Freitag, 21. Oktober 2011

Ende des Gehorsams

Sehr geehrte Frau Rohrer
Eine Analyse der österreichischen Befindlichkeit, in Klarheit, Härte und ungewohnter Deutlichkeit - dafür sei ihnen gedankt.

Sie sind dafür bekannt, ohne das ständige Bemühen, umschmeichelt zu werden, ohne das ständige Bemühen, gemocht zu werden, daher frei von der Leber weg ihre Statements zu formulieren. Stets begründet, stets durchdacht, stets zur Diskussion bereit.

Offenbar fühlen sie sich nun persönlich gezwungen, ihrer Verzweiflung ob der Starre, Gleichgültigkeit und Abgeschliffenheit der handelnden gesellschaftlichen Teile (Politik, Medien, "Volk?") einen Aufruf zu starten. UND ES IST WICHTIG!

In ihrem Text erwähnen Sie auch, dass Menschen, die sich mutig und engagiert zu Wort melden, gefragt werden, warum sie sich das antäten. Man werde doch angreifbar, der Undefinierte niemals. Wurden Sie das auch zuletzt gefragt?

DANKE, dass sie diese Bequemlichkeit, ich sehe es eher als grassierende Überängstlichkeit, anprangern, da in Österreich nichts schlimmeres passieren kann, als manchmal schief angeschaut zu werden. Dort wo der Kampf um die Demokratie auf der Strasse geführt wird, geht es um Leben und Tod. Nicht um mehr oder weniger Gemütlichkeit.

Und auch dass sie diese vermeintliche Gemütlichkeit aufdröseln. Dass diese nicht haltbar sein wird, doch verstärkt dies nicht die Ängst der Menschen, glauben diese nicht, dass die Chose mit Noch-Mehr-Ducken gelöst werden kann?

DANKE, dass sie ansprechen, dass unsere Bildungsinsitutionen - woher denn - die Heranbildung von kritischen Menschen nicht fördern - wo doch die handelnden Personen sich selbst in der Zwangshaft der Lieblichkeit und Bravheit befinden.

Doch die Hoffnung ist - wenn alle nicht mehr mitspielen - ist das Spiel der vermeintlichen Abhängigkeiten auch vorbei. Die derzeitigen Machtinhaber werden wohl kein Interesse an "schwierigen" Bevölkerungsgruppen haben. Jeder der offen und öffentlich spricht gehört dazu. Meine Hoffnung liegt in der kritischen Berichterstattung der Medien. Wo sonst befinden sich per definitionem kritische Menschen?

Und wer hat denn schon welche Karriere zu verlieren? Die einen Duckmäuserischen werden entsorgt und die anderen sind verstrickt in hangewaschenen Geschäften. Ist dies eine erstrebenswerte Karriere?


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Für alle, die "Ende des Gehorsams" noch nicht gelesen haben. BITTE - es tut einfach gut!


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