Mittwoch, 4. Februar 2009

Geschlechterkampf

es hört nicht auf.

Nun kommt die Klage vonseiten eines berühmten Mannes. Er hätte im Geschlechterkampf verloren. Wie unverfroren Männer dann ein Vokabel verwenden, sofort ausfahren mit allen Geschützen, wenn es um den Erhalt ihrer Position geht.

Also, Geschlechterkampf darf wohl schon sein, aber wenn ein Mann unterliegt, darf er das Wort benutzen, selbst wenn dieser Faktor nicht relevant war. Faszinierend, wie unrefelektiert die meisten Meinungsmacher die Diktion übernehmen und selbst die eigenen Leute dieses wording unterstützen.

Ich kann es mir nur so erklären, dass es viel einfacher ist, den Geschlechterkampf für etwas verantwortlich zu machen (da kennen wir uns aus, darunter kann sich jeder etwas vorstellen), als Generationenwechsel, Machtkampf oder politische Veränderung.


Der wahre Unterschied in der Argumentation eines Mannes, es sei sein Geschlecht, das ihm geschadet hätte, liegt dort, dass natürlich niemand davon ausgegangen ist, dass Frauen (!) jemals (!) einen Machtkampf (pfui!) führen könnten. Und gewinnen. Im Machtkampf gegen eine Frau verlieren - undenkbar, das kann nur eine Unterlegenheit aufgrund des Geschlechts sein. Alles andere würde den Selbstwert viel stärker verletzen.

Da dies (Unterlegenheit aufgrund verlorenen Kampfes ) unmöglich ist, muss es wohl am Geschlecht gelegen sein, denn verlieren - einfach so, weil es auch andere Gute gibt, - das ist viel schmerzlicher als der Rückzug auf: hier gibt es eine Truppe, die benachteiligt Männer (Männer! benachteiligt!) jetzt reichts aber wirklich.

In der aktuellen Diskussion ist diese simple Erklärung wunderbar, die alten Schemata brechen auf (Frauen wollen eher kalmieren, Männer haben Netzwerke, Frauen dürfen nicht böse abschießen, etc. etc. kotz)

Wie wärs mit: dort wo es eine zwingende Quote gibt, ist endlich Kompetenz- und Machtkampf möglich - unbenommen der (Geschlechts-)Person

Sehr geehrter Herr Voggenhuber. Dass ihnen das nicht peinlich ist. Diese Geschlechteraussage. Jedoch, ich lerne immer mehr dazu: beim Kampf um den Kuchen gibt es keine Schamgrenze. Nirgends. Es menschelt überall und das Hemd ist näher als der Rock.



Deshalb liebe Frauen: verlasst euch NIE auf Worte. Niemals. Denn - wie schon Kohl gesagt hat - die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit ;-)

Nur Taten, schriftliche Verträge, gewählte Positionen, beschlossene und protokollierte Gremialentscheidungen zählen. Worte werden ausgewechselt und im Machtkampf wie die Unterhosen - nämlich täglich.

Wenn ihr nach oben durchstoßen wollt erwarten euch harte Kämpfe. Dieser aktuelle ist ein Beispiel. (Und in diesem gibt es schon den Vorteil einer zwingenden Quote. Überall anders ist es noch schwieriger.)