Samstag, 27. Oktober 2012

Was machen wir jetzt?


Doris Dörrie. Was machen wir jetzt?

Was machen wir, wenn die Ehe älter ist, die Jahre vergangen, die persönliche Entwicklung nicht parallel? Wenn das Kind sich nicht so entwickelt hat, wie wir es uns vorgestellt haben?

Aus der Sicht des Mannes.

Wie geht er damit um, dass er nur Handlanger ist in dieser Familie? Dass er nur so da ist, oft kommt er sich unnötig vor. Und dann soll er noch seiner Tochter das Hirngespinst mit Indien ausreden. Weil sie es so will, seine Frau, die alles in der Hand hält. Auch ihn.

Und so fährt er eben, missmutig, in dieses Kloster, um zu Schweigen, gemeinsam mit der Tochter, die von seiner Begleitung mehr als abgetörnt ist.

In Gedanken lässt er die Jahre kreisen, als seine Tochter und er noch eins waren, als sie sich noch nahe kommen konnten, wann ist das vergangen?

Dieses alternative schamanistische Kloster. Was soll das? Warum sollte er? Sind die alle irre? Der auf dem Weg aufgenommene verlassene Mann einer traulichen Familie blüht auf, er kommt sich vera.... vor. Was sind das hier für Typen?

Und dann stirbt noch einer dieser "Ich bin freiwillig hier und genieße es"-Typen. Er natürlich, gerade er muss da gerade vorbeifahren. Und dann bemerken. Er hat gerade den Tod des Liebhabers seiner Frau festgestellt.

und so geht das dahin. Bis er dann die Frau des Liebhabers seiner Frau nach hause bringt, wieder in Amsterdam ist (ach ja, da war er doch schon ein Jahr vorher, um eine Lösung zu unterstützen, die für ihne keine Lösung war), und dann wieder seine Frau. Was soll er ohne sie? Wer ist er?

Und dann eben. Ruft sie an. "Was machen wir jetzt?"


Ein wunderbar erzähltes Meisterwerk der stillen Entwicklun! Doris Dörrie begleitet ihn und uns durch eine Entwicklungszeit, wenn die Kinder groß, die Ehe in die Jahre gekommen, und wir selbst uns neu aufstellen müssen.

Für alle, die gerne schöne Sprache, aktuelles Thema, und ein Da-Sein, Am-Punkt-Sein mögen.


www.buchwelten.at
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