Donnerstag, 7. März 2013

Hier könnte ich zur Welt kommen.

An einem Morgen legt eine gehetzte junge Frau ein Bündel Mensch vor einer Tür ab.

So beginnt die Geschichte von Shannon. Sie ist das Bündel Mensch. Und von Vaughn, er sieht die junge Frau, die das Neugeborene ablegt, ihm noch einen Kuss gibt, und dann verschwindet.

Ich habe das Buch gesehen, sofort zur Hand genommen und konnte es nicht mehr loslassen. "Hier könnte ich zur Welt kommen", auf dem Bild eine schwebende schlafende Frau.

Das Buch spielt auf zwei Ebenen. Shannons Welt, die Ich-Erzählerin, in ihrem Hier und Jetzt. Und die Welt ihrer Mutter, die sie aus ihrer Sicht beschreibt. Die Kapitel wechseln.

Eine Geschichte der Verwicklungen, des Schicksals, der Aussichtslosigkeit, der Besonderheiten; von Entwicklung und Reifen, von Ungerechtigkeit, aber vor allem: vom Annehmen.


Marjorie Celona bringt hier in ihrem ersten Roman eine faszinierende Geschichte, die eine schlimme Realität in einer trockenen Erzählform bringt, aber flüssig und fesselnd geschrieben; ganz einfache Alltagssituationen bringen uns die handelnden Personen näher, lassen uns Shannon verstehen; ihre verschiedenen Zieheltern (wo man sich schon fragt, wie kannn das sein, wie kann man so etwas einem Kind antun?), dann ihre endgültige Ziehmutter, die ein Glück ist. Shannon ein Glückskind.

Ihre Suche nach Ihrer Identität, wer bleibt davor verschont?

Sie findet ihre Eltern. Und was bedeutet das, wenn man 17 ist?

In diesem Roman relativiert die Autorin die Grenzen von Gut und Schlecht, Verwahrlosung und Schuld, Hoffnung und Unmöglichkeit.

Eine wunderbare Geschichte. Berührend. Ja, und man kann daraus lernen. Das Leben zu nehmen. Wie es kommt. Shannon hat dann am Ende ganz viel verstanden.


GROSSARTIG! Ich konnte nicht mehr aufhören, bin einfach reingetaucht, mit Shannon mitgegangen.


Hier gehts zum Buch: www.buchwelten.at

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