Mittwoch, 17. November 2010

David Grossmann - Das Gedächtnis der Haut


Grossmann erhielt heuer den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Er war mir bis dahin noch nicht zwischen die Lesefinger gekommen und ich wollte ihn kennenlernen.

Ein Buch, für das ich ziemlich lange gebraucht habe. Sicherlich habe ich es an die zwei Monate auf meinem Nachtkästchen liegen gehabt.

Bei Grossmann habe ich seit langem wieder wirklich aufpassen müssen. Er entzieht sich, bleibt verdeckt hinter seinen Figuren. Die Geschichten gleiten völlig ab in Fantasiewelten, wobei man am Ende nicht weiß, ob nicht beide Realitäten Träume sind.

Das Buch teilt sich in zwei Erzählungen, die in ihren vorgestellten Personen nicht zusammenhängen. Sie werden verbunden vom Thema "unabänderliche Liebe" "Liebe bis zur totalen Abhängigkeit".

Mir hat der zweite Teil mit der Mutter-Tochter Beziehung besser gefallen, wobei ich fast nicht mehr begonnen hätte. Der zweite Teil - "Das Gedächtnis der Haut" erzählt von intensiven Körpererfahrungen, von Vernachlässigung und Ausgeliefertsein.

Was für Grossmann spricht ist seine Intensität; Ich hatte aber zwischendurch immer wieder Anwandlungen, dass mich jetzt gar nicht mehr interessiert, wie es weiter geht. Einerseits, weil es vordergründig absehbar war und andererseits, weil ich - vor allem im ersten Teil - diese Kompliziertheit und Verschlossenheit nicht nachvollziehen konnte.

Vielleicht aber blieb mir Grossmann einfach verborgen und ich entdecke ihn später in meinem Leben wieder.