Das Labyrinth der Wörter. Selten - noch nie - habe ich ein Buch gelesen, das die Lust am Bücherlesen so treffend vermittelt.Wie diese besondere Freude, den einen
Satz gefunden zu haben, gerade diesen einen, der so gut passt, wie diese besondere Freude auch im Buch auftaucht. Diese alte, zierliche Frau, die dem ungebildeten großen Mann diese Liebe vermittelt. Diese beiden unterschiedlichen Seelen, die sich treffen, aneinander Gefallen finden, wo etwas passiert.
Marie-Sabine Roger erklärt uns die Freude an den Worten. Der Analphabet, der die verschiedenen Synonyme zu Begriffen - gleich auch miterklärt. Der aufwacht und erkennt, dass durch Wörter und Sprache Gefühle und Emotionen reicher werden. Dadurch, dass man auch sich selbt die eigenen Zustände erklären kann.
Ein einfacher Mann, ungebildet, Arbeiter, mit Macken lernt eine alte zierliche Frau kennen - Liebe auf den ersten Blick. (aber nicht so, wie sie jetzt denken, würde er jetzt sagen.) Und dann verändert sich sein Leben. und ihres. Wie schön ist es auch für sie, ihre Leidenschaft teilen zu können. Vorlesen zu können. Jemanden zu haben, der zuhört. Wie schön ist es für ihn, diesen Vorhang gelüftet zu bekommen, die Phantasie laufen zu lassen, respektvoll behandelt zu werden.
*seufz*
so schön.
Eines, das ich nochmal lesen mag. Diesmal ganze Passagen rausstreichen mag. Abschreiben, rahmen, aufhängen, oft und oft anschauen. Anderen zeigen, wofür die eigenen Worte nicht reichen, was Lesen bedeutet.

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