Sonntag, 11. September 2011

Der blinde Fleck. Eine Tochter erlebt die Erblindung ihrer Mutter

Sie ist noch ein kleines Mädchen, als ihre Mutter plötzlich sagt. "Schnell, pack eine kleine Tasche, wir gehen." Sie läuft noch zurück, um ihrem geliebten Hund Essen aufzubereiten, ihn freizulassen, was wird aus ihm werden?

Wie immer gehen sie Hand in Hand. Mutter und Tochter. Sie kann sie am besten führen. Drückt die Hand, wenn eine Stufe kommt. Ist umsichtig. Niemand kann die Mutter so gut umsorgen wie sie.

Frankreich war eine andere Welt. Ganz besonders, seit sie bei den Großeltern in Deutschland wohnen muss. Ihre Mutter wurde wieder aufgenommen. Die Diktatur der Großmutter ist unerträglich. Sie werden wie "Die Mädchen" - die Dienstboden - behandelt. Alles, was sie macht, wird benörgelt. Nichteinmal bei ihrem Namen wird sie genannt. Nur weil die Großmutter französische Namen verabscheut.


Die Geschichte spitzt sich zu - und dann wird immer klarer. Die Erwachsenen sind mit sich selbst beschäftigt. Die Bedürfnisse des kleinen Mädchens werden nicht wahrgenommen. Wie sehr sie ihre Mutter liebt. Wie schwer es ist, ohne sie auszukommen, als die Mutter bei der Blindenschule eingeschrieben wird. Sie spricht nicht die deutsche Sprache. Wen kümmerts?

Deutschland in den 1950er-Jahren. Sehr eng. Und dann merkt sie, dass sie jetzt angekommen ist. Dass dieser Horror jetzt ihr Leben ist.


Christine Velan zieht in die Geschichte rein. Die Dichte der Geschichte lässt einen nicht los. großes Thema. Christine Velan zieht die Charaktere bis auf ihre Wahrheit aus. Hart. Aber Realität.

Deutschland in der Orientierungsphase nach dem 2. Weltkrieg. Wer ist was.


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