Montag, 25. Oktober 2010

Solo - Rana Dasgupta



Wie immer - plötzlich stehe ich da ohne Lektüre in der Tasche. Also nackt. Mein bis dahin aktuelles Buch habe ich spontan weitergeschenkt, man will ja jemandem eine Freude machen.

Eine Süchtige braucht Stoff, diesen findet sie in Frankfurt während der Buchausstellung in einer Buchhandlung. Komisch, sich als Buchhändlerin ein Buch in einer andern Buchhandlung zu kaufen. Dieses Gefühl ist doch tatsächlich ganz neu. Ich entdecke dieses Buch, beim Streichen über viele Buchdeckel muss ich dann dieses nehmen. Warum weiß ich nicht, aber es fesselt mich von Beginn an.

Bis jetzt, wo ich es doch gleich bis zur Mitte gelesen und den zweiten Teil mangels offener Augen (dringende Schlafbedürfnisse haben sich vorgedrängt) dann doch in einigen Tranchen - stückweise - zu lesen gezwungen war, bis jetzt also kann ich nicht genau sagen, was es ist mit diesem Herrn Dasgupta, der mir so plötzlich zwischen die Lesefinger kam.

Das Buch liest sich einfach so schön dahin. Ruhig, immer weitertreibend erleben wir die Geschichte eines Mannes im zehnten Jahrzehnt seines Lebens. Ein wohlhabendes Kind in bürgerlichen Kreisen des beginnenden 20. Jahrhunderts. So nebenbei erleben wir die Geschichte Bulgariens (mich erinnert dies ein bißchen an Mazurka, der Roman Polens, den ich vor ca 100 Jahren gelesen habe). Bis zur ersten Hälfte ist die Geschichte durchgängig, von diesem jungen Mann, der sich immer treiben ließ und die Frage wird laut: "Was ist ein gescheitertes Leben?", hier einer, der nie seiner Begabung gefolgt ist und trotzdem - da ist keiner Bitternis.

Der zweite Teil stellt einen völligen Bruch dar, so brutal, dass ich vorerst gar nicht das Bedürfnis hatte, weiterzulesen. Aber die Erzählform, die Sprache trägt so sanft. Nun doch. Eine völlig andere Geschichte breitet sich aus, Gegenwart, Aktualität, Unmittelbarkeit. Warum dann Ulrich (der Protagonist des ersten Teils) plötzlich wieder auftaucht, bleibt mir schleierhaft. Ich hab wohl den Sinn des Buchs nicht verstanden. Als ob er sich in den zweiten Teil hineinträumen würde. Am Ende aber - und das hält den Roman zusammen stellt sich wieder die Frage: "Was ist ein gescheitertes Leben?" Können Umstände die Unmöglichkeit des eigenen Wegs entschuldigen? Wie ist das mit denen, die einfach nur Überleben wollen?


Ja, wo ich doch dachte, ich hätte keine Worte für diesen Roman. Vielleicht erklärt er einfach den Osten. Und die Menschen, die dort leben. Vielleicht einfach nur das Leben in einer Region, die wir nicht so gut kennen. Einfach nur das Leben.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Anton Zimmermann - Lebenslauf


BUCHPRÄSENTATION und SIGNIERSTUNDE Anton Zimmermann


Anton Zimmermann
Lebenslauf

oder Das Rad Der Zeit

Erzählungen



BUCHPRÄSENTATION
Donnerstag, 28. Oktober 2010, 19.00 Uhr

Oberpullendorf – Rathaussaal

7350 Oberpullendorf, Hauptstraße 9

Musikalische Umrahmung: Clara Frühstück (Klavier)

Dem Autor gelingt es eindrucksvoll in spezifische soziale Sphären einzutauchen und spannende Geschichten zu erschaffen. Seine Erzählweise und Sprache dringen in Dimensionen vor, die Staunen und Schaudern machen. Äußerst dicht und anschaulich präsentieren sich Lebenswelten, die nur an der Oberfläche unauffällig und alltäglich erscheinen. In sie hineingehend werden Obsessionen, Leiden und Leidenschaften sichtbar, die auf Menschen allumfassend wirken und ihr Leben bestimmen können.

Signierstunde:

Samstag, 6. November 2010, 11.00 – 12.00 Uhr

Oberpullendorf – Bücherstube, 7350 Oberpullendorf, Hauptstraße 8




Buchbestellung: direkt bei mir - buchwelten office@buchwelten.at oder 02612-42251
Preis: € 24,-- (zzgl. Versandspesen) / ISBN: 978-3-901757-95-2 Pick It!