Freitag, 4. Februar 2011

Anständig essen.

Anständig essen.
1.) das Cover ist super
2.) unmoralisierend, schnelle Sprache, spannend
3.) alles drin, was über Ernährung, Klimawandel und Ethik Thema ist
4.) KURZWEILIG

Karen Duve probiert es also selber. Anständig essen. Auch weil sie von Jiminy Grille - ihrer moralisierenden Mitbewohnerin - gequält wird. Also, warum nicht. Sie überlegt hin und her und wenn dann schon gleich ganz konsequent. Also, 2 Monate Bio, 2 Monate vegetarisch, 2 Monate vegan, 2 Monate frutarisch, und weil das noch kein Jahr macht, wird vegan verlängert.

Hier ist alles drin, erstens wie es einem Menschen bei radikaler Ernährungsumstellung wirklich geht, die Zerrissenheit zwischen Lust auf Steak und Bildern von Massentötung von Rindern, etc etc.

Warum es lesbar ist: Karen Duve beschreibt ihren Alltag, dazwischen eingeflickt ganz viel Wissenswertes (sie muss sich natürlich für ihr Projekt einlesen), sehr schnelle Sprache, und dann auch die Entwicklung, die sie selbst mitmacht. Bis sie sogar so weit geht, dass Jiminy Grille schon ganz zermürbt ist.

Die Schlussentscheidung will ich hier nicht vorwegnehmen, da sonst das Buch seine Spannung verliert. Ja, dann mal reinkippen, erleben/erlesen/denken.

Für alle, die daran interessiert sind, was sie in ihren Körper reinstopfen.

Für alle, die so wie ich in den 80igern mit saurem Regen, Mülltrennung, keine-phospathältigen-Frischetabs-ins-Klo-hängen, keine FCKW-Sprühdosen verwenden, groß geworden sind (und nebenbei noch vom Feminismus-Bazillus angesteckt wurden) gibt es viele Wiedererkennungseffekte.

Für alle, die sich an die zermürbenden Diskussionen, ob man nun Bio aus Südamerika nicht-Bio aus Österreich vorziehen soll? - dazu: die CO2-Bilanz Diskussion ist ein Kind des neuen Jahrtausends.

Karen Duve ist ziemlich normal. Und dann macht sie so was.

LESEN!