Montag, 29. Juni 2009

neues Wirtschaften - neuer Markt


Gestern hat mich die Sendung Im Zentrum schon sehr ernüchtert. Abgesehen davon, dass Wirtschaftskompetenz ausschließlich männlich ist. Aber das mit den Spitzenpositionen-Besetzungen haben wir ohnehin schon des öfteren diskutiert.


Also unsere Experten machen wahrlich keinen vertrauenserweckenden Eindruck. Sie sind bemüht und besorgt und versuchen ihr bestes. Aber ich muss mich da schon der Aussage Frau Thurnherrs anschließen - jetzt mit der Verwaltungsreform als Grashalm in der Not zu kommen ist tatsächlich mehr als verwegen.

Wer soll diese Verwaltungsreform betreiben, wo soll plötzlich ein Glaube an eine Vereinfachung der bürokratischen Wege (was Voraussetzung für Einsparungen ist) entstehen?

Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren!


Zu den neuen Märkten. Abgesehen davon, dass die Märkte mit tatsächlichem Wachstumspotential direkt vor unseren Augen sind (Ökologie, Energie, Bauwirtschaft) wird genau darum diskutiert, wo denn diese Märkte wären. Ein Indiz dafür, dass die neuen Energien und Markttreiber vielleicht nicht aus den gewohnten "alten Industrien" mit "alten Produkten" kommen, sondern vielmehr durch Innovationen und neue Proudkte entstehen. (Hier sei wieder meine Sorge bezüglich der EntscheidungsträgerInnen erwähnt.)

Wenn die Banken noch immer keine Kredite vergeben, wo wir mittlerweile vor fast einem Jahr (Sep 2008) einer Sondersitzung des Nationalrats zur Rettung aus der Finanzkrise bedruften, wenn dies nun alles so lange dauert - wie soll dann jemand an das Tempo einer Staats-Verwaltungs-Reform glauben?!?



Übrigens schreibt heute Franz Schellhorn einen ausgezeichneten Artikel in der Presse zur Hoffnung auf Marktmechanismen

Mittwoch, 24. Juni 2009

gleicher Lohn für gleiche Leistung

an und für sich hängt mir dieser "Sager" nun schon bei den Ohren raus. Ich habe ihn schon gehört, als ich noch ein kleines Mädchen war. Im späteren Berufsleben habe ich dann gelernt, dass man mindestens um einen (Ausbildungs)-Grad besser sein muss um - beweisbar! - den gleichen Lohn wie schlechter qualifizierte Männer zu erhalten.

Heute ist es noch schlimmer geworden. Auch das nützt nichts mehr. Da wir ja in einer "offenen" Gesellschaft leben und "Schulzeugnisse wirklich eh niemanden" mehr interessieren. Das heißt nämlich noch mehr Beliebigkeit dort wo es um Vergleichbarkeit gehen könnte.

Auf in die Leistungsgesellschaft!

Wenn man nun in verschiedenen Foren Diskussionen zum Thema beobachtet (z. B. xing-Froum Politik) muss man leider mit Erschrecken feststellen, dass ja die jungen Frauen diese Problematik ignorieren. Gleichzeitig ist es auch schön mitanzusehen, wie sie glauben, wenn sie doch nur gut genug sind usw usf. ... Sie brauchen auch keine Babypause machen. Alleine die Tatsache, dass eine Schwangerschaft überhaupt technisch möglich ist, reicht zur Diskriminierung.


Und nun bitte nicht die drei Vorzeigefrauen vor den Vorhang, die "es geschafft" haben. ... Wenn man sich einfach nur genug bemüht ...
Umkehrschluss: alle anderen haben sich wahrscheinlich nicht genug bemüht (Falle!)


Wiedereinmal möchte ich an die Studie der WU Wien zum Thema Frauenkarrieren erinnern.

Ein Frauen-Karrier-Tip-link zum drüberstreuen.
Frechkommtweiter und wer glaubt, dass diese Tips hilfreich sind... Ich vermute ja, dass viele Frauen mit "das ist es mir nicht wert" argumentieren, weil man irgendwann den Kampf gegen unsichtbare Grenzen aufgibt. Menschen müssen sich irgendwann der normativen Kraft des Faktischen unterwerfen. Das ist nichts geschlechtsspezifisches, das ist etwas menschliches.

Freitag, 19. Juni 2009

Reformen kommen immer von den Benachteiligten

wer vier Asse in der Hand hat, verlangt nicht,
dass neu gegeben wird.

(Wilhelm Hennis)

Dieses Zitat begleitet mich seit einem Vierteljahrhundert. Ich habe es ausgeschnitten wegen des Bilds unter dem es gedruckt war.

Das Bild zeigte eine Frau, an der vier Kinder zerrten.

Es war aus einem Zitatekalender und ist nicht mehr auffindbar.
Was schade ist.

Sonntag, 7. Juni 2009

Johanna oder die Erfindung der Nation



Das Stück von Felix Mitterer erfährt eine starke Aktualität heute und ist als Spiegelbild der jetzt geführten Diskussion außerordentlich brauchbar!

Ich habe es nun einmal gelesen, mit steigendem Gefallen und werde das Stück wohl noch öfter zur Hand nehmen