Montag, 13. Februar 2012

Was uns bleibt.

Ein junger Mann, Lehrer, entdeckt bei einem Schulausflug eine Leiche. Vielmehr entdecken die Kinder die Leiche. Die Frau ist sehr verstümmelt. Er schaudert zurück, wird taub - gefühllos - und kann nichts mehr. Sich nicht mehr professionell verhalten. Sich nicht mehr um die Kinder kümmern. Sich nicht mehr der Situation stellen.

Sein Leben bricht mit diesem Ereignis auseinander. Anfangs ist gar nicht zu verstehen, warum er so ablehnend ist, warum er sein Versagen in diesem ersten Schockzustand für so unverzeihlich hält. Begegnet man ihm doch zuvor als außerordentlich engagierten Klassenlehrer.

Seine Freundin ist schwanger, bietet ihm jegliche Unterstützung, doch er haut ab, dazwischen flashen Szenen auf. Ein Begräbnis, jemand, der es für selbstverständlich hält, dass er da ist. Der Zeitrahmen ist nicht feststellbar. Erklärungen. null.

Feinsinnig brutal lässt Katie Arnold-Ratliff die Leserin allein in diesem Gefühlsdurcheinander, in dieser Unsicherheit und Unmöglichkeit, eine Richtigkeit feststellen zu können. Wie das Leben so ist. Es gibt das nicht, das da heißt: Richtig und Wahr(haftig).

Wirklich gute Literatur.
Hat auch nicht durch die Übersetzung aus dem Amerikanischen gelitten.


Bin schon gespannt, was von dieser Autorin noch kommt.


www.buchwelten.at

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