Freitag, 25. März 2011

Und der Himmel rot - Gabi Kreslehner

Und der Himmel rot. Darm. Wer Darm heißt, kann kein Glück im Leben haben. also. Augen zu, Mund zu, Kamera an. und durch. Wenn irgendwo der Verdacht auftaucht, es könnte gut werden, dann muss er sich kalt machen. Darf es nicht zulassen. Was, wenn jemand erfährt, was damals war, vor 1000 Tagen, wie das war.

Darms Leben ist gebrochen. Eine Tasse, hat einen Riss, kann der geklebt werden, kann jemand es wieder gut werden lassen? Und der Himmel rot. Dann. Die Hoffnung. Kann sie es? Darf es sein? Ja?

Darm braucht die Kamera nicht mehr. Er muss nicht mehr dokumentieren, darf wieder selbst leben.


Gabi Kreslehner: also, ich erkläre mich jetzt offiziell zum ultimativen Fan von Gabi Kreslehner.


Ihre Bücher laufen unter Jugendbuch. Nun, wenn das so ist, dann werde ich jetzt eine Erwachsene, die Jugendbücher liest. Wenn das ein Jugendbuch ist. Dann bin ich jetzt Jugendbuchleserin.

Sonntag, 20. März 2011

equal pay day. heute. "Das wird mir alles nicht passieren ..." von Marlene Streeruwitz

Marlene Streeruwitz, sowieso. DIE Streeruwitz. Wie bleibe ich Feministin. Schon eine gute Frage, in Zeiten, wo die nächste Generation glaubt, Feminismus nicht zu brauchen. Die nächste Generation glaubt, wenn sie nur gut genug, gescheit genug, schön genug, jung genug, fleißig genug, usw usw usw, dann wird .... usw usw usw

Heute steht in meinem Kalender. Equal pay day. Das heißt, bis hierher müssen Frauen arbeiten, um den Jahreslohn eines Mannes des Vorjahrs zu erreichen. bis 20. März. Bis Woche 11. Elf Wochen länger, um den gleichen Lohn zu bekommen. Statt 52 Wochen, 63 Wochen.

Und da glauben noch immer die nächsten Generationen. usw. usw.


Marlene Streeruwitz stellt 11 Frauen vor, die heute leben. Die vor Entscheidungen stehen, die vielleicht gar nicht wissen, dass sie vor einer Entscheidung stehen.

Die Sprache! Wie lange schon nicht mehr so komprimiert gelesen. Wie lange schon nicht mehr mit diesen Wirklichkeiten konfrontiert. Wie hart und wie wohltuend gleichzeitig, wieder einmal Streeruwitz zu - ja ganz langsam, in Tranchen - erleben, erarbeiten, erdenken.


Marlene Streeruwitz, Das wird mir alles nicht passieren ... Wie bleibe ich Feministin.

Langsam, ganz langsam, immer wieder zur Hand nehmen. Gedanken fließen lassen. Weglegen, Wochen später wieder. Die nächste Frau. Einwirken lassen. Ja, ein Buch für längere Zeit. Vielleicht für Jahre.

Keller fehlt ein Wort

Keller fehlt ein Wort. ?. In die Hand nehmen. ?. Zurückstellen. ?. Doch nehmen. Lesen. Nicht mehr raus können.

Herrn Keller fehlt ein Wort. Wie heißt dieses Ding, in das man Kaffee reinlehrt? Später wird dieses nicht vorhandene Wort dieses Nichts in seinem Kopf ein ganz wichtiges Nichts. Sein erstes verlorenes Wort. Ganz weg. Es werden ihm noch einige folgen.

Keller, Mann in den besten Jahren, Kommunikationsberater, verliert Wörter. Verliert seine Sprache. Es gibt auch eine Erklärung dafür (Gehirnschlag), aber was nützt es?

Keller beginnt zu schweigen, die Buchstabenfetzen, die aus seinem Mund dringen sind unerhört. Keller denkt. Über die Wörter, die in seinem Kopfkrater verschwinden. Welches wird es wohl zuerst sein? Streitet kurz gegen lang? Alteingessesen gegen neu?

Dem Braumüller Verlag ist wirklich eine Entdeckung gelungen. Herr Keller entwickelt sich. (Nicht)-Spricht mit seinem Sohn, der dann ganz im Jugend (Nicht)Sprech reagiert. Ist Nähe möglich? Ja? Vaterliebe - und Verlustschmerz. Mit diesem Krater.

Keller beginnt zu schauen. Mark Rothko. Er verliebt sich, bemerkt, dass man nicht alles zerreden muss. Aber sprechen. Keller beobachtet und schaut und kehrt zurück.


Schön.

Mittwoch, 9. März 2011

Martin Weber - der Mensch im Gleichgewicht

Donnerstag, 10.3.2011, Beginn 19.00 Uhr Vortrag von Martin Weber in der Stadtbibliothek Oberpullendorf, Eisenstädter Straße 8



Martin Weber, Erfolgstherapeut des Skinationalteams, spricht am
Donnerstag, den 10. März 2011,
Beginn 19.00 Uhr
im Festsaal der Stadtbibliothek Oberpullendorf
über seine Methode, Menschen zu helfen, ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

Anschließend Signierstunde für sein Buch „Der Mensch im Gleichgewicht“. Buchkauf vor Ort möglich.

Eintritt € 8,00, wir ersuchen dringend um Voranmeldung!
Kartenvorverkauf in den buchwelten Oberpullendorf, 02612-42251

Gemeinsame Veranstaltung der Stadtbibliothek Oberpullendorf und der Buchhandlung buchwelten Oberpullendorf.



Zum Autor:

Martin Weber, Erfolgstherapeut vieler Spitzensportler, entdeckte mit 51 Jahren seine Gabe, Energie zu sehen und zu spüren.
Seine Intuition ermöglicht ihm, Menschen zu helfen, gezielt ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
Es geht ihm nicht darum, Krankheiten zu bekämpfen, sondern Gesundheit zu erhalten und zu aktivieren. Dazu gehört der ganze Mensch. Der ganze Mensch mit seinem Umfeld, seinen Beziehungen, seinen Gedanken und Gefühlen.
Webers Botschaft ist für Menschen gedacht, die an wirklicher Heilung interessiert sind, nicht an Symptombekämpfung. Es zeigt auf, dass Medikamente niemals zu wirklicher Heilung führen. Und dass vor allem der Körper nach Verletzungen oder Operationen wie ein sensibles Musikinstrument neu gestimmt werden muss.

Samstag, 5. März 2011

Kein einziger Tag, Linda Stift

Das Cover, die große Eiserne Schere. Also doch zuerst dieses, und die anderen müssen noch warten.

Linda Stift, junge (also wenn man beim Jahrgang 1969 von jung sprechen kann) österreichische Autorin. Kommt gerade auf. Fällt gerade auf.


Nachdem ich mit dem Buch fertig war, wusste ich nicht, ob das ganze Buch eine Traumerzählung ist, was es ist, warum mich der Schluss, und dieses Kellertier (was ist es, was soll es bedeuten, worauf spielt sie an?) so irriterten.

Paul ist ein abgetrennter siamesicher Zwilling. Er ist heilfroh, keinen anderen Körper mehr an sich kleben zu haben, sein zweiter Teil, Paco, nicht. Paul flüchtet vor ihm, muss übersiedeln, sich verstecken, doch Paco findet ihn wieder. Paco ist vordergründig fürsorglich, kocht bestens, heimelig, ein Schauspieler wartend auf den nächsten Auftrag.
Paul ist Farbenhändler, verkappter Maler, der seine Ruhe haben will (und ein geheimes Kellertiermensch hat).

Paco schafft eine so angenehme Atmosphäre, dass selbst Pauls Freundin die Beziehung verdichtet. Niemand fragt Paul nach seiner Meinung. Er will diese Nähe nicht, noch immer traumatisiert von den Kinderjahren in zusammengewachsenem Zustand. Wie er alle Trennungen von siamesischen Zwillingen kennt, die romantische Vorstellung des Zwilling-Seins ausräumt.

Ein Buch als innerer Monolog von Paul. Paul die Hauptfigur. Paul, der kein Interesse weckt. Paul, der er selbst sein will. Kein Teil eines anderen. Froh, dass die Trennung funktioniert hat, stolz seine große Narbe betrachtend.


Und dann - der Horror. Der letzte Absatz nach allem.