Montag, 29. November 2010

Thomas Sautner, Fremdes Land


Thomas Sautner, Fremdes Land.

Wow. Sollte zur Pflichlektüre für alle Erwachsenen ernannt werden.

Die schleichende Entmündigung und Überwachung von Menschen durch moderne Technik. Die Ahnungslosigkeit und das fehlende Unrechtsbewusstsein einer herrschenden Kaste.

Menschen, in der Politik, die nur mehr von Schmeichlern umgeben sind, die den Bezug zu Menschenrechten, Persönlichkeits- und Freiheitsrechten verloren haben, abgehoben in Glaspalästen gesteuerte Marionetten von berechnenden Gierigen werden.

Sautner schreibt dies alles in einer Stille und Leichtigkeit dahin, die genau in den Kühlschrank passenden 7 Vitamingetränke, der Vorteil, immer elektronisch vernetzt zu sein. ... und dann kriecht die Kälte herauf.

Die herrschende Meinung, "Wer nichts zu verbergen hat, braucht sich ja nicht zu verstecken", wird hier vorgeführt. Wie schnell man in die automatisierte Falle gerät. Big brother stand Pate, Fahrenheit 451 wohl ebenso.

Spannend, fesselnd, aufhorchen machend.

Ich konnte mich einen Nachmittag lang nicht losreißen. Ja, ein großer Roman.

Mittwoch, 24. November 2010

Die Sau. Ein voll arger Heimatroman


Also, wenn jemand wissen will, wie das so war, am Land. Bitte lesen!

kurz. gerade. echt. abstechen. innere flucht. kälte. verkapptenazis. tierliebe. überleben.

ja, was es noch hat. es ist eine Mischung zwischen echtem Leben erzählt von einem Linzer Satiriker (deshalb ist wohl die Sprache so messerscharf).
Und gleichzeitig erklärt eine Dekonstruktivistin was da eigentlich abläuft.

WAS ZUM LERNEN!!!

na dann los allerseits :-)

Montag, 22. November 2010

Buchpräsentation Jutta Treiber "Edi Dickstur und der Norz" am 4.12. in den buchwelten




JUTTA TREIBER
liest aus Ihrem neuen Buch
Edi Dickstur und der Norz
für Kinder von 8 bis 12 Jahren.

Am Samstag, 4. 12. 2010
Von 14.30 – 15.30 Uhr
in den buchwelten
Oberpullendorf, Hauptstraße 8

Anschließend laden wir Sie
zu Kinderpunsch und Lebkuchen ein

Ich freue mich auf Ihr Kommen!
Herta Emmer :-)

Mittwoch, 17. November 2010

David Grossmann - Das Gedächtnis der Haut


Grossmann erhielt heuer den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Er war mir bis dahin noch nicht zwischen die Lesefinger gekommen und ich wollte ihn kennenlernen.

Ein Buch, für das ich ziemlich lange gebraucht habe. Sicherlich habe ich es an die zwei Monate auf meinem Nachtkästchen liegen gehabt.

Bei Grossmann habe ich seit langem wieder wirklich aufpassen müssen. Er entzieht sich, bleibt verdeckt hinter seinen Figuren. Die Geschichten gleiten völlig ab in Fantasiewelten, wobei man am Ende nicht weiß, ob nicht beide Realitäten Träume sind.

Das Buch teilt sich in zwei Erzählungen, die in ihren vorgestellten Personen nicht zusammenhängen. Sie werden verbunden vom Thema "unabänderliche Liebe" "Liebe bis zur totalen Abhängigkeit".

Mir hat der zweite Teil mit der Mutter-Tochter Beziehung besser gefallen, wobei ich fast nicht mehr begonnen hätte. Der zweite Teil - "Das Gedächtnis der Haut" erzählt von intensiven Körpererfahrungen, von Vernachlässigung und Ausgeliefertsein.

Was für Grossmann spricht ist seine Intensität; Ich hatte aber zwischendurch immer wieder Anwandlungen, dass mich jetzt gar nicht mehr interessiert, wie es weiter geht. Einerseits, weil es vordergründig absehbar war und andererseits, weil ich - vor allem im ersten Teil - diese Kompliziertheit und Verschlossenheit nicht nachvollziehen konnte.

Vielleicht aber blieb mir Grossmann einfach verborgen und ich entdecke ihn später in meinem Leben wieder.

Dienstag, 2. November 2010

Isabel Allende, Die Insel unter dem Meer



Die Insel unter dem Meer ist jener Zufluchtsort, an den sich die Sklaven der Zuckerrohrplantagen im 18. Jahrhundert hinwünschen. Ihre Lebenserwartung ist generell kurz, nur wenige schaffen es zu grauen Haaren, es ist die Zeit des Sonnenkönigs Ludwig XVI.

Europa war wohl wirklich sehr mit sich selbst beschäftigt. Nach der französischen Revolution ändert sich auch auf Saint-Domingue (später Haiti)einiges, das Abendland diskutiert gleiche Rechte für alle Menschen.

In den Sklavenkolonien völlig undenkbar, da Sklaven Eigentum, Ware, sind.

Anhand der Hauptdarstellerin, Zarité, einer Mulattin, erzählt Allende die Geschichte der Schwarzen und Mischlinge, der Amerikaner und der Pflanzer, den hochherrschaftlichen Spaniern und Franzosen, so flüssig, fesselnd und menschennah, dass man nicht aufhören kann zu lesen.

Das Buch ist schön geschrieben - Allende übertrifft sich wieder einmal selbst.