Donnerstag, 30. April 2009

Organisationsentwicklung "Führung im Wandel"


In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Organisationsentwicklung ist ein ausgezeichneter Artikel zu Change Management im öffentlichen Dienst, Autoren sind Frank Schäfer und Markus Raumann.

Die Quintessenzen sind legendär und eine Grundaussage, nämlich der clash of cultures zwischen bürokratischer hierarchischer Organisation und Politik stimme ich voll zu. Diese beiden verschiedenen Systeme irritieren sich gegenseitig.

Der Hauptteil des Artikels formuliert einen Beratungsprozess in einer öffentlichen Verwaltung. Kann man ins Lehrbuch schreiben.

Gratulation an die Autoren
- und vielleicht liest man noch mehr über den Zusammenstoß an der Spitze zwischen Spitzenbeamten und Politikern.


Quelle: Zeitschrift für Unternehmensentwicklung und Change Management, Ausgabe 2/09. Thema "Führung im Wandel"

Dienstag, 21. April 2009

Hochachtung vor Hans Anthofer

Hans Anthofer ist gestorben. Ein Freiheitskämpfer und aufrechter Mensch, eine große Persönlichkeit weilt nicht mehr unter uns.

Ich verneige mich tief und drücke seiner Frau mein tiefes Beileid aus.


Von ihm können wir alle viel lernen: Mut, Anstand, Rückgrat


Nachlese

Dienstag, 14. April 2009

Die Politik ist ein wildes Tier

Nicht nur, dass die Frauen(Menschen!)-Rechte in Afghanistan seit Jahrzehnten mit Füßen getreten werden,
Nicht nur, dass die Frauenorganisation nicht zur Kenntnis genommen wird
Nicht nur, dass die Taliban ihr Gift nachhaltig injizieren konnten und es immer mehr Zustimmung für Ihre Sklavenhaltungsmethoden gibt

Die Regierung (die vom Westen eingesetze Regierung) hat das Gesetz zum Pflichtsex von Frauen nicht zurückgenommen.

Nicht nur, dass all dies passiert, eine mutige Frau musste jetzt wieder ihr Leben lassen - erschossen.


genauer im heutigen Kurier - Printversion
ebenso in der Presse


Dieses Buch ist übrigens sehr zu empfehlen.

Freitag, 10. April 2009

Firmen bekommen immer schwerer Kredit

Im September 2008 musste mitten im Wahlkampf eine dringlichen Nationalratssitzung abgehalten werden, in der u. a. ein Konjunkturpaket beschlossen wurde.

Bis heute ist es nicht angekommen.


Siehe auch den Bericht der ÖNB im standard >Wirschaft>Finanzen & Börse

09. April 2009, 12:30
Firmen bekommen immer schwerer Kredit
Die Betriebe klagen über steigende Margen und höhere Sicherheitserfordernisse

*

Wien (APA) - Österreichs Firmen haben immer mehr Schwierigkeiten Kredite zu bekommen. Wie die Oesterreichische Notenbank (OeNB) am Donnerstag auf Basis einer Umfrage bei zehn großen Unternehmen mitteilte, steigen nicht nur die Margen, sondern die Banken verlangen auch immer mehr Sicherheiten und gewähren Finanzierungen nur noch für kürzere Laufzeiten. Eine Sonderbefragung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) vom März belegt die Probleme: 30 Prozent der Unternehmen berichten, dass sich für bestehende Kredite die Kreditbedingungen in den letzten drei Monaten verschärft hätten, bei neu aufgenommenen Krediten sogar 36 Prozent. Bei den großen Unternehmen registrierte gar die Hälfte eine Verschärfung.

Stark gestiegene Margen

Fast alle Unternehmen berichten laut OeNB über stark gestiegene Margen bei allen Formen der Außenfinanzierung, in der Mehrzahl der Fälle bereits seit Sommer 2007. Einige Betriebe sind laut OeNB mit Kürzungen von Kreditlinien konfrontiert oder müssen ihre fällig werdenden Zahlungsverpflichtungen teilweise aus dem Cash Flow finanzieren. Besondere Probleme gibt es laut der Befragungen bei Konsortialkrediten für Großprojekte oder bei der fristgerechten Finanzierung langfristiger Projekte, die "nicht mehr oder nur mehr zu überaus hohen Margen möglich" sind. Gleichzeitig berichteten beinahe alle befragten Unternehmen über Schwierigkeiten, Anleihen zu begeben bzw. Eigenkapital aufzunehmen.

Die Kreditnachfrage und -vergabe hat im 2. Halbjahr 2008 trotz Krise im Schnitt noch um 8 Prozent zugenommen. Auch im Jänner und Februar wuchs das Kreditvolumen noch um 7,7 bzw. 6,3 Prozent, im Vergleich zum jeweiligen Vormonat hat sich das Wachstum laut OeNB allerdings verlangsamt. Lagen die monatlichen Veränderungsraten im November und Dezember noch bei plus 1,8 und 2 Prozent, gab es im Jänner einen Rückgang um 0,6 Prozent und im Februar Stagnation zum Vormonat

Steigende Liquiditätspräferenz

Die robuste Kreditnachfrage der Unternehmen sei ein Phänomen, das auch in vergangenen Abschwungphasen beobachtet worden sei, führt die Nationalbank aus. Grund dafür seien einerseits die Probleme der Unternehmen Mittel am Kapitalmarkt aufzunehmen, andererseits "die steigende Liquiditätspräferenz" zur Absicherung des künftigen Refinanzierungsbedarfs bzw. wegen ungünstigerer Konjunkturerwartungen. Dass die Unternehmen trotzt Kreditwachstums über Beschränkungen klagen, habe vor allem mit der "stärkeren Differenzierung der Banken gegenüber Kunden nach unterschiedlichen Kriterien" zu tun, so die OeNB.

Eine Analyse von Großkrediten (über 350.000 EUR) nach Branchen zeigt laut dem OeNB-Kreditbericht für Dezember 2008 und Jänner 2009 einen Rückgang der Kreditnachfrage (zum Vormonat) in der Sachgütererzeugung, im Verkehr sowie bei Information und Kommunikation. Im Bauwesen sei nach Rückgängen im Jänner 2009 wieder ein leicht positives Monatswachstum zu verzeichnen.(APA)

Donnerstag, 9. April 2009

Gravierende Fehler der EZB in der Wirtschaftskrise

Ich diskutiere nun schon immer intensiver in gewissen Kreisen, dass Inflation kein Problem im Verhältnis zu Deflation ist und ich die ängstlichen EZB-Männer mit ihren Maastricht-Kritierien nicht verstehe. Dieses starre Festhalten an Zeiten, die es jetzt eben nicht gibt. Regeln sind gut und wichtig. ja. Man muss nur erkennen, wann sich ihr Umfeld geändert hat und sie deshalb nicht mehr gültig sind.

Heute im Kurier spricht Peter Bofinger aus, was ich schon länger vertrete. Ein Lichtblick, wenn die öffentliche Meinungsbildung neuen Input bekommt.

Ich habe den Artikel nur in der Printversion gefunden, wer ihn nachlesen will, gleich hier in Nur-Text-Version.

Wirtschaftskrise
„Gravierende Fehler der EZB“
Der deutsche Wirtschaftsexperte Peter Bofinger wäre für eine höhere Inflation.
von Reinhard Göweil
Wir hatten im Oktober – nach der Lehman-Pleite – die höchsten Zinsen, seit es den Euro gibt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in der Krise gravierende Fehler gemacht“, kritisiert der deutsche Wirtschaftsexperte Peter Bofinger. Der Würzburger Universitätsprofessor ist von den deutschen Gewerkschaften in den sogenannten „Weisenrat“ entsandt worden, der die Wirtschaftsentwicklung Deutschlands einschätzt. Er sitzt zudem im Wissenschafts-Beirat des Wirtschaftsforschungsinstitutes in Wien.
Bofinger meint, dass die EZB viel zu spät reagiert habe. Wegen der tiefen Wirtschaftskrise sinkt nun die Nachfrage, die Folge sind sinkende Preise. „Wenn ein Land in einer Deflation drinnen ist, wie das Beispiel Japan zeigte, ist es schwer, wieder raus zu kommen. Mit höherer Inflation hätte ich viel weniger Problem“, sagt er. Deflation bedeutet absolut sinkende Preise.
G 20
Auch die Beschlüsse des G-20-Gipfels kritisiert der Deutsche als „zu halbherzig, zu notgedrungen“. Bofinger wäre dafür die Banken zu verstaatlichen, die toxischen Papiere in eine „schlechte Bank“ herauszulösen, und die Banken anschließend wieder an die Börse zu bringen. „Das wäre ein Thema für die G 20 gewesen. Auch bei den Ratingagenturen haben die Regierungschefs nichts zusammengebracht. Die laufen unbelästigt frei herum, und waren mitverantwortlich für die Krise, weil sie hochkomplexen Papieren beste Bonitäten bescheinigten.“ Bofinger ist für die Gründung einer staatlichen Agentur zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit von Banken und Finanzprodukten.
Alter Trott?
Der „Wirtschafts-Weise“ warnt davor, nun wieder in den alten Trott zu verfallen. „Stagnation, hohe Arbeitslosigkeit und hohe Verschuldung erhöhen den Lohndruck. In der Folge kann es Steuersenkungen geben, um die Unternehmen zu entlasten.“
Das würde – so Bofinger – zu Deflation führen und zu einer „Instabilität des politischen Systems“, weil sich immer mehr Bürger als Verlierer der Krise sehen würden. Bofinger: „Der Staat braucht zusätzliche Aufgaben, nicht immer weniger. Die Entstaatlichung muss gestoppt werden.“ Im Ernstfall solle dies über höhere Steuern finanziert werden – etwa mit der in Österreich umstrittenen Vermögenssteuer.


© 09.04.2009 KURIER

Dienstag, 7. April 2009

Josef Winkler


Leichnam, seine Familie belauernd, Suhrkamp, 2003

Ein ganz tolles Buch. Lesenswert - wie Winkler überhaupt.

Wer nur irgendwie "das Land" verstehen will, die Netze, die Wände, die Regeln und Riten, sollte Winkler lesen. Klare Sprache, brutale Offenheit, großartiger Literat!

Freitag, 3. April 2009

Lehrergewerkschaft fordert Pension mit 55

Lehrergewerkschafter Riegler forder also die Frühpension mit 55. Das wird das Schulsystem retten, davon bin ich auch überzeugt. Nämlich das alte verbohrte System, einbetoniert in Sonderregelungen und Argusäugigkeit hnsichtlich erhalten und ausbauen von Pfründen.

Die Gewerkschaftsvertreter unserer LehrerInnen sind offenbar noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen. Mit den Lösungen der 70er-Jahre ist kein Staat und vor allem keine Schule mehr zu machen.

Wir brauchen MEHR LEHRERINNEN. Engagierte, gut ausgebildete Menschen, die unsere Kinder ausbilden - und zwar möglichst breit. Mehr Schulzeit, mehr offene Lehr- und Lernzeit!

Und ganz sicher keine alten Männer, die 55 Lebensjahre als Pensionsreif ansehen. (Kleine crux am Rande: das Pensionsalter wurde vor nicht allzulanger Zeit erhöht.)



Ein diesbezüglicher Bericht im kurier