Sonntag, 26. August 2012

Nullzeit. Roman von Juli Zeh


Ein Mann, der sich raushalten will, dessen Lebenskonzept, das "Nicht-Einmischen" ist. 

Ein Leben, wie es viele erträumen. Ausgestiegen, harmonisch, glücklich, ruhig. Nur das tun, was man gerne macht. Ein Super-Team. Lauter nette Leute, alle ausgestiegen aus einem Leben.

Er nennt Deutschland Kriegszone. Seine neue Welt ist friedlich. Jeder soll nach seiner Fasson selig werden.

Aber dann wird er eingemischt. Radikal. Tödlich.

Am Ende weiß er: solange du dein Kriegsgebiet bist, kanns du keinen Frieden haben. Oder: vor dir selbst kannst du nicht davon laufen.

Ja und: nicht einmischen funktioniert nicht auf Dauer.


Juli Zeh bringt uns einen harten Roman. Die Realitäten verschwimmen, selbst als Leserin steht ständig Aussage gegen Aussage, Erfahrung gegen Erfahrung. Wer bildet sich hier etwas ein? Sie führt uns psychobrutal zum Tauch-Tiefpunkt. Eine kaputte Welt, eine brutale Welt trifft auf eine flüchtende Welt.

Literarisch hochklassig,