Sonntag, 16. August 2009

Neusiedlersee-Radtour


in zwei Tagen die Südhälfte der Neusiedlersee-Radtour gemacht (90 km)

Vom Bahnhof Deutschkreutz ab (weil dort Auto geparkt, sicherheitshalber, falls wir mit der Bahn rückreisen müssen) nach Kophaza, Balf, dort auf den Radweg gestoßen, der ausgezeichnet gekennzeichnet ist. Die Ungarn lassen sich nicht lumpen und beschriften alle Ortschaften (auch die österreichischen, warum das wichtig ist, später). Immer wieder finden sich kleine Raststätten, die Orte sind romantisch urtümlich und der Radweg ist flach und für alle ungeübten geeignet.

In Fertöd nochmals Pause gemacht, hier gibt es das Schloß Esterhaza anzuschauen, wir sind aber bei ausgezeichnetem Kaffee verblieben und dann gleich nach Pamhagen weitergefahren. Der Radweg Fertöd-Pamhagen zieht sich, ist schmal und schlecht gewartet, was aber der Stimmung keinen Abbruch tut.

Von dort weiter nach Apetlon, wo wir bei Freunden vorbeischauen, leider keinen Wein gekauft, unsere Vorratshaltungsmöglichkeiten sind -radfahrend unterwegs - beschränkt. Die kürzere Strecke nach Illmitz scheint nach mehr als 40 km Fahrt angemessen, dort gibts eine kurze Rast beim Heurigen. Nicht zu üppig, Podersdorf wartet noch und auf dem Weg dortin muss man zuerst durch die Hölle. Sie hält was sie verspricht: glühend heiß.

Podersdorf. endlich. Urlaub. Südfeeling. Die Überfahrt nach Breitenbrunn gelingt nicht mehr ("Na um halb sieben fährt doch keine Fähre mehr!") Wir bekommen aber gleich ein nettes Zimmer und verbringen einen lauen Abend mit wunderschönem Sonnenuntergang am Podersdorfer Strand.

Am nächsten Tag mit der Fähre nach Rust, wir meinen das reicht als Retourstrecke bei 35 Grad angesagter Tagestemperatur (was sich bewahrheitet) und los gehts mit der romantischen Fährenfahrt.

Die Einfahrt in die Ruster Bucht ist malerisch, gleich will man so ein Schilfhäuschen haben, denn der Liebe zur Weite des Neusiedlersees ist nicht zu entkommen.

Rust, dann Mörbisch, der Radweg führt durch die Hauptstraße, jetzt noch kein Halt, die flache Strecke verwandelt sich in eine leichte Hügellandschaft, nun kann man auch manchmal einen Blick auf den See erhaschen (denn, nur weil es Neusiedlersee-Radtour heißt, gilt nicht, dass man den See sieht).

Doch hallo! - jetzt sind wir im Ödenburger Gebirge, die Steigung zum Grenzübergang ist nicht ohne, vor allem unerwartet. Und nun: die Österreicher schreiben den Radweg nicht ordentlich an. Plötzlich gehts "zur Grenze" oder "Radweg nach Pamhagen" kein Wort einer einzigen ungarischen Station. Leute, da gibts noch was zu lernen. (Vor allem findet sich kein einziger Hinweis zum Rotweinwanderweg in der Blaufränkischregion.)

Mörbisch - Grenze - Fertörakos - Balf
Hügelig, und anstrengend, gerade in der vollen Mittagshitze, aber gottseidank die Ungarn: immer wieder ein Standl mit Obst oder frisch gepresstem Traubensaft. Rettend. Auf diesem Abschnitt gibts übrigens die wunderbarsten Durchblicke zum See.

In Balf kurze Rast bei einem Denkmal unter großen, schattigen Bäumen, dann gleich weiter nach Kophaza dort dann ausgiebige Pause bei gutem Essen.

Die Überraschung, erst drei Stunden gefahren und schon 30 km gemacht. Nach unserer Pause gibts noch die kleine Steigung zur Grenze hin, dann nach Deutschkreutz - und gleich ist der Bahnhof da und die Tour beendet.

Schön wars, erholsam und viele gute Bilder mitgenommen


Übrigens: zwei sehenswerte Nationalparks liegen auf dieser Route

Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel

Nationalpark Fertö - Hansag