Sonntag, 13. Januar 2013

Die Zukunft der österreichischen Landesverteidigung

Die Politik

Die Vorgangsweise der "staatstragenden" Parteien ÖVP und SPÖ in der grundsätzlichen und ernsthaften Frage, wie die österreichische Landesverteidigung in Zukunft organisiert werden soll, ist beschämend.

Keine Partei bringt fundierte Argumente. Was sich heute in Österreich abspielt ist eine billige Schmierenkomödie erfunden für kurzfristige Showacts, von vermeintlichen Medienspezialisten weiterkommuniziert und ohne Inhalt. An diesem Fall wird besonders deutlich (weil die Frage so ausgesprochen ernsthaft ist), welch Geistes Kind derzeit in den politischen Büros von ÖVP und SPÖ zuhause ist.


Schwächlinge und Menschen fern jeglicher persönlicher Courage.

Sei es. Aber bitte nicht in grundsätzlichen Fragen der Staatsausrichtung.

(Die Parteien haben offenbar das Problem, dass nur mehr Mitläufer und Opportunisten in den Gremien sitzen, Karrieristen, die sich eingenistet haben in ein bequemes Schlaraffenland. Die laufen überallhin nach. Hauptsache der Lohn stimmt. Und nun hüpfen sie hinter Männern nach, die sich ein kleines Spielchen genehmigen. Leider ist das Thema gerade eben die Wehrpflicht. Pech gehabt, liebes Österreich.)

Ich werde für ein Berufsheer stimmen, denn das Bundesheer wurde in den letzten (zumindest) 20 Jahren inhaltsleer und ohne Feindbild vor sich hin verwaltet. Die Umstellung auf ein Berufsheer wird die verantwortlichen Personen hoffentlich zwingen, konkrete Pläne, Strategien und Umsetzungsiele auszuformulieren. (Und: niemand hindert Österreich daran, im Falle einer völlig radikalen Veränderung der europäischen Lage, wieder eine andere Entscheidung zu treffen.)

Die Medien

Den Journalistinnen und Journalisten Österreichs sei großes Lob ausgesprochen. Sie haben viel zur Ehrenrettung der Republik beigetragen, denn nur die Zeitungen und Zeitschriften haben ihre Verantwortung auf sich genommen und eine Aufklärung und Diskussion zur Fragestellung betrieben.

Das tröstet.

Das Volk

Am meisten verwundert mich - und das zeigt auch die Verunsicherung der Menschen - inwieweit sich NIEMAND privat, in Lokalen, bei Veranstaltungen, auf der Straße  zu dem Thema äußern mag. Die Parteifunktionäre nicht, da man ihnen eine komplette Kehrtwendung ihrer Linie abverlangt. (Die ÖVP war immer für ein Berufsheer und einen Beitritt zur NATO, die SPÖ für eine allgemeine Wehrpflicht.) Und nur weil zwei wichtige Regionalpolitiker (Wien vs NÖ gemischt mit der Angst vor der Krone) sich ein persönliches Match geben wollen, müssen die Funktionäre wie die Lemminge "kehrt!" machen. Und die Nicht-Parteifunktionäre auch nicht, da der gesunde Hausverstand so beleidigt wird. Da wird ja nun wirklich von den Menschen verlangt, sich ohne eine Aufklärung zu den Positionen, für eine Sache zu entscheiden, wo man nicht weiß, welche Konsequenzen sie haben wird. Und die Fragestellung!

Man wird auch an der Wahlbeteiligung merken, dass die Parteien ein Problem in der Mobilisierung ihrer Kader haben.

Bitte gehen Sie TROTZDEM zur Abstimmung. Und anschließend sagen Sie klar und deutlich und offen und vor Vielen, dass egal wie die Abstimmung ausgeht, es KEINEN ERFOLG einer Partei gibt.

Die Diskussion


Die Diskussion beleidigt alle denkenden Österreicherinnen und Österreicher.

Denn die Frage der Landesverteidigung, die Frage einer ordentlichen Landesverteidigung, kann niemals! mit Fragen der Organisation des zivilen Lebens in einem Staat gegenverrechnet werden.

Denn nur die Notwendigkeit, sein Land zu verteidigen, erlaubt die Zwangsrekrutierung.



Tipp: Lesen Sie den Leitartikel von Christian Rainer im Profil.













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