doch was wirklich in Mikke vorgeht, ahnt niemand in seinem Umfeld. Er zieht sich immer mehr zurück. Bis er keinen Ausweg mehr sieht ...

Langtext
6. Mai, 03.10 Uhr Unmöglich, einzuschlafen, unmöglich, wach zu bleiben.Die Zeit in meinem Körper und die äußere Zeit stimmen nicht mehr überein.Bin heute schon wieder nicht zur Schule gegangen.Keiner ruft an, keiner merkt, dass ich nicht da bin. Mikke ist zerrissen zwischen Glücksgefühlen der ersten Liebe und tiefer Traurigkeit. Die preisgekrönte norwegische Autorin Marit Kaldhol zeichnet das bewegende Porträt eines Jungen an der Schwelle zum Erwachsenenwerden. Still, poetisch und berührend.

Besprechung
Marit Kaldhol gibt in ihrem Jugendroman dem Jungen Raum für seine Empfindungen, in einer Sprache, die lyrisch verknappt immer nur seine Gefühle reflektiert und damit seine ausweglose Einsamkeit, in der er seine Umwelt kaum real wahrnimmt. (Süddeutsche Zeitung)

Zitat aus einer Besprechung
Die Norwegerin Marit Kaldhol bringt in dem Roman Allein unter Schildkröten Licht in die düstere Innenwelt eines jungen Mannes, der den Lebensmut verliert. (...) Ihr neuer, in Norwegen viel beachteter Roman richtet sich an Jugendliche. Doch auch Erwachsene wird die bildreiche Sprache, die tiefgründige Geschichte berühren. Die Autorin verharmlost nicht, klagt aber auch nicht an. Sie lässt Zweifel und Trauer spüren, doch zwischen all den düsteren Gedanken blitzt immer wieder der wichtigste auf: Das Leben lohnt sich! (WAZ)