Mittwoch, 23. September 2009

der Tag nach dem autofreien Tag - Streichungen bei den Öffis

Abgesehen von meinem heutigen Nicht-Buserlebnis einmal vorab die Eindrücke, wie ein Tag nach dem autofreien Tag beginnt.

Der Kurier berichtet über Obama, der eine Weltkatastrophe durch Klimaerwärmung ankündigt, die Titelseite des Wirtschaftsheftes Printausgabe Kurier: "Streichkonzert bei den Nebenbahnen". Einige erst vor kurzen halbherzig eröffnet, erfüllen sie die erwartete Nicht-Auslastung und können wieder begründet zugesperrt werden - so sieht neue moderne Mobilität seitens der ÖBB aus!

Wäre doch viel interessanter und wahrhaftiger, wenn das Streichkonzert der Nebenbahnen, die still und heimliche Streichung attraktiver Schnellverbindungen am Autofreien Tag berichtet würden!
Nein, genau am Tag danach! Wie auffällig.


Nachfolgend mein Brief an die Geschäftsführung des Verkehrsverbundes Ostregion, nachdem ich heute erfolglos versucht habe, mit einem öffentlichen Verkehrsmittel nach Wien zu kommen.


Sehr geehrte Geschäftsführung!

Seit vielen Jahren versuche ich möglichst alle Wege mit Öffis zu bewältigen, sofern realistische Zeiträume angeboten werden. Das ist von meinem Standort Steinberg-Dörfl im Burgenland aus, schwierig genug.

Da ich viel in Wien unterwegs bin und schwer zu erschüttern, nutze ich abwechselnd Zugverbindungen (Deutschkreutz) und seit einem halben Jahr die Park&Ride Anlage Weppersdorf. Ich war hocherfreut, einen Pendlerbus um 08:00 Uhr morgens zu haben und auch überrascht wie intensiv die Linie von anderen Menschen genutzt wird. Der Bus war nämlich stets fast ganz voll.

Heute morgen war es wieder so weit - meine Nachmittagstermine ließen zu, dass ich auch noch eine Heimfahrt mit dem Bus bewältigen hätte können. Ich fuhr zur P&R Anlage Weppersdorf, um den schnellen Bus nach Wien zu nehmen.


ES GIBT IHN NICHT MEHR

Der Chauffeur der Blaguss-Linie, die ca. zur selben Zeit dort fährt, informierte mich, dass es nur mehr einen "halbschnellen" Bus gibt. Statt 01:11 h, nun 01:40 h. Statt kurz nach 09:00 Uhr am Matzleinsdorfer Platz auszusteigen, nun Ankunft 09:40!

Nun bin ich wieder ausgestiegen und mit dem Auto nach Wien gefahren. Sie haben eine Benützerin verloren.

Das ist ihnen wahrscheinlich ohnehin egal, einige Linien weniger, 30 Passagiere weniger - spielt keine Rolle. Sollen doch die Pendler 30 min länger (+ 50 % der Zeit) fahren. Das Image, dass, wer es sich nur irgendwie leisten kann, NICHT mit Öffis fährt, wird hiermit verstärkt.

Mein Fahrplanheft mit Gültigkeit bis 31.12.2009 (Auszüge weiter hinten) , das ich für diese Fahrten verwendet habe, gilt nicht mehr! Die neue Regelung dürfte erst seit sehr kurzer Zeit in Kraft sein, da ich noch Mitte August mit dieser Linie gefahren bin. Ebenso die heute von mir (im Nachhinein abgerufene) aktuelle Fahrplansituation.

Aber vielleicht haben Sie ja auch noch eine andere Erklärung, warum eine Buslinie ersatzlos gestrichen wird. Warum diesbezüglich keinerlei Information aushängt etc etc.


Enttäuschte Grüße
Herta Emmer


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Fahrplanheft Weppersdorf - Wien
gültig von Mo - Fr 21.07.2009 - 12.12.2009

Linie V102 / 1155
Abfahrt 07:59
Ankunft 09:10
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Freitag, 18. September 2009

Grüne Produkte und der Preis

http://www.unternehmerweb.at/emagazin_pdf/oekostrom_09_2009.pdf

1.) schön, dass green consumers ein immer größerer Faktor werden
2.) der Einzug in alle Bereiche der Wirtschaftsdiskussion, nämlich ohne mitleidigem Lächeln, sondern als "Markt" ist ein echter Durchbruch
3.) Menschen, die nicht mehr wollen, dass Kinder ausgebeutet, ArbeiterInnen in Abfällen ersticken und schwere gesundheitliche Schäden durch Säuren, Abgase etc in der Produktion von Produkten, die sie kaufen, erleiden - werden mehr!

aber
4.) was mich noch immer ärgert, ist dass selbstverständlich angenommen wird, dass grüne Produkte teurer sind. Das stimmt nämlich nicht. Nicht grundsätzlich.

denn
5.) die Hochpreisprodukte (Imageprodukte, Lebensstil-Luxusprodukte) sind nicht öko!

und
6.) sind Naturmaterialien in verschiedenen Bereichen WESENTLICH günstigter als Plastikprodukte auf Erdölbasis.

also weg vom Hochpreis- und sowieso-immer-teurer-Image!

Weils einfach nicht stimmt und somit ein touch von "Sonderklientel" bleibt.


Beispiele wo Nachhaltigkeit günstiger ist:

Beispiel Käse: wer sich Importkäse aus Weißnichtwo kauft, ist mit dem Biokäse aus der Region sicher günstiger bedient

Beispiel T-shirts: Öko-T-Shirts sind in der mittleren Preisklasse angesiedelt und nicht nach 10maligem Waschen löchrig

Beispiel Reinigungsprodukte: Ausgieber weil mit weniger Füllstoffen angereichert

...


Göttin des Glücks
Holzöle von Auro

Mittwoch, 9. September 2009

neue Ufer - Mut zu Chancen

»Der Mensch kann nicht zu neuen Ufern vordringen, wenn er nicht den Mut aufbringt, die alten zu verlassen.

André Gide


Mit Loslassen beginnen alle Veränderungen.
Neue Zeiten brauchen mutige Menschen.
Systemänderung muss neues zulassen und altes loslassen.


(Wobei wir wieder bei einem Herzensthema von mir "Widerstand gegen Veränderung" wären.)

Wer die Zeichen der Zeit nicht rechtzeitig erkennt, dem wird die Zeit die Zeichen setzen.

Dienstag, 8. September 2009

neue Arbeitsformen - arbeiten wo man will

Die Gruppe Zukunftsforschung diskutiert gerade über arbeiten, mit wem und wo man will

Es geht darum, dass die neue Internettechnologie völlig neue Formen von Arbeit ermöglicht - jetzt müssen es nur mehr "alte Ökonomien" und "bürokratische Strukturen" verstehen lernen.

Noch immer glauben zu viele (Chefs), dass Arbeitsleistung (bei Denk- und Planarbeit) in Arbeitszeit vor Firmenbüroschreibtisch messbar ist. Völlig oldfashioned. Damit verlieren die Firmen ihre besten Mitarbeiter, das wird derzeit in einschlägigen Magazinen diskutiert (brand eins etwa) oder ist im empfohlenen Buch "Morgen komm ich später rein")besprochen.

Dass junge, moderne Menschen nicht mehr in Standardjobs (oder nur mehr sehr schwer) zu integrieren sind kennen Personalisten schon längst. Abgesehen davon, dass gerade die Generation der jetzt bis 35jährigen vielfach in prekären Dienstverhältnissen, neuer Selbständigkeit, Teilarbeit groß geworden ist, sind 8-5 jobs mit kreativer Denkarbeit nicht kompatibel. Aus der EDV-Branche längst bekannt, schwappt diese Welle nun auch in weite Teile von old-economy-Berufen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die neue Führungsleistung darin besteht, die Koordination und Organisation von freien MitarbeiterInnen in Netzwerkstrukturen zu managen. An dieser Leistung wird sich Erfolg und Misserfolg von Organisationen messen lassen.