Mittwoch, 16. Juni 2010

"Der verletzte Mensch", von Andreas Salcher



Andreas Salcher habe ich zuerst live erlebt, bevor ich eines seiner Bücher gelesen habe. Wie soll ich sagen: seine Lesung war keine. Er hielt einen Vortrag über die systematische Erniedrigung von Menschen. Vordergründig (bzw. einladungsmäßig) war das Thema "Der talentierte Schüler und seine Feinde", Andreas Salcher aber sprach einen Großteil seiner Zeit über das aktuelle Buch "Der verletzte Mensch", sowie kündigte auch sein nächstes an.

Nichtsdestotrotz: selten ein derartig unwissenschaftlich (im Sinne von verständlich) und somit wohl populärwissenschaftlich (im Sinne von vielen Menschen zugänglich) geschriebenes Wort zum Thema "Überwindung von Verletzungen und wie kann man es schaffen, ohne Gramgesicht durchs Leben zu gehen" gelesen.

Besonders toll an ihm ist, dass sein Zugang lösungsorientiert (ohne simplen Tipps) und aufbauend ist. Ebenso toll, dass dies ein Buch ist, das wohl auch die männliche Halbkugel ansprechen kann, weil völlig frei von Esoterik.

Gleichzeitig ist "Der verletzte Mensch" auch gespickt mit Gesellschaftskritik sowohl in der Erziehungsfrage, als auch im Umgang mit älteren Menschen.

Ich würde es als lesenswert empfehlen, da es sowohl Hinweise für menschliche Reifung, als auch geharnischte Gesellschaftskritik, leicht lesbar und konzentriert in einem Buch anbietet.